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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Massenmedien und politische Kultur

Aktives Lernen eignet sich besonders für dieses Thema, weil die ambivalente Rolle der Medien in der Weimarer Republik durch eigenes Handeln und Analysieren greifbar wird. Schülerinnen und Schüler erkennen dabei selbst, wie Medien sowohl Demokratisierung als auch Manipulation vorantrieben.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.1: Die Weimarer Republik (Kultur der 1920er-Jahre)Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 6: Die Weimarer Republik (Gesellschaft und Kultur in den 1920er Jahren)
20–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Brainstorming-Karussell45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Medien der Weimarer Republik

Richten Sie vier Stationen ein: Radioansprache (Aufnahme abspielen und notieren), Filmpropaganda (Ausschnitt analysieren), Boulevardpresse (Überschriften bewerten), Karikaturen (politische Botschaften decodieren). Gruppen rotieren alle 10 Minuten und protokollieren Einflüsse auf die politische Kultur.

Analysieren Sie die Rolle von Radio und Film bei der Demokratisierung der Kultur.

ModerationstippBei der Stationenrotation sorgen klare Zeitvorgaben und vorbereitete Arbeitsblätter mit Leitfragen an jeder Station für strukturiertes Arbeiten.

Worauf zu achten istStellen Sie den Lernenden folgende Frage: 'Welche Parallelen und Unterschiede sehen Sie zwischen der Nutzung von Radio und Film in der Weimarer Republik zur politischen Beeinflussung und der heutigen Nutzung von Social Media?' Leiten Sie eine Diskussion, bei der die Schüler konkrete Beispiele nennen und ihre Argumente begründen.

ErinnernVerstehenAnalysierenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Brainstorming-Karussell30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Quellenkonfrontation

Teilen Sie Paaren Originalquellen zu Radio und Film aus, z. B. NSDAP-Reden. Sie vergleichen demokratisierende mit propagandistischen Effekten und erstellen eine Tabelle mit Pro und Contra. Abschließende Plenumvorstellung.

Erklären Sie, wie politische Parteien die neuen Medien für ihre Propaganda nutzten.

ModerationstippIn der Quellenkonfrontation geben Sie den Paaren konkrete Analyseraster vor, die sie systematisch ausfüllen, um die Debatte zu versachlichen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte drei Schlagworte zu notieren, die den Einfluss der Boulevardpresse auf die politische Kultur der Weimarer Republik beschreiben. Fordern Sie sie auf, ein Beispiel für eine solche Beeinflussung zu nennen.

ErinnernVerstehenAnalysierenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Boulevardpresse

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegner der Boulevardpresse ein. Jede Seite bereitet Argumente vor, moderiert debattiert 20 Minuten. Bewertung durch Abstimmung und Reflexion.

Beurteilen Sie den Einfluss der Boulevardpresse auf die öffentliche Meinung.

ModerationstippFühren Sie die Whole Class Debatte mit einer klaren Rollenverteilung ein, z. B. durch vorher festgelegte Pro- und Kontra-Positionen, um die Schüler zu aktiver Teilnahme zu bewegen.

Worauf zu achten istZeigen Sie einen kurzen Ausschnitt eines Propagandafilms oder einer Illustrierten aus der Weimarer Zeit. Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen die Intention des Mediums und die Zielgruppe identifizieren und ihre Ergebnisse kurz präsentieren.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Brainstorming-Karussell20 Min. · Einzelarbeit

Individual: Medientagebuch

Schülerinnen und Schüler notieren täglich einen modernen Medieneinfluss und vergleichen ihn mit Weimarer Beispielen in einem Tagebuch. Nächste Stunde teilen sie ausgewählte Einträge.

Analysieren Sie die Rolle von Radio und Film bei der Demokratisierung der Kultur.

ModerationstippDas Medientagebuch sollte wöchentliche Reflexionsfragen enthalten, die den Bogen zwischen Weimarer Republik und heutiger Mediennutzung spannen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Lernenden folgende Frage: 'Welche Parallelen und Unterschiede sehen Sie zwischen der Nutzung von Radio und Film in der Weimarer Republik zur politischen Beeinflussung und der heutigen Nutzung von Social Media?' Leiten Sie eine Diskussion, bei der die Schüler konkrete Beispiele nennen und ihre Argumente begründen.

ErinnernVerstehenAnalysierenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf Quellenarbeit als zentrales Element, weil sie die Schüler dazu zwingt, mediale Intentionen selbst zu decodieren. Vermeiden Sie reine Frontalvermittlung der Propagandaaspekte – stattdessen sollten Sie immer wieder den Blick auf die kulturellen Innovationen lenken, die diese Medien ebenfalls trugen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn die Lernenden mediale Strategien identifizieren, deren Ambivalenz diskutieren und historische Parallelen zur heutigen Mediennutzung ziehen können. Sie nutzen Quellen, um differenzierte Urteile zu fällen und präsentieren diese argumentativ.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation zu den Medien der Weimarer Republik hört man oft, dass Massenmedien in der Weimarer Republik nur der Propaganda dienten.

    Nutzen Sie die Stationenrotation, um gezielt nach Quellen zu suchen, die kulturelle Demokratisierung zeigen, z. B. Programmhefte von Kabaretts oder Aufklärungsfilmen, und lassen Sie die Schüler diese mit Propagandaquellen vergleichen.

  • In der Pairarbeit zur Quellenkonfrontation wird manchmal behauptet, die Boulevardpresse sei politisch unwichtig gewesen.

    Führen Sie die Quellenkonfrontation mit Artikeln aus Boulevardzeitungen durch und lassen Sie die Schüler selbst Überschriften und Inhalte analysieren, um die manipulative Wirkung zu erkennen.

  • Während der Whole Class Debatte über die Boulevardpresse wird oft angenommen, nur die NSDAP habe Medien für politische Ziele genutzt.

    Nutzen Sie die Debatte, um Quellen aller Parteien einzubinden und die Schüler in Kleingruppen unterschiedliche Positionen erarbeiten zu lassen, die sie dann vertreten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden