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Gesellschaftlicher Wandel in der BRD · 1. Halbjahr

Gastarbeiter und Migration

Die Anwerbeabkommen und die Entwicklung Deutschlands hin zu einer Einwanderungsgesellschaft.

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Leitfragen

  1. Warum wurde die Integration der Gastarbeiter anfangs politisch vernachlässigt?
  2. Wie veränderte die Migration das kulturelle und wirtschaftliche Gesicht Deutschlands?
  3. Welche Konflikte und Chancen ergaben sich aus dem Zusammenleben verschiedener Kulturen?

KMK Bildungsstandards

SachkompetenzOrientierungskompetenz
Klasse: Klasse 10
Fach: Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart: Brüche und Kontinuitäten
Einheit: Gesellschaftlicher Wandel in der BRD
Zeitraum: 1. Halbjahr

Über dieses Thema

Das Thema Gastarbeiter und Migration beleuchtet die Anwerbeabkommen der 1950er und 1960er Jahre sowie die schrittweise Entwicklung Deutschlands zu einer Einwanderungsgesellschaft. Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 erforschen, wie der Wirtschaftsboom der BRD Millionen Arbeiter aus Italien, Spanien, der Türkei und anderen Ländern anzog. Sie analysieren die anfängliche Vernachlässigung der Integration durch Politik und Wirtschaft, die Gastarbeiter als reine Rotationskräfte sah, und die Folgen: Enklavenbildung, Diskriminierung und kulturelle Bereicherung.

Im Kontext des gesellschaftlichen Wandels in der BRD verbindet dieses Thema Sachkompetenz mit Orientierungskompetenz. Es greift zentrale Fragen auf, wie die politische Fehleinschätzung der Dauerhaftigkeit der Migration, die Veränderungen im kulturellen und wirtschaftlichen Leben und die aus dem Zusammenleben entstehenden Konflikte sowie Chancen. Quellen wie Werbeplakate, Zeitzeugenberichte und Statistiken machen den Wandel greifbar und fördern das Verständnis für Kontinuitäten bis heute.

Aktives Lernen eignet sich hier besonders, da abstrakte Prozesse durch Rollenspiele, Quellenanalysen und Diskussionen lebendig werden. Schülerinnen und Schüler entwickeln Empathie und kritisches Denken, indem sie Perspektiven einnehmen und reale Konflikte simulieren. Solche Methoden machen den Stoff nachhaltig und verbinden Vergangenheit mit Gegenwart.

Lernziele

  • Analysieren Sie die wirtschaftlichen und sozialen Motive hinter den Anwerbeabkommen der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er und 1960er Jahren.
  • Erklären Sie die anfänglichen politischen und gesellschaftlichen Haltungen gegenüber den Gastarbeitern und bewerten Sie deren kurz- und langfristige Folgen für die Integrationspolitik.
  • Vergleichen Sie die kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen in Deutschland, die durch die Migration von Gastarbeitern und ihren Familien verursacht wurden.
  • Bewerten Sie die Chancen und Konflikte, die sich aus dem Zusammenleben verschiedener Kulturen in Deutschland ergaben, anhand von historischen Beispielen.

Bevor es losgeht

Die Bundesrepublik Deutschland nach 1945

Warum: Grundkenntnisse über die politische und wirtschaftliche Situation der frühen Bundesrepublik sind notwendig, um die Motive für die Anwerbeabkommen zu verstehen.

Wirtschaftswunder und Gesellschaftlicher Wandel in den 1950er/60er Jahren

Warum: Das Verständnis des wirtschaftlichen Aufschwungs und der damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen bildet die Grundlage für die Aufnahme von Gastarbeitern.

Schlüsselvokabular

AnwerbeabkommenVerträge zwischen der Bundesrepublik Deutschland und anderen Staaten zur Anwerbung von Arbeitskräften, die in den 1950er und 1960er Jahren geschlossen wurden.
GastarbeiterUrsprünglich angeworbene ausländische Arbeitskräfte, die nach einem befristeten Aufenthalt nach Deutschland kamen und oft blieben, was zu gesellschaftlichen Veränderungen führte.
RotationsprinzipDie Idee, dass Gastarbeiter nur für eine begrenzte Zeit in Deutschland arbeiten und dann durch neue Arbeitskräfte ersetzt werden sollten, was die Integrationsbemühungen erschwerte.
IntegrationspolitikMaßnahmen und Strategien, die darauf abzielen, die Eingliederung von Zuwanderern in die Gesellschaft zu fördern, sowohl auf staatlicher als auch auf lokaler Ebene.
EinwanderungsgesellschaftEine Gesellschaft, in der Zuwanderung ein fester Bestandteil der Bevölkerungsentwicklung und des gesellschaftlichen Lebens ist und die sich aktiv mit den Prozessen der Einwanderung auseinandersetzt.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

Die heutige deutsche Küche, mit Einflüssen aus der italienischen, griechischen und türkischen Gastronomie, ist ein direktes Ergebnis der damaligen Anwerbeabkommen und der damit verbundenen kulturellen Bereicherung.

Viele deutsche Städte, wie Köln oder Berlin, haben Stadtteile, die durch die Ansiedlung von Gastarbeitern und ihren Familien entstanden sind und bis heute von multikulturellem Leben geprägt sind.

Die Diskussionen über Fachkräftemangel und die Notwendigkeit der Zuwanderung zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland knüpfen direkt an die Erfahrungen mit den Gastarbeitern an und zeigen Kontinuitäten im gesellschaftlichen Diskurs.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungGastarbeiter waren nur vorübergehend geplant und gingen alle zurück.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Tatsächlich blieben viele Familien dauerhaft, was zu einer Einwanderungsgesellschaft führte. Aktive Methoden wie Zeitstrahle helfen, den Wandel von Rotation zu bleibender Präsenz zu visualisieren und politische Fehleinschätzungen zu verstehen.

Häufige FehlvorstellungMigration brachte nur wirtschaftliche Vorteile ohne Konflikte.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Es gab Diskriminierung, Enklaven und Spannungen neben Chancen. Rollenspiele fördern Empathie, indem Schüler Perspektiven wechseln und Konflikte nachvollziehen.

Häufige FehlvorstellungIntegration war von Anfang an erfolgreich.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Politik vernachlässigte sie zunächst. Quellenanalysen in Gruppen enthüllen Lücken und machen klar, warum Maßnahmen erst später kamen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie eine wirtschaftliche und eine soziale Folge der Gastarbeiteranwerbung, die bis heute spürbar ist.' Sie schreiben ihre Antworten auf die Karte und geben diese ab.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Welche Lehren aus der anfänglichen Vernachlässigung der Integration von Gastarbeitern sollten bei der heutigen Migrationspolitik berücksichtigt werden?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und die wichtigsten Punkte sammeln.

Kurze Überprüfung

Präsentieren Sie drei kurze Zitate aus der Zeit der Gastarbeiteranwerbung (z.B. ein Werbeslogan, eine Aussage eines Politikers, ein Zeitzeugenbericht). Die Schülerinnen und Schüler identifizieren, welche Perspektive das Zitat vertritt (z.B. wirtschaftlich, sozial, kritisch) und begründen kurz ihre Wahl.

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Häufig gestellte Fragen

Warum wurde die Integration der Gastarbeiter anfangs vernachlässigt?
Die Politik sah Gastarbeiter als temporäre Rotationskräfte für den Wirtschaftsboom, nicht als Einwanderer. Anwerbeabkommen regelten nur Arbeitsrechte, nicht Familie oder Sprache. Erst der Anwerbestopp 1973 und Familiennachzug zwangen zu Neudenken. Dies führte zu Debatten über Multikulti und heutige Integrationspolitik.
Wie veränderte Migration das kulturelle Gesicht Deutschlands?
Migration brachte Küche, Musik und Feste wie Döner oder Karnevalsgrößen aus der Türkei. Städte wurden vielfältiger, was zu neuen Subkulturen führte. Gleichzeitig entstanden Konflikte um Werte und Identität, die bis heute nachwirken und Deutschland bereichern.
Wie hilft aktives Lernen beim Thema Gastarbeiter?
Aktive Ansätze wie Rollenspiele und Quellenanalysen machen abstrakte Prozesse erfahrbar. Schüler entwickeln Empathie, indem sie Gastarbeiterperspektiven einnehmen, und kritisches Denken durch Debatten zu Chancen und Konflikten. Gruppenarbeit fördert Orientierungskompetenz und verbindet Fakten mit emotionalem Verständnis für bleibende Lernerfolge.
Welche Konflikte ergaben sich aus dem Zusammenleben?
Konflikte um Wohnraum, Arbeitsbedingungen und Vorurteile prägten den Alltag. Spätere Themen wie Parallelgesellschaften oder Kopftuchdebatten wurzeln hier. Chancen lagen in kulturellem Austausch und wirtschaftlichem Wachstum, was Schüler durch Simulationen greifen lernen.