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Einführung in den Logarithmus
Mathematik · Klasse 10 · Logarithmen und Logarithmusfunktionen · 2. Halbjahr

Einführung in den Logarithmus

Verstehe den Logarithmus als die Antwort auf die Frage "Welchen Exponenten brauche ich?". Lerne, wie man einfache logarithmische Ausdrücke berechnet und zwischen exponentieller und logarithmischer Schreibweise wechselt.

Kurzfassung:Führen Sie Ihre Klasse über das exponentielle Wachstum hinaus und entdecken Sie das Werkzeug, das es uns ermöglicht, nach dem 'x' in aˣ=b zu fragen: den Logarithmus.

KMK BildungsstandardsBayern LehrplanPLUS M 10.1: Logarithmus und Exponentialgleichungen

Über dieses Thema

Die Einführung in den Logarithmus stellt für Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse einen wichtigen konzeptionellen Schritt dar, der auf dem Verständnis von Potenz- und Exponentialfunktionen aufbaut. In den Lehrplänen der Bundesländer ist dieses Thema typischerweise nach der Behandlung von exponentiellem Wachstum und Zerfall angesiedelt. Der Logarithmus wird als die notwendige Umkehroperation zur Exponentialfunktion eingeführt, um Gleichungen der Form aˣ = b nach x aufzulösen, bei denen x nicht einfach durch Raten oder einfache Umformungen gefunden werden kann. Dieser Übergang von der Frage 'Was ist das Ergebnis von a hoch x?' zur Frage 'Mit welcher Zahl muss ich a potenzieren, um b zu erhalten?' ist der Kern des Konzepts.

Die visuelle Analyse des Graphen der Logarithmusfunktion f(x) = logₐ(x) und sein direkter Zusammenhang mit dem Graphen der Exponentialfunktion f(x) = aˣ durch Spiegelung an der Winkelhalbierenden y = x ist ein zentraler didaktischer Baustein. Dies hilft, die Eigenschaften der Logarithmusfunktion, wie den auf positive reelle Zahlen beschränkten Definitionsbereich und den gesamten reellen Wertebereich, anschaulich zu begreifen. Das Verständnis des Logarithmus ist nicht nur für die weitere Schulmathematik (z.B. Lösen von Exponentialgleichungen, Wachstumsmodelle) von fundamentaler Bedeutung, sondern legt auch die Grundlage für Anwendungen in Naturwissenschaften und Technik, wie bei der pH-Skala oder der Lautstärkemessung.

Leitfragen

  1. Erkläre den Zusammenhang zwischen Potenzieren und Logarithmieren anhand eines konkreten Beispiels.
  2. Identifiziere die Basis, den Numerus und den Logarithmuswert in der Gleichung log₂(8) = 3.
  3. Begründe, warum die Exponentialgleichung 5³ = 125 äquivalent zur logarithmischen Form log₅(125) = 3 ist.

Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler definieren den Logarithmus als Exponenten und als Umkehroperation der Exponentialfunktion.
  • Sie wandeln Gleichungen zwischen der logarithmischen Form (logₐ(b) = c) und der exponentiellen Form (aᶜ = b) um.
  • Sie beschreiben die wesentlichen Eigenschaften des Graphen der allgemeinen Logarithmusfunktion, einschließlich Definitionsbereich, Wertebereich, Nullstelle und Asymptote.
  • Sie erläutern den Zusammenhang zwischen dem Graphen der Logarithmusfunktion und dem der Exponentialfunktion anhand der Spiegelung an der Winkelhalbierenden.
  • Sie berechnen einfache Logarithmen im Kopf und mithilfe des Taschenrechners.

Schlüsselvokabular

LogarithmusDer Logarithmus einer Zahl b zur Basis a ist der Exponent c, mit dem man a potenzieren muss, um b zu erhalten (logₐ(b) = c ⇔ aᶜ = b).
BasisDie Zahl, die im Logarithmus (und in der Potenz) als Grundlage dient. Sie muss positiv und ungleich 1 sein.
Numerus (Argument)Die Zahl, deren Logarithmus berechnet wird. Sie muss immer positiv sein.
UmkehrfunktionEine Funktion, die die Wirkung einer anderen Funktion rückgängig macht. Die Logarithmusfunktion ist die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion.
DefinitionsbereichDie Menge aller Zahlen, die für die unabhängige Variable (x) einer Funktion eingesetzt werden dürfen. Bei f(x) = logₐ(x) sind dies alle positiven reellen Zahlen.
AsymptoteEine Gerade, der sich der Graph einer Funktion im Unendlichen annähert. Die y-Achse (x=0) ist die vertikale Asymptote der Logarithmusfunktion.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDer Logarithmus von Null ist Eins (logₐ(0) = 1), weil jede Zahl hoch Null Eins ergibt (a⁰ = 1).

Was Sie stattdessen lehren sollten

Hier werden Ursache und Wirkung vertauscht. Die Regel a⁰ = 1 bedeutet, dass der Logarithmus von Eins Null ist (logₐ(1) = 0), da der Logarithmus ja der Exponent ist. Es gibt keine Potenz von a, die Null ergibt, daher ist logₐ(0) nicht definiert.

Häufige FehlvorstellungDie Basis, das Argument und das Ergebnis werden in der exponentiellen Form falsch zugeordnet, z.B. wird log₂(8) = 3 zu 3² = 8 umgeformt.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die korrekte Umwandlung lautet: Die Basis des Logarithmus (2) ist auch die Basis der Potenz. Das Ergebnis des Logarithmus (3) ist der Exponent. Das Argument des Logarithmus (8) ist das Ergebnis der Potenz. Also: 2³ = 8. Eine Eselsbrücke ist der 'Logarithmus-Kreis'.

Häufige FehlvorstellungDie Graphen von Logarithmus- und Exponentialfunktion sind identisch, nur andersherum gezeichnet.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die Graphen sind nicht identisch, sondern Spiegelbilder voneinander bezüglich der Winkelhalbierenden y = x. Das bedeutet, dass die Definitions- und Wertebereiche vertauscht sind und die Asymptoten von horizontal (Exponentialfunktion) zu vertikal (Logarithmusfunktion) wechseln.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Die Richterskala zur Messung der Stärke von Erdbeben ist logarithmisch, d.h. ein Anstieg um 1 bedeutet eine zehnfache Erhöhung der Amplitude.
  • Der pH-Wert in der Chemie, der den Säuregrad einer Lösung angibt, ist der negative dekadische Logarithmus der Wasserstoffionen-Konzentration.
  • Die Dezibel-Skala zur Messung von Schalldruckpegel (Lautstärke) verwendet Logarithmen, um den riesigen Bereich menschlichen Gehörs handhabbar darzustellen.
  • In der Musik beschreibt die Oktave eine Verdopplung der Frequenz. Die Einteilung in Töne innerhalb einer Oktave folgt einer logarithmischen Skala.
  • Bei der Zinseszinsrechnung wird der Logarithmus verwendet, um die benötigte Zeit zu berechnen, bis ein Kapital einen bestimmten Wert erreicht.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Ein 'Exit-Ticket' am Ende der Stunde: Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Exponentialgleichung (z.B. 3ˣ = 81) und eine Logarithmusgleichung (z.B. log₅(25) = x) und müssen diese jeweils in die andere Form umwandeln und lösen.

Kurze Überprüfung

Eine kurze schriftliche Lernkontrolle, die das Skizzieren eines Logarithmusgraphen, das Benennen seiner Eigenschaften (Definitionsbereich, Nullstelle, Asymptote) und das Berechnen einfacher Logarithmen abfragt.

Kurze Überprüfung

Die Schülerinnen und Schüler bewerten auf einer Skala von 1-4 ihr Vertrauen in ihre Fähigkeit, die Beziehung zwischen Exponential- und Logarithmusfunktion zu erklären, Gleichungen umzuformen und den Definitionsbereich zu begründen.

Häufig gestellte Fragen

Warum kann die Basis eines Logarithmus nicht 1 oder eine negative Zahl sein?
Eine Basis von 1 ist nicht sinnvoll, da 1 hoch jede beliebige Zahl immer 1 ist (1ˣ = 1). Man könnte also nur den Logarithmus von 1 bestimmen, und das Ergebnis wäre nicht eindeutig. Eine negative Basis führt zu Problemen im reellen Zahlenbereich, da z.B. (-2)⁰·⁵ (die Wurzel aus -2) nicht definiert ist, was den Definitionsbereich lückenhaft machen würde.
Was ist der Unterschied zwischen 'log' und 'ln' auf dem Taschenrechner?
'log' steht in der Regel für den dekadischen Logarithmus zur Basis 10 (log₁₀). Dieser ist nützlich in Systemen, die auf Zehnerpotenzen basieren. 'ln' steht für den natürlichen Logarithmus (logarithmus naturalis) zur Basis e (der Eulerschen Zahl, ca. 2,718). Dieser ist in der höheren Mathematik und bei natürlichen Wachstums- und Zerfallsprozessen von zentraler Bedeutung.
Kann das Ergebnis eines Logarithmus negativ sein?
Ja, absolut. Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass der Exponent negativ ist. Zum Beispiel ist log₂(0,5) = -1, weil 2⁻¹ = 1/2 = 0,5. Dies geschieht immer dann, wenn das Argument (der Numerus) zwischen 0 und 1 liegt (für eine Basis a > 1).

Planungsvorlagen für Mathematik

Edited by Adriana Perusin, Editor-in-Chief, Flip Education
Synthesized by Flip Education from Lyman's Think-Pair-Share collaborative-discussion routine (1981)