Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen)

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen)

Einzelreflexion, Partneraustausch und anschließendes Plenum

1020 min840 Schüler:innenStandard-Klassenzimmer; die Lernenden wenden sich dem Sitznachbarn zu

Auf einen Blick

Dauer

1020 min

Gruppengröße

840 Schüler:innen

Raumgestaltung

Standard-Klassenzimmer; die Lernenden wenden sich dem Sitznachbarn zu

Materialien

  • Diskussionsimpuls (projiziert oder gedruckt)
  • Optional: Notizblatt für die Partnerarbeit

Bloom’sche Taxonomie

VerstehenAnwendenAnalysieren

Kompetenzen für Soziales und Emotionales Lernen

SelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit

Was ist Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen)?

Think-Pair-Share (TPS) ist eine kooperative Lernform, die das Engagement und das Verständnis der Lernenden verbessert, indem sie strukturierte Verarbeitungszeit vor der Präsentation im Plenum bietet. Durch die Abfolge von individueller Reflexion und anschließendem Peer-Dialog senkt TPS die Hemmschwelle und steigert die Qualität des Unterrichtsgesprächs im Vergleich zum klassischen Aufrufen ohne Vorbereitungszeit. Die Methode nutzt den Effekt der „Wartezeit“, wodurch Schüler Informationen besser abrufen und ihre Antworten in einem geschützten Rahmen erproben können. Dieses Scaffolding ist besonders effektiv für introvertierte Lernende oder solche mit Sprachförderbedarf, die sich sonst eher aus Klassengesprächen zurückziehen würden. Über die reine Beteiligung hinaus fördert TPS die soziale Konstruktion von Wissen, da Partner Bedeutungen aushandeln müssen, um eine gemeinsame Antwort zu formulieren. Als vielseitiges Werkzeug zur formativen Leistungsmessung ermöglicht es Lehrkräften zudem, bereits in der Partnerphase Fehlvorstellungen direkt zu identifizieren. Letztlich wandelt TPS den Unterricht von einer lehrerzentrierten Instruktion in eine aktive Lernumgebung um, in der alle Lernenden gleichzeitig kognitiv aktiviert werden.

Ideal für

Schnelle formative LernstandskontrollenVerarbeitung neuer InformationenStärkung des Selbstvertrauens vor Diskussionen im PlenumFörderung der Beteiligung aller Schülerinnen und Schüler

Anwendungszeitpunkt

Altersstufen

Kl. 1–2Kl. 3–5Kl. 6–8Kl. 9–12

Eignung nach Fach

MathematikDeutschNaturwissenschaftenGeschichte/SozialkundeSoziales und Emotionales LernenKunst

Durchführung von Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen)

1

Stellen Sie eine komplexe Impulsfrage

Formulieren Sie eine offene Frage, die Analyse oder Evaluation erfordert, statt lediglich Faktenwissen abzufragen.

2

Gewährleisten Sie eine stille Denkphase

Geben Sie den Lernenden 60 bis 90 Sekunden absolute Stille (Think), um die Frage zu verarbeiten und erste Gedanken oder Skizzen zu notieren.

3

Teilen Sie Paare ein oder bestätigen Sie diese

Lassen Sie die Lernenden sich ihrem Sitznachbarn zuwenden, um sicherzustellen, dass jeder einen festen Austauschpartner hat.

4

Begleiten Sie den Paaraustausch

Weisen Sie die Paare an, ihre Ideen zu vergleichen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu finden (Pair), während Sie die Gesprächsqualität im Raum beobachten.

5

Beobachten und Notieren

Achten Sie während der Partnerphase auf aufschlussreiche Beiträge oder typische Fehler, um gezielt auszuwählen, welche Schüler ihre Ergebnisse später im Plenum präsentieren sollen.

6

Führen Sie den Austausch im Plenum durch

Laden Sie die Paare ein, ihre zusammengeführten Gedanken mit der Klasse zu teilen (Share). Nutzen Sie Techniken wie das Berichten über die Aussage des Partners, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Forschungsergebnisse

Lyman, F. T.

1981 · Mainstreaming Digest, University of Maryland, 109-113

Führte das TPS-Modell ein und zeigte auf, dass strukturierte Denkzeit die Anzahl der Schüler, die bereitwillig an Klassengesprächen teilnehmen, signifikant erhöht.

Kothiyal, A., Majumdar, R., Murthy, S., Iyer, S.

2013 · Proceedings of the Ninth Annual International ACM Conference on International Computing Education Research, 37-44

Quantitative Analysen belegten, dass TPS das Engagement und die Lernergebnisse in komplexen technischen Fachbereichen im Vergleich zu traditionellen Vorlesungsformaten deutlich verbessert.

Prahl, K.

2017 · Journal of College Science Teaching, 46(5), 34-39

Untersuchungen deuten darauf hin, dass die „Think“-Phase die kritischste Komponente ist; ohne sie führt die „Pair“-Phase oft dazu, dass ein Schüler das Gespräch dominiert.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Think-Pair-Share und wie funktioniert es?
Think-Pair-Share ist eine dreistufige Strategie des kooperativen Lernens: Zuerst denken die Lernenden einzeln nach, diskutieren dann ihre Ideen mit einem Partner und teilen ihre Ergebnisse schließlich mit der Klasse. Die Methode bietet essenzielle Verarbeitungszeit, was die Tiefe und Häufigkeit der Schülerbeteiligung steigert.
Welche Vorteile bietet Think-Pair-Share für die Lernenden?
Zu den Hauptvorteilen gehören ein gesteigertes Selbstvertrauen, eine bessere Behaltensleistung des Stoffes und die Entwicklung kollaborativer Kommunikationsfähigkeiten. Schüler können ihre Ideen in einem sicheren Kleingruppenrahmen testen, bevor sie diese vor der gesamten Klasse präsentieren.
Wie setze ich Think-Pair-Share effektiv im Unterricht ein?
Stellen Sie sicher, dass Sie offene Fragen formulieren und die individuelle Denkzeit konsequent einhalten. Gehen Sie während der Partnerphase im Raum umher, um Fehlvorstellungen zu identifizieren und gezielt Paare für die Präsentationsphase auszuwählen.
Wie lange sollte jede Phase von Think-Pair-Share dauern?
Die Zeit variiert je nach Komplexität, aber im Allgemeinen sind 1–2 Minuten zum Nachdenken, 2–3 Minuten für den Austausch und 5 Minuten für das Plenum effektiv. Ein zügiges Tempo verhindert Ablenkungen und hält das Energieniveau hoch.
Wie unterstützt Think-Pair-Share Lernende mit Deutsch als Zweitsprache?
Die Methode bietet diesen Schülern eine angstfreie Möglichkeit, mündliche Formulierungen mit nur einem Partner zu üben, bevor sie vor der Klasse sprechen. Diese Probezeit hilft ihnen, die Lücke zwischen innerem Gedanken und äußerer Artikulation in der Zweitsprache zu schließen.

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