Der Weg der Gesetzgebung: Von der Idee zum Gesetz
Die Schülerinnen und Schüler simulieren den Prozess von der Gesetzesinitiative bis zur Verkündung eines Gesetzes.
Über dieses Thema
Parteien sind die Bindeglieder zwischen Staat und Gesellschaft. In der 7. Klasse ist es wichtig, die Vielfalt des politischen Spektrums in Deutschland zu verstehen, ohne die Schüler parteipolitisch zu beeinflussen. Gemäß der KMK-Analysekompetenz untersuchen die Jugendlichen, wie Parteien Interessen bündeln, Programme entwickeln und Personal für politische Ämter bereitstellen.
Das Thema behandelt die Grundwerte der verschiedenen Parteien – von konservativ über liberal bis hin zu sozial und ökologisch. Die Schüler lernen, Parteiprogramme kritisch zu lesen und zu vergleichen. Ein sensibler Punkt ist der Umgang mit Parteien, die die demokratische Grundordnung ablehnen. Hier wird die 'wehrhafte Demokratie' thematisiert. Durch Methoden wie den 'Wahl-O-Mat' für Jugendliche oder Parteien-Steckbriefe wird die oft als trocken empfundene Programmatik lebendig und auf die Lebenswelt der Schüler bezogen.
Leitfragen
- Analysieren Sie, wer den größten Einfluss darauf hat, welche Gesetze im Bundestag diskutiert werden.
- Erklären Sie, warum es oft lange dauert, bis ein Gesetz verabschiedet wird.
- Beurteilen Sie, wie die Interessen von Minderheiten im Gesetzgebungsprozess berücksichtigt werden.
Lernziele
- Analysieren Sie die verschiedenen Phasen des Gesetzgebungsprozesses im Deutschen Bundestag.
- Erklären Sie die Rolle von Bundesrat und Bundesregierung im Gesetzgebungsverfahren.
- Bewerten Sie, wie die Interessen von Lobbygruppen und Zivilgesellschaft den Gesetzgebungsprozess beeinflussen können.
- Entwerfen Sie einen vereinfachten Ablauf für die Verabschiedung eines fiktiven Gesetzes, das die Lebenswelt der Schüler betrifft.
Bevor es losgeht
Warum: Grundkenntnisse über den Bundestag als zentrales Gesetzgebungsorgan sind notwendig, um den Prozess nachvollziehen zu können.
Warum: Das Verständnis der Funktionen der Bundesregierung und der Bundesländer ist wichtig, da sie wesentliche Akteure im Gesetzgebungsprozess sind.
Schlüsselvokabular
| Gesetzesinitiative | Der Vorschlag zur Schaffung eines neuen Gesetzes oder zur Änderung eines bestehenden Gesetzes. Dies kann von der Bundesregierung, aus der Mitte des Bundestages oder vom Bundesrat ausgehen. |
| Erste Lesung | Die erste Debatte im Bundestag über einen Gesetzesentwurf. Hier wird der Entwurf grundsätzlich diskutiert und meist an Fachausschüsse überwiesen. |
| Fachausschüsse | Gremien im Bundestag, die sich mit spezifischen Themengebieten (z.B. Gesundheit, Bildung) befassen. Sie prüfen Gesetzesentwürfe detailliert und erarbeiten Empfehlungen. |
| Zweite und Dritte Lesung | Die weiteren Lesungen im Bundestag, in denen der Gesetzesentwurf nach der Ausschussberatung detailliert beraten und abgestimmt wird. Die dritte Lesung endet mit der Schlussabstimmung. |
| Bundesrat | Die Vertretung der Bundesländer. Viele Gesetze müssen vom Bundesrat gebilligt werden, bevor sie in Kraft treten können. |
| Ausfertigung und Verkündung | Nach der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat wird das Gesetz vom Bundespräsidenten ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt verkündet, wodurch es rechtskräftig wird. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungAlle Politiker in einer Partei müssen immer genau das Gleiche denken.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Schüler halten Parteien oft für monolithische Blöcke. Durch die Recherche zu innerparteilichen Flügeln oder Abstimmungen ohne Fraktionszwang lernen sie, dass auch innerhalb von Parteien um den richtigen Weg gerungen wird.
Häufige FehlvorstellungParteien sind nur vor Wahlen wichtig.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Es muss verdeutlicht werden, dass Parteien dauerhaft an der politischen Willensbildung mitwirken, Mitglieder werben und politische Bildung betreiben. Aktive Beispiele aus der Kommunalpolitik helfen, diese kontinuierliche Arbeit zu zeigen.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenLernen an Stationen: Das Parteien-Spektrum
An verschiedenen Stationen hängen Kurzzusammenfassungen der Programme der im Bundestag vertretenen Parteien zu einem Thema (z.B. Klimaschutz). Schüler ordnen diese auf einer Links-Rechts-Achse ein und begründen ihre Entscheidung.
Rollenspiel: Die Talkshow
Schüler schlüpfen in die Rollen von Vertretern verschiedener Parteien und diskutieren über ein aktuelles Jugendthema (z.B. kostenlose ÖPNV-Tickets). Sie müssen dabei die spezifischen Grundwerte ihrer Partei vertreten.
Forschungskreis: Parteiverbot - Ja oder Nein?
Schüler recherchieren die Hürden für ein Parteiverbot in Deutschland. Sie diskutieren in Kleingruppen, warum es so schwierig ist, eine Partei zu verbieten, und welche Rolle das Bundesverfassungsgericht dabei spielt.
Bezüge zur Lebenswelt
- Die Schüler können sich vorstellen, wie ein Gesetz zur Verbesserung des Schulessens durch den Prozess der Gesetzgebung gehen würde. Sie könnten die Rolle von Schülersprechern, Elternvertretern und lokalen Politikern in den verschiedenen Phasen diskutieren.
- Die Arbeit von Abgeordneten im Deutschen Bundestag und von Vertretern der Landesregierungen im Bundesrat kann als konkretes Beispiel für die Beteiligten im Gesetzgebungsprozess dienen. Die Schüler könnten recherchieren, welche Abgeordneten aus ihrer Region an welchen Ausschüssen beteiligt sind.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schüler erhalten eine Karte mit einer der Phasen des Gesetzgebungsprozesses (z.B. 'Erste Lesung'). Sie sollen in einem Satz erklären, was in dieser Phase geschieht und wer daran beteiligt ist. Anschließend notieren sie eine Frage, die sie zu dieser Phase noch haben.
Der Lehrer präsentiert einen vereinfachten Flussdiagramm-Entwurf des Gesetzgebungsprozesses mit Lücken. Die Schüler füllen die Lücken mit den korrekten Phasen und Akteuren aus. Der Lehrer überprüft die Antworten stichprobenartig.
Stellen Sie die Frage: 'Warum dauert es oft so lange, bis ein Gesetz verabschiedet wird?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend ihre wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen. Der Lehrer fasst die Kernpunkte zusammen.
Häufig gestellte Fragen
Warum gibt es in Deutschland so viele verschiedene Parteien?
Was ist der Unterschied zwischen einer Volkspartei und einer Splitterpartei?
Wie finanzieren sich politische Parteien?
Wie kann man Parteiprogramme schülergerecht aufbereiten?
Planungsvorlagen für Politik
GeWi
Eine Vorlage für Gesellschaftswissenschaften, die auf Quellenanalyse und historischem Denken basiert. Sie umfasst dokumentenbasierte Aufgaben, Diskussionen und den Wechsel der Perspektiven.
EinheitenplanerGesellschaftswissenschaftliche Einheit
Planen Sie eine Einheit für Gesellschaftswissenschaften, die auf Quellenstudium, historischem Denken und politischer Urteilsbildung beruht. Lernende analysieren Belege und entwickeln begründete Positionen zu historischen und aktuellen Fragen.
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Erstellen Sie ein Raster für quellenbasierte Aufgaben, historische Argumentationen, Referate oder Diskussionen, das historisches Denken, Quellenarbeit und Multiperspektivität bewertet.
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