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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Hyperinflation und Ruhrbesetzung 1923

Aktive Methoden wie Simulationen und Rollenspiele machen die komplexen Zusammenhänge von Hyperinflation und Ruhrbesetzung für Lernende greifbar. Durch eigenes Handeln verstehen Schülerinnen und Schüler, wie ökonomische und politische Entscheidungen sich gegenseitig verstärken und welche Folgen sie für die Gesellschaft hatten.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.1: Die Weimarer Republik (Krisenjahre 1919-1923)Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 6: Die Weimarer Republik (Krisenjahre der Republik)
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Escape Room45 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Krisen 1923

Richten Sie fünf Stationen ein: Ursachen Hyperinflation (Diagramme), Alltagsfolgen (Karikaturen), Ruhrbesetzung (Zeitungsartikel), Passive Resistance (Reden), Stabilisierung (Rentenmark). Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Beobachtungen und diskutieren in Plenum.

Erklären Sie die Ursachen der Hyperinflation und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung.

ModerationstippLassen Sie die Simulation zur Geldentwertung mit echten Alltagsgegenständen (Brot, Briefmarken, Spielgeld) beginnen, um die Dynamik der Preisentwicklung für Lernende erfahrbar zu machen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei Hauptursachen der Hyperinflation 1923 und beschreiben Sie eine direkte Folge für eine durchschnittliche Familie.' Sammeln Sie die Karten am Ende der Stunde ein.

ErinnernAnwendenAnalysierenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Reichstagsdebatte

Teilen Sie Rollen zu: Reichskanzler, Industrielle, Arbeiter, Franzosen. Gruppen bereiten Positionen zur Ruhrpolitik vor, debattieren 20 Minuten, votieren Lösungen. Abschließende Reflexion vergleicht mit historischen Entscheidungen.

Analysieren Sie die politischen und wirtschaftlichen Folgen der Ruhrbesetzung.

ModerationstippBegrenzen Sie die Redezeit im Rollenspiel zur Reichstagsdebatte auf 2-3 Minuten pro Redner, um eine konzentrierte Diskussion zu fördern und Überforderung zu vermeiden.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'War der passive Widerstand während der Ruhrbesetzung eine notwendige oder eine schädliche Reaktion der deutschen Regierung? Begründen Sie Ihre Antwort mit historischen Fakten.' Leiten Sie eine kurze Debatte im Plenum.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Planspiel35 Min. · Partnerarbeit

Planspiel: Geldentwertung

Verteilen Sie Spielgeld an Paare, simulieren Sie Preisanstiege wöchentlich durch 'Inflationskarten'. Paare handeln Güter, notieren Wertverlust. Diskussion verbindet mit realen Preiskurven 1923.

Beurteilen Sie, wie die Republik das Jahr der multiplen Krisen überlebte.

ModerationstippVerteilen Sie bei den Quellenstationen Arbeitsblätter mit klaren Leitfragen, damit die Schülerinnen und Schüler gezielt nach Ursachen und Folgen suchen und nicht im Material verlieren.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, in Kleingruppen drei Schlagworte zu notieren, die die wirtschaftliche Situation Deutschlands während der Hyperinflation und der Ruhrbesetzung am besten beschreiben. Vergleichen Sie die Ergebnisse im Plenum.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Zeitstrahl-Challenge40 Min. · Ganze Klasse

Zeitstrahl-Challenge: Multiple Krisen

Ganze Klasse erstellt interaktiven Zeitstrahl mit Post-its zu Ereignissen Januar bis November 1923. Gruppen ergänzen Ursachen/Folgen, präsentieren Verknüpfungen.

Erklären Sie die Ursachen der Hyperinflation und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei Hauptursachen der Hyperinflation 1923 und beschreiben Sie eine direkte Folge für eine durchschnittliche Familie.' Sammeln Sie die Karten am Ende der Stunde ein.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Dieses Thema erfordert einen multiperspektivischen Ansatz: Beginnen Sie mit den ökonomischen Grundlagen, um dann politische Entscheidungen und ihre sozialen Folgen zu beleuchten. Vermeiden Sie es, die Hyperinflation als isoliertes Ereignis zu behandeln, sondern zeigen Sie ihre Einbettung in die gesamte Krisenphase der Weimarer Republik. Forschungsbasiert wirkt sich besonders positiv aus, wenn Schülerinnen und Schüler selbst Daten analysieren und in Kontext setzen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Ursachen, Abläufe und Folgen der Krise 1923 differenziert analysieren und die Wechselwirkungen zwischen Geldpolitik, Reparationen und sozialem Wandel erklären können. Sie erkennen die Grenzen staatlichen Handelns und die humanitären Kosten solcher Krisen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Simulation Geldentwertung, watch for Schüler, die Geldmengenexpansion als alleinige Ursache sehen.

    Nutzen Sie die Spielgeld-Simulation, um gezielt nachzufragen, wie Reparationszahlungen, Streiks und staatliche Ausgaben die Geldmenge erhöhen und warum dies ohne Gegenmaßnahmen eskaliert.

  • Während der Quellenstationen Krisen 1923, watch for Schüler, die die Ruhrbesetzung als alleinigen Auslöser der Hyperinflation identifizieren.

    Lassen Sie die Schüler die Chronologie der Quellen vergleichen und markieren, wo die Inflation bereits vor der Besetzung begann, um Kausalzusammenhänge zu klären.

  • Während des Rollenspiels Reichstagsdebatte, watch for Schüler, die den passiven Widerstand als sofort wirksame Lösung darstellen.

    Fragen Sie im Debriefing gezielt nach den ökonomischen Kosten des Widerstands und lassen Sie die Schüler in der Diskussion abwägen, ob Alternativen denkbar gewesen wären.


In dieser Übersicht verwendete Methoden