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Geschichte · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Die 68er-Revolte

Aktives Lernen eignet sich hier besonders, weil die Thematik der 68er-Bewegung und der Gastarbeiterschaft komplexe Zusammenhänge von Migration, sozialen Ungleichheiten und politischen Veränderungen verbindet. Durch handlungsorientierte Methoden verstehen Schülerinnen und Schüler die emotionalen und strukturellen Dimensionen dieser historischen Prozesse besser als durch reine Wissensvermittlung.

KMK BildungsstandardsOrientierungskompetenzSachkompetenz
20–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Koffer voller Geschichten

An Stationen untersuchen Schüler Gegenstände und Dokumente fiktiver Gastarbeiter (z.B. Arbeitsvertrag, Fotos, Briefe in die Heimat). Sie rekonstruieren die Lebenswege und die Herausforderungen der ersten Generation in der Fremde.

Was waren die Hauptkritikpunkte der Jugend an der Elterngeneration?

ModerationstippLassen Sie während des Stationenlernens 'Koffer voller Geschichten' bewusst Gegenstände oder Dokumente auswählen, die unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karteikarte mit einer der drei Leitfragen. Sie sollen darauf stichpunktartig die wichtigsten Argumente für ihre Antwort formulieren und ein Beispiel nennen, das ihre These stützt.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): 'Gastarbeiter' – Ein Begriff im Wandel

Lernende reflektieren über die Bedeutung des Begriffs 'Gastarbeiter' und warum er heute als problematisch gilt. In Paaren diskutieren sie alternative Begriffe und deren Auswirkungen auf das Selbstverständnis einer Gesellschaft.

Inwieweit hat die 68er-Bewegung die Demokratisierung der Gesellschaft vorangebracht?

ModerationstippBereiten Sie beim Think-Pair-Share-Material vor, das klare Begriffsdefinitionen enthält, um Missverständnisse beim 'Begriff im Wandel' von vornherein zu begrenzen.

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Student im Jahr 1968. Welche drei Hauptkritikpunkte würden Sie an der Gesellschaft und der Politik Ihrer Zeit formulieren und warum?' Die Schüler diskutieren in Kleingruppen und präsentieren ihre Top 3 Kritikpunkte.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Sokratisches Seminar30 Min. · Kleingruppen

Analyse von Quellen: Werbefilme vs. Realität

Schüler vergleichen offizielle Werbefilme der Bundesregierung zur Anwerbung mit Berichten über die Unterbringung in Baracken. Sie arbeiten die Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und sozialer Wirklichkeit heraus.

Welche Verbindung besteht zwischen dem Protest und dem Aufkommen des Linksterrorismus (RAF)?

ModerationstippNutzen Sie die Analyse der Werbefilme vs. Realität, um den Fokus auf die Diskrepanz zwischen politischer Rhetorik und gelebter Erfahrung zu lenken.

Worauf zu achten istAnhand von kurzen Textauszügen (z.B. Flugblätter, Zeitungsartikel aus der Zeit) sollen die Schüler die zentralen Forderungen der 68er identifizieren und einer der Leitfragen zuordnen. Dies kann als Partnerarbeit erfolgen.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass ein multiperspektivischer Ansatz unerlässlich ist, um die Vielfalt der Erfahrungen von Gastarbeitern und die gesellschaftlichen Debatten der 68er-Zeit zu erfassen. Vermeiden Sie eine vereinfachende Darstellung als 'nur' Migrationsgeschichte – vielmehr geht es um die Wechselwirkungen von Wirtschaft, Politik und Alltagskultur. Setzen Sie auf Emotionen und Identifikation, um historische Distanz zu überwinden, ohne die analytische Distanz zu verlieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Motive der Anwerbeabkommen erklären können, die Lebensumstände der Gastarbeiter analysieren und die langfristigen Folgen für die deutsche Gesellschaft erkennen. Sie sollen zudem die Ambivalenz des Begriffs 'Gastarbeiter' verstehen und kritisch diskutieren können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • During 'Think-Pair-Share: Gastarbeiter – Ein Begriff im Wandel' wird oft angenommen, dass alle Gastarbeiter freiwillig und mit klarer Bleibeabsicht kamen.

    Nutzen Sie die vorbereiteten Statistiken zu Rückkehrquoten und Familiennachzug aus den 1960er/70er Jahren, um gemeinsam mit den Schülern zu analysieren, warum das Rotationsprinzip scheiterte und viele blieben.

  • Während der Analyse von Werbefilmen vs. Realität entsteht der Eindruck, Integration sei von Anfang an staatlich gewollt und gefördert worden.

    Konfrontieren Sie die Schüler mit Gesetzestexten der Zeit, z.B. dem Anwerbestopp 1973 oder dem Fehlen von Integrationsangeboten, um den Widerspruch zwischen politischer Planung und gelebter Praxis sichtbar zu machen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden