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Politik · Klasse 7 · Zusammenleben in Vielfalt: Identität und Toleranz · 2. Halbjahr

Was ist Identität? Persönliche und kollektive Merkmale

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren über persönliche und kollektive Identitätsmerkmale in einer globalisierten Welt.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - AnalysekompetenzKMK: Sekundarstufe I - Politische Urteilskompetenz

Über dieses Thema

Die Frage 'Wer bin ich?' ist zentral für die Identitätsentwicklung in der Pubertät. In der 7. Klasse erweitern Schüler ihren Blick von der persönlichen Identität hin zu kollektiven Identitäten (Nationalität, Religion, Subkulturen). Gemäß den KMK-Standards zur Analysekompetenz untersuchen sie, wie Identität durch das soziale Umfeld, Medien und persönliche Entscheidungen geformt wird. In einer globalisierten Welt ist es zudem wichtig zu verstehen, dass Identitäten oft multipel und dynamisch sind.

Das Thema bietet die Chance, Vorurteile und Stereotype kritisch zu hinterfragen. Die Schüler lernen, wie 'Wir-Gefühle' entstehen, aber auch, wie diese zur Ausgrenzung anderer führen können. Ein sensibler Umgang mit Vielfalt ist hierbei das Ziel. Durch biografisches Arbeiten und den Austausch über verschiedene Lebensentwürfe entwickeln die Jugendlichen Toleranz und die Fähigkeit, Ambiguität auszuhalten. Das Verständnis der eigenen Identität ist die Basis für ein friedliches Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie, was Sie zu dem macht, der Sie sind.
  2. Erklären Sie, wie man mehrere Heimaten oder Identitäten gleichzeitig haben kann.
  3. Vergleichen Sie persönliche Identitätsmerkmale mit kollektiven Identitäten.

Lernziele

  • Klassifizieren Sie persönliche Merkmale (z.B. Hobbys, Meinungen) und kollektive Merkmale (z.B. Nationalität, Sprache) anhand gegebener Beispiele.
  • Erklären Sie anhand von Beispielen, wie kulturelle Einflüsse und Medien die eigene Identität formen können.
  • Vergleichen Sie die Entstehung von 'Wir-Gefühlen' in verschiedenen Gruppen (z.B. Schulklasse, Fangemeinde) und deren potenzielle Auswirkungen auf die Ausgrenzung.
  • Analysieren Sie die eigene Identität unter Berücksichtigung von mindestens zwei verschiedenen Identitätsmerkmalen (persönlich und/oder kollektiv).

Bevor es losgeht

Grundlagen der sozialen Interaktion

Warum: Schüler müssen grundlegende Konzepte wie Gruppenzugehörigkeit und soziale Rollen verstehen, um kollektive Identitäten zu erfassen.

Medienkompetenz: Analyse von Medieninhalten

Warum: Das Verständnis, wie Medien Identitäten beeinflussen können, setzt eine grundlegende Fähigkeit zur kritischen Medienanalyse voraus.

Schlüsselvokabular

IdentitätDas Bewusstsein des eigenen Selbst, das sich aus persönlichen Merkmalen, Erfahrungen und Gruppenzugehörigkeiten zusammensetzt.
Kollektive IdentitätEin gemeinsames Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, das durch gemeinsame Werte, Traditionen oder Ziele entsteht.
PluralismusDas Zusammenleben verschiedener Kulturen, Religionen und Lebensweisen in einer Gesellschaft, die gegenseitigen Respekt erfordert.
StereotypEine verallgemeinerte, oft vereinfachte und vorurteilsbehaftete Vorstellung über eine Personengruppe, die der Realität nicht entspricht.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungMan hat nur eine einzige, feste Identität.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler denken oft in Schubladen (z.B. 'der Deutsche', 'der Fußballer'). Durch Übungen zu multiplen Identitäten lernen sie, dass man gleichzeitig viele Rollen haben kann, die sich je nach Situation ändern.

Häufige FehlvorstellungVorurteile haben nur 'böse' Menschen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Es muss vermittelt werden, dass das Gehirn Kategorien zur Orientierung nutzt. Die Gefahr liegt nicht im Haben von Kategorien, sondern im unkritischen Festhalten an negativen Vorurteilen trotz gegenteiliger Erfahrung.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Beim Besuch eines Fußballstadions erleben Fans eine starke kollektive Identität, die sich in gemeinsamen Gesängen und Fanartikeln zeigt. Diese Identität kann aber auch dazu führen, dass Anhänger anderer Vereine kritisch betrachtet werden.
  • In der Werbebranche werden gezielt kollektive Identitäten angesprochen, um Produkte zu verkaufen. Kampagnen für bestimmte Automarken oder Modetrends appellieren an das Bedürfnis, einer Gruppe anzugehören oder einen bestimmten Lebensstil zu repräsentieren.
  • Die Debatte um die deutsche Nationalmannschaft zeigt, wie vielfältig die kollektive Identität in einem Land sein kann. Spieler mit unterschiedlichen familiären Hintergründen repräsentieren Deutschland und lösen Diskussionen darüber aus, was 'typisch deutsch' ist.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karte mit zwei Spalten: 'Persönliche Merkmale' und 'Kollektive Merkmale'. Sie sollen jeweils drei Beispiele eintragen, die sie persönlich betreffen. Anschließend beantworten sie die Frage: 'Welches Merkmal beeinflusst Sie aktuell am stärksten und warum?'

Diskussionsfrage

Lehrerin/Lehrer gibt das Szenario vor: 'Stellen Sie sich vor, Sie ziehen in ein neues Land. Welche drei Dinge würden Sie mitnehmen, um Ihre Identität zu bewahren, und warum?' Die Schüler diskutieren in Kleingruppen ihre Auswahl und die dahinterliegenden Gründe.

Kurze Überprüfung

Die Lehrkraft nennt verschiedene Gruppen (z.B. 'Schüler der 7b', 'Fans von FC Bayern', 'Menschen, die gerne lesen'). Die Schüler zeigen mit den Fingern an, wie stark sie sich mit der jeweiligen Gruppe identifizieren (1 = gar nicht, 5 = sehr stark) und begründen kurz ihre Wahl für eine Gruppe.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Selbstbild und Fremdbild?
Das Selbstbild ist die Art, wie ich mich selbst sehe und einschätze. Das Fremdbild ist die Wahrnehmung meiner Person durch andere. Beide können stark voneinander abweichen.
Wie entstehen Vorurteile?
Vorurteile entstehen oft durch fehlende Informationen, Erziehung oder die Übernahme von Meinungen aus dem Umfeld. Sie dienen dazu, die komplexe Welt zu vereinfachen, führen aber oft zu Ungerechtigkeit.
Kann man seine Identität frei wählen?
Teilweise ja. Während Merkmale wie Herkunft vorgegeben sind, können wir durch unsere Interessen, Werte und Taten mitbestimmen, wer wir sein wollen und welcher Gruppe wir uns zugehörig fühlen.
Warum ist der Austausch über Identität im Team wichtig?
Identität braucht Spiegelung. Im Gespräch mit anderen merken Schüler, dass ihre Mitschüler ähnliche Unsicherheiten haben oder ganz andere Perspektiven mitbringen. Das baut Barrieren ab und fördert ein echtes Verständnis für Vielfalt.

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