Skip to content
Politik · Klasse 7

Ideen für aktives Lernen

Der Jugendliche als Konsument: Werbung und Einfluss

Aktive Lernformen machen die abstrakten Mechanismen von Werbung und Konsum für Jugendliche greifbar. Durch Handeln und Reflektieren erkennen sie, wie leicht sie selbst Ziel von Marketingstrategien werden können. Gerade in diesem Alter, in dem erste finanzielle Entscheidungen getroffen werden, ist diese Selbsterfahrung besonders wirksam.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - AnalysekompetenzKMK: Sekundarstufe I - Politische Urteilskompetenz
35–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis45 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Influencer-Check

Schüler analysieren Social-Media-Profile bekannter Influencer. Sie suchen nach versteckter Werbung und untersuchen, mit welchen psychologischen Tricks (z.B. künstliche Verknappung, Nahbarkeit) Produkte an Jugendliche vermarktet werden.

Analysieren Sie, wie frei unsere Konsumentscheidungen wirklich sind.

ModerationstippStellen Sie während des Influencer-Checks gezielt Fragen zu Zielgruppen und Algorithmen, um die Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken anzuregen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Beispielanzeige (Print oder Online). Sie sollen auf einem Zettel notieren: 1. Welche psychologische Technik wird verwendet? 2. Welches Bedürfnis soll angesprochen werden? 3. Wie könnte ein alternatives, bedürfnisorientiertes Verhalten aussehen?

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Planspiel40 Min. · Kleingruppen

Planspiel: Das Monatsbudget

In Kleingruppen erhalten die Schüler ein fiktives Budget und eine Liste mit Wünschen und Fixkosten (Handyvertrag, Streaming, Kleidung). Sie müssen Prioritäten setzen und entscheiden, worauf sie verzichten, wenn das Geld nicht reicht.

Erklären Sie die psychologischen Tricks der Werbung und wie man sich davor schützen kann.

ModerationstippBeim Monatsbudget sollte die Lehrkraft bewusst unrealistische Ausgabenposten einbauen, um den Umgang mit unvorhergesehenen Kosten zu trainieren.

Worauf zu achten istLehrkraft leitet eine Diskussion mit der Frage: 'Stellt euch vor, eure Freunde wollen alle das neueste Smartphone kaufen, obwohl ihr es euch nicht leisten könnt oder es nicht wirklich braucht. Wie entscheidet ihr euch und warum? Welche Argumente könnt ihr für eure Entscheidung anführen?'

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Museumsgang35 Min. · Ganze Klasse

Museumsgang: Werbe-Mythen

Die Klasse erstellt Plakate zu verschiedenen Werbestrategien (Testimonials, Humor, Angst). Beim Rundgang bewerten sie, welche Strategie bei ihnen persönlich am besten funktioniert und warum das so ist.

Bewerten Sie die Verantwortung von Unternehmen für die Folgen ihrer Produkte.

ModerationstippBeim Gallery Walk geben Sie den Schülerinnen und Schülern klare Beobachtungsaufträge mit, damit sie die Werbemythen systematisch entschlüsseln.

Worauf zu achten istDie Lehrkraft präsentiert verschiedene Werbeslogans oder Bilder. Die Schülerinnen und Schüler zeigen auf Karten (Daumen hoch/runter oder farbige Karten) an, ob sie die Botschaft als manipulativ oder informativ einschätzen und begründen kurz ihre Wahl.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Politik-Aktivitäten passen

Nutzen, bearbeiten, drucken oder teilen.

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Fangen Sie mit konkreten Beispielen aus dem Alltag der Schülerinnen und Schüler an, etwa mit ihren eigenen Social-Media-Kanälen oder einem typischen Werbeplakat in der U-Bahn. Vermeiden Sie abstrakte Theorien über Konsumverhalten. Stattdessen sollten die Lernenden selbst experimentieren, z.B. bei Blindtests oder bei der Aufstellung eines realistischen Budgets. Die Lehrkraft fungiert hier als Moderator, der gezielt Impulse setzt, ohne Lösungen vorzugeben.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Werbestrategien nicht nur benennen, sondern auch auf ihre eigene Lebenswelt übertragen. Sie entwickeln ein kritisches Bewusstsein für Gruppendruck und können ihr Konsumverhalten begründen. Am Ende sollten sie in der Lage sein, finanzielle Entscheidungen nicht nur emotional, sondern auch rational zu treffen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Simulation 'Das Monatsbudget' hören Sie oft den Satz: 'Werbung beeinflusst mich nicht, ich kaufe nur, was ich brauche.'

    Nutzen Sie die Blindverkostung von Marken- und No-Name-Produkten aus dem Monatsbudget-Simulation, um die Schülerinnen und Schüler zu fragen, ob sie Geschmack oder Markenimage priorisieren. Führen Sie danach eine Reflexion durch, wie Markenimage unsere Kaufentscheidungen steuert.

  • Während des Gallery Walk 'Werbe-Mythen' berichten einige Schülerinnen und Schüler, dass kleine Ratenzahlungen kein echtes Problem darstellen.

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler im Gallery Walk die Gesamtkosten bei Sofortkauf und Ratenkauf eines konkreten Beispiels (z.B. eines Headsets) berechnen. Die Gegenüberstellung macht die finanziellen Konsequenzen greifbar und korrigiert die Fehleinschätzung.


In dieser Übersicht verwendete Methoden