Politische Krisen und Putschversuche
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die frühen politischen Krisen der Republik, wie den Kapp-Putsch und den Hitlerputsch.
Über dieses Thema
Das Jahr 1923 gilt als das 'Krisenjahr' der Weimarer Republik, in dem der junge Staat fast an multiplen Herausforderungen zerbrach. Schüler untersuchen die Hyperinflation, die durch den passiven Widerstand gegen die Ruhrbesetzung befeuert wurde, und die daraus resultierende soziale Verzweiflung. Das Thema beleuchtet auch die politischen Angriffe von rechts (Hitlerputsch) und links (kommunistische Aufstände), die die Existenz der Demokratie bedrohten.
Im Sinne der KMK-Standards zur Sach- und Urteilskompetenz bewerten die Lernenden, wie die Republik diese Krisen überstehen konnte. Die psychologischen Folgen des totalen Geldwertverlustes für das Bürgertum sind ein zentraler Aspekt. Durch die Analyse von Zeitzeugenberichten und Inflationsgeld begreifen Schüler die existenzielle Angst jener Zeit. Aktive Methoden wie die Untersuchung von Fallbeispielen zur Inflation helfen dabei, die abstrakten ökonomischen Prozesse in menschliche Schicksale zu übersetzen.
Leitfragen
- Analysieren Sie die Ursachen und den Verlauf des Kapp-Putsches.
- Erklären Sie, warum Hitlers erster Griff nach der Macht scheiterte.
- Beurteilen Sie die Bedrohung der jungen Republik durch rechte und linke Putschversuche.
Lernziele
- Analysieren Sie die spezifischen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ursachen des Kapp-Putsches von 1920.
- Erklären Sie die militärischen und politischen Taktiken, die von den Putschisten und den Verteidigern der Republik angewendet wurden.
- Vergleichen Sie die Ziele und Methoden des Kapp-Putsches mit denen des Hitlerputsches von 1923.
- Bewerten Sie die langfristigen Auswirkungen der gescheiterten Putschversuche auf die Stabilität und Legitimität der Weimarer Republik.
Bevor es losgeht
Warum: Grundkenntnisse über die Entstehung und die anfänglichen Herausforderungen der Republik sind notwendig, um die Krisen und Putschversuche einordnen zu können.
Warum: Ein Verständnis der konservativen, nationalistischen und extremistischen Kräfte vor 1918 hilft, die Ideologien hinter den Putschversuchen der Weimarer Zeit zu verstehen.
Schlüsselvokabular
| Kapp-Putsch | Ein Militärputschversuch im März 1920 gegen die demokratisch gewählte Regierung der Weimarer Republik, angeführt von rechten Militärkreisen. |
| Hitlerputsch (Marsch auf die Feldherrnhalle) | Ein gescheiterter Versuch Adolf Hitlers und der NSDAP im November 1923, die Regierung in München zu stürzen und die Macht zu übernehmen. |
| Reichswehr | Die Streitkräfte der Weimarer Republik, deren Haltung und Loyalität bei den Putschversuchen eine entscheidende Rolle spielte. |
| Volksentscheid | Eine Form der direkten Demokratie, die in der Weimarer Republik zur Legitimation oder Ablehnung von Gesetzen und Regierungsentscheidungen genutzt wurde, wie z.B. beim Generalstreik gegen den Kapp-Putsch. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungDie Hyperinflation wurde allein durch die Reparationen verursacht.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Die Reparationen waren ein Faktor, aber die Hauptursache war die massive Geldvermehrung zur Finanzierung des passiven Widerstands an der Ruhr. Eine Analyse der Staatsausgaben von 1923 zeigt diesen Zusammenhang auf.
Häufige FehlvorstellungNach dem Hitlerputsch war die NSDAP erledigt.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Obwohl der Putsch scheiterte, nutzte Hitler den Prozess als Propagandabühne und änderte seine Strategie hin zur 'Legalitätstaktik'. Die Untersuchung von Hitlers Haftzeit in Landsberg verdeutlicht diese Neuausrichtung.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenForschungskreis: Alltag in der Inflation
Schüler untersuchen Preise und Löhne von 1923 anhand von Quellen und berechnen, wie sich der Wert des Geldes innerhalb weniger Tage veränderte.
Museumsgang: Plakate und Flugblätter von 1923
Analyse der Propaganda zum Ruhrkampf und zum Hitlerputsch, um die Radikalisierung der politischen Sprache zu verstehen.
Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Warum scheiterte der Hitlerputsch?
Diskussion der Ursachen für das Scheitern (fehlende Unterstützung durch Armee und Verwaltung) und der langfristigen Folgen für Hitlers Strategie.
Bezüge zur Lebenswelt
- Historiker, die die Archive des Bundesarchivs in Berlin durchsuchen, analysieren Originaldokumente und Fotos, um die genauen Abläufe und die Beteiligten von politischen Umsturzversuchen wie dem Kapp-Putsch zu rekonstruieren.
- Politikwissenschaftler untersuchen heute Putschversuche in verschiedenen Ländern, um Muster der Destabilisierung zu erkennen und präventive Maßnahmen für junge Demokratien zu entwickeln, basierend auf den Lehren aus der Weimarer Republik.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Welcher Putschversuch (Kapp oder Hitler) stellte Ihrer Meinung nach die größere unmittelbare Bedrohung für die Weimarer Republik dar und warum?' Sie sollen eine kurze, begründete Antwort schreiben.
Lehrerfragen zur Diskussion: 'Wie trugen die Reaktionen der Reichswehr und der Bevölkerung zu den unterschiedlichen Ausgängen der beiden Putschversuche bei?' oder 'Welche Parallelen und Unterschiede gibt es zwischen den Ideologien der Putschisten von 1920 und 1923?'
Erstellen Sie eine kurze Liste von Aussagen über den Kapp-Putsch und den Hitlerputsch. Die Schüler markieren jede Aussage als 'wahr' oder 'falsch' und korrigieren falsche Aussagen kurz. Beispiele: 'Der Kapp-Putsch wurde erfolgreich beendet.' oder 'Hitler wurde nach seinem Putschversuch sofort zu einer langen Haftstrafe verurteilt.'
Häufig gestellte Fragen
Was löste die Ruhrbesetzung 1923 aus?
Wie kam es zur Hyperinflation?
Warum scheiterte der Hitler-Ludendorff-Putsch?
Wie hilft aktives Lernen, das Thema Inflation zu vermitteln?
Planungsvorlagen für Geschichte
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Eine Vorlage für Gesellschaftswissenschaften, die auf Quellenanalyse und historischem Denken basiert. Sie umfasst dokumentenbasierte Aufgaben, Diskussionen und den Wechsel der Perspektiven.
EinheitenplanerGesellschaftswissenschaftliche Einheit
Planen Sie eine Einheit für Gesellschaftswissenschaften, die auf Quellenstudium, historischem Denken und politischer Urteilsbildung beruht. Lernende analysieren Belege und entwickeln begründete Positionen zu historischen und aktuellen Fragen.
BewertungsrasterGeWi Bewertungsraster
Erstellen Sie ein Raster für quellenbasierte Aufgaben, historische Argumentationen, Referate oder Diskussionen, das historisches Denken, Quellenarbeit und Multiperspektivität bewertet.
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