Politische Krisen und PutschversucheAktivitäten & Unterrichtsstrategien
Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil die Schüler die abstrakten ökonomischen und politischen Krisen durch konkrete Alltagssituationen und visuelle Quellen greifbar machen. Die Ereignisse von 1923 wirken auf Schüler oft wie ferne Geschichtsereignisse – durch kooperative Methoden wird der Bezug zur Lebenswelt der damaligen Menschen hergestellt.
Lernziele
- 1Analysieren Sie die spezifischen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ursachen des Kapp-Putsches von 1920.
- 2Erklären Sie die militärischen und politischen Taktiken, die von den Putschisten und den Verteidigern der Republik angewendet wurden.
- 3Vergleichen Sie die Ziele und Methoden des Kapp-Putsches mit denen des Hitlerputsches von 1923.
- 4Bewerten Sie die langfristigen Auswirkungen der gescheiterten Putschversuche auf die Stabilität und Legitimität der Weimarer Republik.
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Forschungskreis: Alltag in der Inflation
Schüler untersuchen Preise und Löhne von 1923 anhand von Quellen und berechnen, wie sich der Wert des Geldes innerhalb weniger Tage veränderte.
Vorbereitung & Details
Analysieren Sie die Ursachen und den Verlauf des Kapp-Putsches.
Moderationstipp: Stellen Sie bei der 'Collaborative Investigation' sicher, dass jede Gruppe konkrete Rollen (z.B. Arbeiter, Händler, Beamter) erhält, um die Perspektivenvielfalt zu betonen.
Setup: Gruppentische mit Zugang zu Quellenmaterialien
Materials: Quellensammlung, Arbeitsblatt zum Forschungszyklus, Leitfaden zur Fragestellung, Vorlage für die Ergebnispräsentation
Museumsgang: Plakate und Flugblätter von 1923
Analyse der Propaganda zum Ruhrkampf und zum Hitlerputsch, um die Radikalisierung der politischen Sprache zu verstehen.
Vorbereitung & Details
Erklären Sie, warum Hitlers erster Griff nach der Macht scheiterte.
Moderationstipp: Beim 'Gallery Walk' achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur die Plakate beschreiben, sondern gezielt nach sprachlichen Strategien und Zielgruppen fragen.
Setup: Wandflächen oder Tische entlang der Raumwände
Materials: Plakatpapier oder Posterwände, Marker, Haftnotizen für Feedback
Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Warum scheiterte der Hitlerputsch?
Diskussion der Ursachen für das Scheitern (fehlende Unterstützung durch Armee und Verwaltung) und der langfristigen Folgen für Hitlers Strategie.
Vorbereitung & Details
Beurteilen Sie die Bedrohung der jungen Republik durch rechte und linke Putschversuche.
Moderationstipp: Beim 'Think-Pair-Share' zu Hitlers Putsch fordern Sie die Schüler auf, Zitate aus dem Prozessprotokoll zu vergleichen – das macht Hitlers Strategiewechsel konkret sichtbar.
Setup: Standard-Klassenzimmer; die Lernenden wenden sich dem Sitznachbarn zu
Materials: Diskussionsimpuls (projiziert oder gedruckt), Optional: Notizblatt für die Partnerarbeit
Dieses Thema unterrichten
Erfahrene Lehrkräfte arbeiten hier mit multiperspektivischen Ansätzen, weil die Schüler sonst leicht in der Komplexität der Ereignisse verloren gehen. Vermeiden Sie eine rein chronologische Abhandlung – stattdessen sollten die Schüler die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft selbst erkennen. Nutzen Sie die emotionale Betroffenheit durch die Hyperinflation als Einstieg, um die politische Radikalisierung nachvollziehbar zu machen.
Was Sie erwartet
Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Zusammenhänge zwischen Hyperinflation, passivem Widerstand und politischen Umsturzversuchen schlüssig erklären können. Sie erkennen, warum 1923 als Scheitelpunkt der Weimarer Republik galt und können die unterschiedlichen Strategien der Putschisten einordnen.
Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.
- Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
- Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
- Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungWährend der Collaborative Investigation, watch for statements claiming that the Hyperinflation was solely caused by reparations.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Fordern Sie die Schüler auf, die Staatsausgaben 1923 aus dem Unterrichtsmaterial zu analysieren und die Finanzierung des Ruhrwiderstands zu markieren – so wird der Zusammenhang zwischen Widerstand und Geldvermehrung sichtbar.
Häufige FehlvorstellungWährend des Think-Pair-Share zu Hitlers Putsch, watch for the assumption that the failed coup ended the NSDAP.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Nutzen Sie den Think-Pair-Share-Ablauf: Lassen Sie die Schüler Hitlers Prozessrede aus Landsberg analysieren und Parallelen zu späteren Reden aufzeigen – so wird die Strategieänderung deutlich.
Ideen zur Lernstandserhebung
Nach der Collaborative Investigation erhalten die Schüler eine Karte mit der Frage: 'Welcher Faktor (Reparationen, Ruhrwiderstand, Geldpolitik) war für die Hyperinflation 1923 am wichtigsten? Begründen Sie Ihre Antwort in 3 Sätzen.' Sie geben die Karten anonym ab.
Während des Gallery Walks stellen Sie die Diskussionsfrage: 'Wie nutzen linke und rechte Gruppen die soziale Verzweiflung 1923 für ihre Propaganda? Vergleichen Sie die Plakate.' und lassen Sie die Schüler ihre Beobachtungen in Kleingruppen zusammentragen.
Nach dem Think-Pair-Share zum Hitlerputsch verteilen Sie einen kurzen Lückentext mit Aussagen zu Hitlers Prozess und Landsberger Haft. Die Schüler korrigieren falsche Aussagen direkt im Heft.
Erweiterungen & Unterstützung
- Fordern Sie Schüler auf, einen fiktiven Tagebucheintrag aus der Perspektive eines Arbeiters während der Ruhrbesetzung zu verfassen.
- Unterstützen Sie Schüler mit Lesehilfen bei den komplexen Plakattexten des Gallery Walks, z.B. durch Schlüsselwortlisten.
- Vertiefen Sie den Hitlerputsch: Lassen Sie Schüler die 'Legalitätstaktik' mit späteren NSDAP-Wahlerfolgen vergleichen.
Schlüsselvokabular
| Kapp-Putsch | Ein Militärputschversuch im März 1920 gegen die demokratisch gewählte Regierung der Weimarer Republik, angeführt von rechten Militärkreisen. |
| Hitlerputsch (Marsch auf die Feldherrnhalle) | Ein gescheiterter Versuch Adolf Hitlers und der NSDAP im November 1923, die Regierung in München zu stürzen und die Macht zu übernehmen. |
| Reichswehr | Die Streitkräfte der Weimarer Republik, deren Haltung und Loyalität bei den Putschversuchen eine entscheidende Rolle spielte. |
| Volksentscheid | Eine Form der direkten Demokratie, die in der Weimarer Republik zur Legitimation oder Ablehnung von Gesetzen und Regierungsentscheidungen genutzt wurde, wie z.B. beim Generalstreik gegen den Kapp-Putsch. |
Vorgeschlagene Methoden
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