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Gesellschaftlicher Wandel in der BRD · 1. Halbjahr

Die 68er-Revolte

Ursachen, Ziele und Folgen des studentischen Protests und der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit.

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Leitfragen

  1. Was waren die Hauptkritikpunkte der Jugend an der Elterngeneration?
  2. Inwieweit hat die 68er-Bewegung die Demokratisierung der Gesellschaft vorangebracht?
  3. Welche Verbindung besteht zwischen dem Protest und dem Aufkommen des Linksterrorismus (RAF)?

KMK Bildungsstandards

OrientierungskompetenzSachkompetenz
Klasse: Klasse 10
Fach: Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart: Brüche und Kontinuitäten
Einheit: Gesellschaftlicher Wandel in der BRD
Zeitraum: 1. Halbjahr

Über dieses Thema

Die Anwerbung von 'Gastarbeitern' ab Mitte der 1950er Jahre veränderte die Bundesrepublik grundlegend. Was als temporäre Lösung für den Arbeitskräftemangel gedacht war, führte zur dauerhaften Einwanderung und zur Entstehung einer multikulturellen Gesellschaft. Schüler untersuchen hier die Motive der Anwerbeabkommen (z.B. mit Italien, der Türkei, Griechenland) und die Lebensrealität der Menschen, die oft unter schwierigen Bedingungen arbeiteten und lebten.

Das Thema ist hochaktuell, da es die Wurzeln heutiger Integrationsdebatten aufzeigt. Lange Zeit wurde ignoriert, dass Deutschland ein Einwanderungsland geworden war ('Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen'). Die Analyse der politischen Versäumnisse und der kulturellen Bereicherung schult die Orientierungskompetenz der Lernenden.

Durch die Arbeit mit biografischen Quellen und Statistiken können Schüler die Entwicklung von der 'Gastarbeit' zur Einwanderungsgesellschaft nachvollziehen und die heutige Vielfalt als historisches Ergebnis verstehen.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Hauptkritikpunkte der 68er-Bewegung an der Elterngeneration und der bestehenden Gesellschaftsordnung.
  • Bewerten Sie den Beitrag der 68er-Bewegung zur Demokratisierung der bundesdeutschen Gesellschaft.
  • Erklären Sie die Zusammenhänge zwischen der 68er-Revolte und dem Aufkommen des Linksterrorismus (RAF).
  • Vergleichen Sie die Ziele der studentischen Proteste mit den tatsächlichen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen nach 1968.

Bevor es losgeht

Die Bundesrepublik Deutschland nach 1945: Wiederaufbau und Teilung

Warum: Grundlegendes Verständnis der politischen und gesellschaftlichen Situation der frühen Bundesrepublik ist notwendig, um die Kritik der 68er nachvollziehen zu können.

Der Kalte Krieg und die deutsche Teilung

Warum: Kenntnisse über die globalen Spannungen und die spezifische Situation Deutschlands im Kalten Krieg helfen, die politischen Hintergründe der Proteste zu verstehen.

Schlüsselvokabular

ApoAbkürzung für 'Außerparlamentarische Opposition'. Sie bezeichnet die politischen Strömungen und Protestbewegungen, die außerhalb der etablierten Parteien agierten.
Autoritäre ErziehungEine Erziehungsform, die auf Gehorsam, Disziplin und bedingungslosem Respekt vor Autoritäten basiert, welche von den 68ern kritisiert wurde.
VergangenheitsbewältigungDie Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, insbesondere mit der Rolle der Elterngeneration und der NS-Täter, die ein zentrales Thema der 68er war.
KommuneEine alternative Lebensform, die auf gemeinschaftlichem Wohnen, Arbeiten und Leben basierte und als Gegenentwurf zur bürgerlichen Kleinfamilie propagiert wurde.
Neue LinkeEin Sammelbegriff für verschiedene linksgerichtete politische und soziale Bewegungen, die in den 1960er Jahren entstanden und sich von der traditionellen Linken abgrenzten.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

Die heutige Hochschullandschaft mit ihren Freiräumen für Forschung und Lehre, wie sie sich in Seminaren und Diskussionsrunden zeigt, ist ein direktes Erbe der Reformen, die aus der 68er-Bewegung hervorgingen.

Die kritische Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen in Gedenkstätten wie dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder durch Dokumentationen im öffentlichen Fernsehen (z.B. ARD, ZDF) spiegelt die von den 68ern geforderte Aufarbeitung der NS-Vergangenheit wider.

Die Arbeit von Journalisten und Historikern, die sich mit der Aufarbeitung von Diktaturen und der Rolle von gesellschaftlichen Protestbewegungen beschäftigen, knüpft an die Fragestellungen der 68er-Bewegung an.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie Gastarbeiter kamen alle freiwillig und wollten für immer bleiben.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele kamen aus wirtschaftlicher Not und planten ursprünglich, nach ein paar Jahren mit Ersparnissen zurückzukehren (Rotationsprinzip). Dass sie blieben, lag oft an der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Nachzug der Familien. Biografische Arbeit verdeutlicht diese ungeplanten Lebensläufe.

Häufige FehlvorstellungIntegration wurde von Anfang an staatlich gefördert.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Im Gegenteil: Es gab kaum Sprachkurse oder Integrationsangebote, da man von einer baldigen Rückkehr ausging. Erst viel zu spät erkannte man den Bedarf an politischer Gestaltung. Eine Analyse der Gesetzgebung zeigt diesen zeitlichen Verzug.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karteikarte mit einer der drei Leitfragen. Sie sollen darauf stichpunktartig die wichtigsten Argumente für ihre Antwort formulieren und ein Beispiel nennen, das ihre These stützt.

Diskussionsfrage

Lehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Student im Jahr 1968. Welche drei Hauptkritikpunkte würden Sie an der Gesellschaft und der Politik Ihrer Zeit formulieren und warum?' Die Schüler diskutieren in Kleingruppen und präsentieren ihre Top 3 Kritikpunkte.

Kurze Überprüfung

Anhand von kurzen Textauszügen (z.B. Flugblätter, Zeitungsartikel aus der Zeit) sollen die Schüler die zentralen Forderungen der 68er identifizieren und einer der Leitfragen zuordnen. Dies kann als Partnerarbeit erfolgen.

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Häufig gestellte Fragen

Warum schloss Deutschland Anwerbeabkommen ab?
Aufgrund des Wirtschaftswunders herrschte in der BRD Vollbeschäftigung und ein massiver Mangel an Arbeitskräften, besonders in der Industrie und im Bergbau. Um das Wachstum nicht zu gefährden, schloss man ab 1955 Abkommen mit Ländern wie Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei.
Was bedeutete das 'Rotationsprinzip'?
Das Rotationsprinzip sah vor, dass ausländische Arbeiter nur für eine begrenzte Zeit (meist ein bis zwei Jahre) in Deutschland bleiben und dann durch neue Kräfte ersetzt werden sollten. Dies scheiterte jedoch am Interesse der Arbeitgeber an eingearbeiteten Kräften und am Wunsch der Arbeiter auf Verbleib.
Wie veränderte die Migration den Alltag in Deutschland?
Migration brachte neue kulturelle Einflüsse in den Bereichen Kulinarik, Musik und Lebensstil. Gleichzeitig entstanden soziale Brennpunkte durch die Konzentration in bestimmten Stadtteilen. Langfristig führte sie zur Erkenntnis, dass Deutschland eine plurale Gesellschaft ist, was sich heute in Politik und Kultur widerspiegelt.
Warum ist das Thema Migration für Schüler heute so wichtig?
Es hilft Schülern, ihre eigene Lebenswelt und die ihrer Mitschüler historisch einzuordnen. Durch die Beschäftigung mit der Geschichte der Migration entwickeln sie ein tieferes Verständnis für aktuelle Debatten über Identität und Integration. Aktive Methoden wie Zeitzeugeninterviews in der eigenen Familie oder Nachbarschaft machen Geschichte unmittelbar erfahrbar.