Die Konsumgesellschaft der 1950er Jahre
Analyse des Aufstiegs der Konsumkultur und der Veränderungen im Alltag der westdeutschen Bevölkerung.
Über dieses Thema
Die 68er-Revolte war ein tiefgreifender kultureller und gesellschaftlicher Umbruch in der Bundesrepublik. Ausgehend von studentischen Protesten gegen verkrustete Strukturen an den Universitäten, die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg, entwickelte sich eine breite Bewegung. Ein zentrales Motiv war die radikale Infragestellung der Elterngeneration und deren Verstrickung in die NS-Vergangenheit ('Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren').
Für Schüler ist dieses Thema wichtig, um die Liberalisierung der deutschen Gesellschaft und die Entstehung einer kritischen Öffentlichkeit zu verstehen. Die Bewegung veränderte Erziehung, Geschlechterrollen und den Umgang mit Autoritäten nachhaltig. Gleichzeitig muss die Radikalisierung eines Teils der Bewegung hin zum Linksterrorismus der RAF kritisch beleuchtet werden.
Das Thema bietet viele Anknüpfungspunkte für die heutige Zeit, etwa beim Vergleich mit aktuellen Protestbewegungen. Aktive Methoden wie die Analyse von Protestformen und Slogans machen den Geist dieser Zeit greifbar.
Leitfragen
- Erklären Sie, wie der wirtschaftliche Aufschwung die Konsumgewohnheiten der Menschen veränderte.
- Analysieren Sie die Rolle der Medien und Werbung bei der Etablierung der Konsumgesellschaft.
- Beurteilen Sie die sozialen Auswirkungen des Konsumbooms auf die deutsche Gesellschaft.
Lernziele
- Erklären Sie die Ursachen für den Aufstieg der Konsumgesellschaft in Westdeutschland nach 1945.
- Analysieren Sie die Funktion von Medien und Werbung für die Verbreitung von Konsummustern.
- Bewerten Sie die sozialen und kulturellen Folgen des Konsumbooms für die westdeutsche Gesellschaft.
- Identifizieren Sie spezifische Konsumgüter und Lebensstilveränderungen, die für die 1950er Jahre charakteristisch waren.
Bevor es losgeht
Warum: Grundlegendes Verständnis der Nachkriegssituation und des Wiederaufbaus ist notwendig, um den wirtschaftlichen Aufschwung der 1950er Jahre einordnen zu können.
Warum: Kenntnisse über die erste deutsche Demokratie und ihre Probleme helfen, die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Nachkriegszeit besser zu verstehen.
Schlüsselvokabular
| Wirtschaftswunder | Bezeichnet den schnellen und umfassenden wirtschaftlichen Aufschwung Westdeutschlands in den 1950er und frühen 1960er Jahren, der zu steigendem Wohlstand und Konsum führte. |
| Konsumgesellschaft | Eine Gesellschaft, in der der Erwerb und Konsum von Waren und Dienstleistungen eine zentrale Rolle für das individuelle Wohlbefinden und den sozialen Status spielt. |
| Massenmedien | Medien wie Zeitungen, Zeitschriften, Radio und später Fernsehen, die eine große Anzahl von Menschen gleichzeitig erreichen und Meinungen sowie Konsumwünsche beeinflussen können. |
| Werbung | Die gezielte Beeinflussung von Konsumenten durch die Präsentation von Produkten und Dienstleistungen, oft mit dem Ziel, Bedürfnisse zu wecken und Kaufentscheidungen zu lenken. |
| Neue soziale Frage | Beschreibt die sozialen Probleme und Ungleichheiten, die trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs fortbestehen oder neu entstehen, wie z.B. soziale Schichtung und Ungleichverteilung von Wohlstand. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungDie 68er-Bewegung bestand nur aus langhaarigen Studenten, die Drogen nahmen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Es war eine hochpolitische Bewegung mit fundierter Theoriebildung, die weite Teile der Gesellschaft, auch junge Arbeiter und Intellektuelle, erfasste. Durch die Analyse ihrer Forderungskataloge erkennen Schüler die Ernsthaftigkeit der politischen Anliegen.
