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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Kultur der Moderne: Bauhaus und Neue Sachlichkeit

Aktives Lernen eignet sich besonders hier, weil die Weimarer Moderne nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern durch Gestalten, Analysieren und Erleben zu begreifen ist. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein Gespür für die Verbindung von Kunst, Gesellschaft und Alltag, indem sie selbst aktiv werden und nicht nur Fakten reproduzieren.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.1: Die Weimarer Republik (Kultur der 1920er-Jahre)Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 6: Die Weimarer Republik (Gesellschaft und Kultur in den 1920er Jahren)
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Bauhaus-Designs

Richten Sie vier Stationen ein: Bauhaus-Manifest lesen und zusammenfassen, Stuhlmodelle aus Karton bauen, Farb- und Formexperimente mit Primärfarben durchführen, Gropius-Rede analysieren. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und protokollieren Erkenntnisse.

Analysieren Sie, wie die Kunst die Zerrissenheit der Gesellschaft widerspiegelte.

ModerationstippLassen Sie die Schülerinnen und Schüler beim Stationenlernen die Bauhaus-Designs nicht nur betrachten, sondern mit einfachen Materialien wie Papier oder Knete nachbauen, um den funktionalen Ansatz zu erleben.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schülerinnen und Schüler auf einer Karteikarte zwei Unterschiede zwischen Bauhaus und Neuer Sachlichkeit in Bezug auf ihre künstlerischen Ziele und Darstellungsformen notieren.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Ausstellungsmethode30 Min. · Partnerarbeit

Bildanalyse: Neue Sachlichkeit

Teilen Sie Werke von Dix oder Grosz aus, lassen Sie Paare Motive, Stilmittel und gesellschaftliche Kritik notieren. Im Plenum präsentieren Paare und diskutieren Parallelen zur Weimarer Krise.

Erklären Sie die Bedeutung des Bauhauses für Architektur und Design.

ModerationstippFordern Sie bei der Bildanalyse der Neuen Sachlichkeit die Schülerinnen und Schüler auf, nicht nur zu beschreiben, sondern auch die sozialen Botschaften hinter den Motiven zu benennen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwieweit spiegeln die künstlerischen Strömungen der Weimarer Republik die gesellschaftlichen Umbrüche und Krisen der Zeit wider?' Leiten Sie eine Diskussion, in der Schülerinnen und Schüler Beispiele aus Kunstwerken nennen und ihre Interpretationen begründen.

AnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Neue Frau

Schülerinnen und Schüler verkörpern Figuren wie Anita Berber oder eine Fabrikarbeiterin, bereiten Monologe vor und debattieren Emanzipation versus Realitäten. Abschließende Reflexion in der Klasse.

Beurteilen Sie, ob die Emanzipation der "Neuen Frau" Realität oder Mythos war.

ModerationstippIm Rollenspiel zur 'Neuen Frau' geben Sie den Schülerinnen und Schülern konkrete Rollenkarten mit widersprüchlichen Zielen, um die Ambivalenz der Emanzipationsdebatte erfahrbar zu machen.

Worauf zu achten istPräsentieren Sie ein Bild eines Bauhaus-Gebäudes und ein Gemälde der Neuen Sachlichkeit. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, jeweils ein Merkmal zu identifizieren, das typisch für die jeweilige Strömung ist, und dieses kurz zu erläutern.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Ausstellungsmethode60 Min. · Einzelarbeit

Modellbau: Bauhaus-Gebäude

Individuell entwerfen Schüler ein funktionales Bauhaus-Haus mit Karten und Kleber, berücksichtigen Glas, Stahl und offene Räume. Präsentation mit Begründung der Designprinzipien.

Analysieren Sie, wie die Kunst die Zerrissenheit der Gesellschaft widerspiegelte.

ModerationstippBeim Modellbau der Bauhaus-Gebäude achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur ästhetisch bauen, sondern auch die Funktionalität und Materialien wie Stahl, Glas und Beton begründen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schülerinnen und Schüler auf einer Karteikarte zwei Unterschiede zwischen Bauhaus und Neuer Sachlichkeit in Bezug auf ihre künstlerischen Ziele und Darstellungsformen notieren.

AnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf Multiperspektivität: Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich die Inhalte selbstständig in Stationen und vertiefen sie durch kreative Methoden. Wichtig ist, die gesellschaftlichen Kontexte immer wieder einzubinden, um zu zeigen, wie Kunst und Design auf gesellschaftliche Umbrüche reagieren. Vermeiden Sie reine Kunstgeschichte – konzentrieren Sie sich auf die Verbindung von Form und Funktion sowie auf die sozialen Aussagen der Werke.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die zentralen Merkmale des Bauhaus und der Neuen Sachlichkeit erklären, zwischen den Strömungen unterscheiden und ihre gesellschaftliche Einbettung erkennen können. Sie wenden diese Erkenntnisse auf konkrete Beispiele an und begründen ihre Urteile mit Materialien aus den Stationen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens zu Bauhaus-Designs hören Sie oft: 'Das Bauhaus war nur eine Kunstschule ohne gesellschaftlichen Einfluss.'

    Greifen Sie diese Äußerung auf und verweisen Sie auf die Station mit den Bauhaus-Alltagsgegenständen: Zeigen Sie, wie die Schule durch funktionale Designs wie den Freischwinger-Stuhl oder die Bauhaus-Lampe bis heute unseren Alltag prägt.

  • Während der Bildanalyse der Neuen Sachlichkeit wird oft gesagt: 'Diese Kunst war rein ästhetisch und optimistisch.'

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, im Gruppenbildvergleich die sozialen Botschaften zu benennen: Zeigen Sie auf, wie in Werken wie Dix’ 'Metropolis' oder Sander’s 'Antlitz der Zeit' Armut und gesellschaftliche Zerrissenheit dargestellt werden.

  • Während des Rollenspiels zur 'Neuen Frau' wird manchmal behauptet: 'Die 'Neue Frau' war vollständig emanzipiert.'

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in ihren Rollen die Widersprüche aufzeigen: Geben Sie ihnen z.B. Rollenkarten mit widersprüchlichen Erwartungen wie 'Karriere machen' vs. 'Hausfrau sein', um die realen Grenzen der Emanzipation erlebbar zu machen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden