Lernen durch Lehren

Lernen durch Lehren

Lernende bereiten Kurzvorträge vor und unterrichten ihre Mitschüler

3055 min1230 Schüler:innenPräsentationsbereich im vorderen Teil des Raumes oder mehrere Lernstationen

Auf einen Blick

Dauer

3055 min

Gruppengröße

1230 Schüler:innen

Raumgestaltung

Präsentationsbereich im vorderen Teil des Raumes oder mehrere Lernstationen

Materialien

  • Themen-Zuweisungskarten
  • Vorlage zur Unterrichtsplanung
  • Feedbackbogen für Mitschüler
  • Materialien für visuelle Hilfsmittel

Bloom’sche Taxonomie

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffen

Kompetenzen für Soziales und Emotionales Lernen

SelbstmanagementBeziehungsfähigkeit

Was ist Lernen durch Lehren?

Peer-Teaching ist eine Strategie des aktiven Lernens, bei der Schülerinnen und Schüler in die Rolle der Lehrkraft schlüpfen, um ihren Mitschülern Konzepte zu vermitteln. Dabei nutzen sie den sogenannten „Lerneffekt durch Lehren“ (Protégé-Effekt), um ihr eigenes Verständnis zu vertiefen. Durch das Erklären von Inhalten müssen die „Lern-Lehrer“ ihr Wissen strukturieren, logische Lücken schließen und eine metakognitive Selbstüberwachung betreiben, was im Vergleich zu passivem Lernen zu einer signifikant höheren Langzeitretention führt. Diese Methodik ist deshalb so wirksam, weil sie das Machtgefälle zwischen Lehrkraft und Lernenden abbaut und so einen geschützten Raum für Rückfragen schafft, während der „Tutor“ gezwungen ist, Informationen auf einem höheren kognitiven Niveau zu verarbeiten. Über den akademischen Gewinn hinaus fördert Peer-Teaching essenzielle Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Empathie und kollaborative Problemlösung. Die Forschung zeigt, dass sowohl Tutoren als auch Tutees profitieren: Die Lernenden erhalten eine individuelle Betreuung in einer schülergerechten Sprache, während die Tutoren ihr Wissen durch Abrufpraxis festigen. Bei einer Umsetzung mit klaren Kriterien und strukturierter Vorbereitung verwandelt Peer-Teaching das Klassenzimmer in eine Lerngemeinschaft, in der Schüler Verantwortung für ihren Bildungsweg übernehmen.

Ideal für

Aufteilung umfangreicher Lerneinheiten unter den LernendenFörderung von Präsentations- und KommunikationskompetenzenStärkung der Eigenverantwortung für den LernprozessGestaltung eines schülerzentrierten Unterrichts

Anwendungszeitpunkt

Altersstufen

Kl. 1–2Kl. 3–5Kl. 6–8Kl. 9–12

Eignung nach Fach

MathematikDeutschNaturwissenschaftenGeschichte/SozialkundeSoziales und Emotionales LernenKunst

Durchführung von Lernen durch Lehren

1

Inhalte identifizieren und segmentieren

Unterteilen Sie die Lerneinheit in logische, überschaubare Abschnitte oder „Expertenthemen“, die von Lernenden in kurzer Zeit gemeistert werden können.

2

Schülertutoren vorbereiten

Statten Sie die „Expertengruppen“ mit Quellenmaterial und einer Checkliste der Kernkonzepte aus, um fachliche Korrektheit und Konsistenz zu gewährleisten.

3

Effektives Lehren modellieren

Demonstrieren Sie, wie man unterstützende (Scaffolding-)Fragen stellt, anstatt einfach nur Antworten vorzugeben, damit die Schüler lernen, Lernprozesse zu moderieren.

4

Peer-Session durchführen

Bilden Sie Paare oder Jigsaw-Gruppen, in denen die „Experten“ ihren Teilbereich präsentieren, während Sie als Lehrkraft den Raum begehen, um Fehlvorstellungen zu korrigieren.

5

Angeleitete Übungsphase begleiten

Geben Sie eine gemeinsame Aufgabe oder ein Arbeitsblatt aus, bei dem die Lernenden das neue Wissen unter Aufsicht des Tutors anwenden müssen.

6

Lernstandskontrolle durchführen

Führen Sie eine kurze individuelle Überprüfung mit allen Schülern durch, um sicherzustellen, dass die Peer-Instruktion die Lernziele erfolgreich vermittelt hat.

Forschungsergebnisse

Nestojko, J. F., Bui, D. C., Kornell, N., & Bjork, E. L.

2014 · Memory & Cognition, 42(7), 1038-1048

Schüler, die mit der Erwartung lernen, den Stoff später lehren zu müssen, zeigen eine bessere Wissensorganisation und höhere Erinnerungswerte als diejenigen, die nur für einen Test lernen.

Roscoe, R. D., & Chi, M. T.

2007 · Review of Educational Research, 77(4), 534-574

Tutoren profitieren am meisten, wenn sie Aktivitäten zum Wissensaufbau betreiben, wie das Erstellen reflektierter Erklärungen und das Herstellen neuer Verknüpfungen, statt Informationen nur zu wiederholen.

Topping, K. J.

1996 · Higher Education, 32(3), 321-345

Peer-Tutoring erweist sich als effektives Instrument zur Steigerung der akademischen Leistung in verschiedenen Fächern, sofern eine angemessene Schulung und Überwachung der Tutoren erfolgt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Peer-Teaching und wie funktioniert es?
Peer-Teaching ist eine Unterrichtsmethode, bei der Schüler einander unterrichten und das Lernen durch soziale Interaktion und eine gemeinsame Sprache fördern. Es funktioniert durch den Protégé-Effekt: Die Vorbereitung auf das Lehren zwingt den Schüler-Lehrer dazu, Informationen tiefergehend zu strukturieren und zu verinnerlichen.
Welche Vorteile bietet Peer-Teaching für die Schüler?
Zu den Hauptvorteilen gehören eine bessere langfristige Wissensspeicherung, gestärkte Kommunikationskompetenzen und eine höhere Lernmotivation. Tutoren gewinnen an Selbstvertrauen und Fachsicherheit, während die Lernenden individuelle Aufmerksamkeit und Erklärungen auf Augenhöhe erhalten.
Wie setze ich Peer-Teaching effektiv im Unterricht ein?
Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert eine klare Struktur, einschließlich spezifischer Lernziele, Zeit für die angeleitete Vorbereitung und die Aufsicht durch die Lehrkraft. Stellen Sie den Schülern Kriterienkataloge oder Leitfäden zur Verfügung, damit die Inhalte korrekt bleiben und der Fokus auf dem Verständnis liegt.
Wie bewertet man Schüler während des Peer-Teachings?
Die Bewertung sollte sowohl die fachliche Richtigkeit als auch die Qualität der Interaktion berücksichtigen. Nutzen Sie eine Kombination aus Peer-Feedback-Bögen, Beobachtungsprotokollen der Lehrkraft und kurzen Tests nach der Einheit, um den Lernerfolg sicherzustellen.
Was sind die Herausforderungen beim Peer-Tutoring?
Häufige Herausforderungen sind die mögliche Verbreitung von Fehlwissen oder eine ungleiche Beteiligung in den Gruppen. Diese Risiken lassen sich minimieren, indem das Wissen der „Experten“ vorab geprüft wird und klare Regeln für eine respektvolle, gleichberechtigte Zusammenarbeit etabliert werden.

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