Häufige FehlvorstellungDie Bewegung ist gescheitert, weil sie keine politischen Ämter übernahm.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Ihr Erfolg lag im kulturellen Wandel (Marsch durch die Institutionen). Sie veränderte die Art, wie wir heute zusammenleben und über Politik diskutieren. Ein Vergleich der Gesellschaft vor und nach 1968 macht diesen Erfolg sichtbar.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenAnalyse von Slogans: Die Sprache des Protests
Schüler untersuchen berühmte Slogans der 68er (z.B. 'Wer zweimal mit derselben pennt...'). In Kleingruppen interpretieren sie die Provokation dahinter und diskutieren, welche gesellschaftlichen Tabus damit angegriffen wurden.
Debatte: Generationenkonflikt am Abendbrottisch
In einem Rollenspiel treffen ein konservativer Vater und seine studierende Tochter im Jahr 1968 aufeinander. Sie streiten über die NS-Vergangenheit des Vaters und den Lebensstil der Tochter. Die Klasse wertet die Argumente und die Gesprächskultur aus.
Museumsgang: Von der Revolte zum Terror
An Stationen wird der Weg einiger Aktivisten in den Untergrund (RAF) dokumentiert. Die Schüler analysieren Quelltexte zur Theorie der Stadtguerilla und bewerten kritisch den Übergang von legitimen Protest zu krimineller Gewalt.
Bezüge zur Lebenswelt
- Besuchen Sie das Deutsche Museum in München, um Ausstellungsstücke zu Haushaltsgeräten und Automobilen der 1950er Jahre zu sehen, die den technologischen Fortschritt und neue Konsumgüter veranschaulichen.
- Analysieren Sie alte Werbeanzeigen aus Illustrierten wie 'Quick' oder 'Stern' aus den 1950er Jahren, um zu verstehen, wie Produkte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen beworben wurden und welche Lebensstile damit verbunden waren.
- Diskutieren Sie mit Großeltern oder älteren Familienmitgliedern über deren Erfahrungen mit dem Konsum in den 1950er Jahren: Welche Produkte waren neu und begehrt, welche Veränderungen im Alltag gab es durch diese Güter?
Ideen zur Lernstandserhebung
Lassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte drei neue Konsumgüter der 1950er Jahre nennen, die ihren Alltag veränderten. Bitten Sie sie anschließend, eine kurze Begründung zu geben, warum diese Güter als 'Fortschritt' galten.
Stellen Sie die Frage: 'Inwiefern unterscheidet sich die heutige Werbung von der Werbung in den 1950er Jahren?' Lassen Sie die Schüler Beispiele aus ihrer eigenen Erfahrung nennen und vergleichen Sie diese mit historischen Werbeanzeigen.
Geben Sie den Schülern eine Liste mit Begriffen (z.B. 'Wirtschaftswunder', 'Trümmerfrauen', 'Fernseher', 'Kalter Krieg'). Bitten Sie sie, drei Begriffe auszuwählen, die ihrer Meinung nach am engsten mit der Entstehung der Konsumgesellschaft der 1950er Jahre verbunden sind, und begründen Sie ihre Wahl kurz.
Häufig gestellte Fragen
Was waren die Hauptursachen für die 68er-Revolte?
Wer war Benno Ohnesorg und warum war sein Tod so bedeutend?
Welchen Einfluss hatten die 68er auf die heutige Demokratie?
Wie kann man das Thema Protestbewegungen aktiv unterrichten?
Planungsvorlagen für Geschichte
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Eine Vorlage für Gesellschaftswissenschaften, die auf Quellenanalyse und historischem Denken basiert. Sie umfasst dokumentenbasierte Aufgaben, Diskussionen und den Wechsel der Perspektiven.
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Erstellen Sie ein Raster für quellenbasierte Aufgaben, historische Argumentationen, Referate oder Diskussionen, das historisches Denken, Quellenarbeit und Multiperspektivität bewertet.
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