Politische Parteien: Vielfalt der Meinungen
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Funktionen von Parteien und ihre Programme im politischen Spektrum.
Über dieses Thema
Wahlen sind das Herzstück jeder Demokratie und das wichtigste Instrument der Bürgerbeteiligung. In der 7. Klasse liegt der Fokus auf den Wahlgrundsätzen (allgemein, unmittelbar, frei, gleich, geheim) und dem deutschen Wahlsystem der personalisierten Verhältniswahl. Die Schüler sollen verstehen, wie ihre Stimme in Mandate umgewandelt wird und warum eine hohe Wahlbeteiligung für die Stabilität des Staates entscheidend ist.
Das Thema bietet zudem Raum für aktuelle Debatten, wie die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Gemäß den KMK-Standards zur Urteilskompetenz wägen die Jugendlichen Argumente für und gegen diese Reform ab. Durch die Simulation einer Wahl – von der Wählerliste bis zur Auszählung – werden die technischen Abläufe und die Bedeutung der Geheimhaltung unmittelbar erfahrbar. Dies baut Hürden ab und bereitet die Schüler auf ihre künftige Rolle als aktive Staatsbürger vor.
Leitfragen
- Begründen Sie, warum Parteien für eine funktionierende Demokratie notwendig sind.
- Vergleichen Sie die Grundwerte und Ziele der großen Volksparteien in Deutschland.
- Beurteilen Sie, ob Parteien verboten werden sollten, wenn sie die Demokratie ablehnen.
Lernziele
- Erklären Sie die Kernfunktionen politischer Parteien in einem parlamentarischen System.
- Vergleichen Sie die programmatischen Schwerpunkte und Grundwerte von mindestens zwei großen deutschen Parteien.
- Analysieren Sie die Auswirkungen von Parteiverboten auf die Stabilität einer Demokratie anhand von Beispielen.
- Bewerten Sie die Rolle von Parteien bei der Meinungsbildung und politischen Willensbildung im Spektrum von links bis rechts.
Bevor es losgeht
Warum: Die Schüler müssen die Kernprinzipien einer Demokratie wie Gewaltenteilung und Volkssouveränität kennen, um die Rolle von Parteien darin zu verstehen.
Warum: Ein grundlegendes Verständnis der deutschen Staatsstruktur, einschließlich des Bundestages und der Regierung, ist notwendig, um die Funktionen von Parteien im politischen System zu begreifen.
Schlüsselvokabular
| Programmpartei | Eine politische Partei, deren Hauptziel es ist, ein umfassendes politisches Programm zu entwickeln und umzusetzen, das die Interessen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen widerspiegelt. |
| Volkspartei | Eine Partei, die versucht, eine breite Wählerschicht anzusprechen und in vielen gesellschaftlichen Bereichen präsent zu sein, anstatt sich auf eine einzelne Interessengruppe zu konzentrieren. |
| Programmatik | Die Gesamtheit der politischen Ziele, Forderungen und Lösungsansätze einer Partei, die in ihrem Wahlprogramm dargelegt werden. |
| Parteiverbot | Ein rechtliches Instrument, das es dem Staat erlaubt, eine politische Partei aufzulösen, wenn diese nachweislich die freiheitliche demokratische Grundordnung bekämpft. |
| politisches Spektrum | Die Einteilung politischer Positionen und Parteien in eine lineare Ordnung, typischerweise von links nach rechts, basierend auf ihren Ideologien und Zielen. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungDie Erststimme ist wichtiger als die Zweitstimme.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Viele Schüler denken, die erste Stimme zählt mehr. Durch die Analyse von Wahlergebnissen lernen sie, dass die Zweitstimme über das Kräfteverhältnis der Parteien im Bundestag entscheidet und somit die wichtigere Stimme für die Regierungsbildung ist.
Häufige FehlvorstellungNichtwählen ist ein Protest, der die Regierung schwächt.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Es muss verdeutlicht werden, dass Nichtwähler die Stimmen der extremen Ränder indirekt stärken, da sich deren Anteil an den abgegebenen Stimmen erhöht. Aktive Rechenbeispiele zur Sitzverteilung machen diesen Effekt deutlich.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenPlanspiel: Die Juniorwahl
Die Klasse führt eine realitätsgetreue Wahl durch. Es gibt Wahlkabinen, Stimmzettel mit Erst- und Zweitstimme und einen Wahlvorstand. Nach der Auszählung wird analysiert, wie sich Überhang- und Ausgleichsmandate (vereinfacht) auswirken könnten.
Debatte: Wählen mit 16?
Schüler sammeln in Gruppen Argumente für und gegen die Senkung des Wahlalters. In einer formalen Debatte treten Vertreter beider Seiten gegeneinander an, während der Rest der Klasse als Jury die Überzeugungskraft bewertet.
Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Die Wahlgrundsätze
Jeder Schüler erhält einen der fünf Wahlgrundsätze und überlegt sich ein Beispiel, was passieren würde, wenn dieser verletzt würde (z.B. nicht geheim). Partner tauschen sich aus und präsentieren ihre 'Horrorszenarien' der Klasse.
Bezüge zur Lebenswelt
- Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) veröffentlicht regelmäßig Analysen und Vergleiche der Parteiprogramme zur Information der Bürgerinnen und Bürger. Dies hilft Wählern, informierte Entscheidungen zu treffen.
- Journalisten bei großen Nachrichtenredaktionen wie der Tagesschau oder dem Spiegel analysieren und kommentieren die Programmatik von Parteien vor Wahlen. Sie erklären den Wählern die Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
- Kommunalpolitiker in Stadt- und Gemeinderäten arbeiten oft in Fraktionen, die den überregionalen Parteien angegliedert sind. Sie setzen dort die Ziele ihrer Partei auf lokaler Ebene um.
Ideen zur Lernstandserhebung
Stellen Sie die Frage: 'Warum sind Parteien für eine funktionierende Demokratie notwendig?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen Argumente sammeln und dann im Plenum die wichtigsten Funktionen von Parteien diskutieren und festhalten.
Geben Sie den Schülern eine Tabelle mit den Namen der großen deutschen Parteien und leeren Feldern für 'Grundwerte' und 'Ziele'. Bitten Sie sie, diese Felder basierend auf den Unterrichtsinhalten oder kurzen Rechercheaufträgen auszufüllen und dann die Unterschiede zu benennen.
Lassen Sie die Schüler auf einem Zettel eine kurze Antwort auf die Frage geben: 'Sollten Parteien, die die Demokratie ablehnen, verboten werden? Begründen Sie Ihre Meinung mit einem Argument.' Sammeln Sie die Antworten zur Überprüfung des Verständnisses der Urteilskompetenz.
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