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Geschichte · Klasse 9 · Imperialismus und der Weg in den Ersten Weltkrieg · 1. Halbjahr

Außenpolitik des NS-Regimes bis 1939

Die Schülerinnen und Schüler analysieren die aggressiven außenpolitischen Schritte Hitlers vor Kriegsbeginn.

KMK BildungsstandardsKMK-SachkompetenzKMK-Orientierungskompetenz

Über dieses Thema

Die Außenpolitik des NS-Regimes bis 1939 markiert den schrittweisen Aufbau von Hitlers Expansionsplänen. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Kernziele kennen: Revision des Versailler Vertrags, Sicherung von Lebensraum im Osten und Bündnisse mit Italien und Japan. Wichtige Stationen sind die Wiedereinrückung in das Rheinland 1936, der Anschluss Österreichs 1938 und das Münchner Abkommen zur Sudetenkrise. Diese Ereignisse zeigen eine Eskalation von Provokationen, die durch die Appeasement-Politik Großbritanniens und Frankreichs ermöglicht wurden.

Die Analyse der Appeasement-Strategie ist zentral, da sie die Fehleinschätzung Hitlers als rationalen Akteur beleuchtet. Chamberlain und Daladier hofften, durch Zugeständnisse Krieg zu vermeiden, ignorierten jedoch die ideologische Aggressivität des Nationalsozialismus. Die Schüler beurteilen, wie diese Politik den Weg in den Zweiten Weltkrieg ebnete und internationale Normen untergrub.

Active Learning nutzt diesen Stoff optimal, weil es Schülerinnen und Schüler zu Quellenanalysen und Rollenspielen anregt. So verstehen sie kausale Zusammenhänge und Kontinuitäten besser, entwickeln Orientierungskompetenz und üben kritisches Denken in Bezug auf aktuelle Diplomatie.

Leitfragen

  1. Analysiere die Ziele der NS-Außenpolitik und ihre schrittweise Umsetzung.
  2. Erkläre die Bedeutung des 'Anschlusses' Österreichs und der 'Sudetenkrise'.
  3. Beurteile die Rolle der Appeasement-Politik der Westmächte.

Lernziele

  • Analysieren Sie die einzelnen Schritte der NS-Außenpolitik von 1933 bis 1939 anhand von Primärquellen.
  • Erklären Sie die ideologischen und territorialen Ziele der NS-Außenpolitik vor 1939.
  • Bewerten Sie die Wirksamkeit der Appeasement-Politik Großbritanniens und Frankreichs im Angesicht der Aggression des NS-Regimes.
  • Vergleichen Sie die politischen Argumente von Befürwortern und Kritikern der Appeasement-Politik im Jahr 1938.

Bevor es losgeht

Der Versailler Vertrag und seine Folgen

Warum: Die Schülerinnen und Schüler müssen die Bestimmungen und die deutsche Reaktion auf den Versailler Vertrag kennen, um die Revisionsziele des NS-Regimes zu verstehen.

Grundlagen der Weimarer Republik

Warum: Ein Verständnis der politischen Instabilität und der Herausforderungen der Weimarer Republik hilft, die Entstehung und den Aufstieg des Nationalsozialismus zu erklären.

Schlüsselvokabular

RevisionismusEine politische Haltung, die darauf abzielt, bestehende Verträge oder internationale Ordnungen zu ändern, oft als Reaktion auf empfundene Ungerechtigkeiten.
Lebensraum im OstenDie NS-Ideologie der territorialen Expansion nach Osteuropa, verbunden mit der Annahme einer rassistischen Hierarchie und der Vertreibung oder Vernichtung der dort lebenden Bevölkerung.
AnschlussDie Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich im März 1938, die gegen internationale Verträge verstieß und ein zentrales Ziel der NS-Außenpolitik war.
Appeasement-PolitikDie Politik der Zugeständnisse gegenüber aggressiven Mächten in der Hoffnung, einen Krieg zu vermeiden; im Kontext der 1930er Jahre primär die Politik Großbritanniens und Frankreichs gegenüber Hitler.
Münchner AbkommenEin Abkommen zwischen Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich im September 1938, das die Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland erlaubte, ohne die Tschechoslowakei zu konsultieren.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungHitler wollte zunächst nur Frieden und Revisionen, keine Kriege.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die NS-Außenpolitik verfolgte von Anfang an expansive Ziele wie Lebensraum, was durch klare Dokumente wie 'Mein Kampf' und die schrittweise Aufrüstung belegt ist.

Häufige FehlvorstellungDer Anschluss Österreichs war ein freiwilliger Akt der Bevölkerung.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Obwohl Propaganda Begeisterung suggerierte, erfolgte der Anschluss durch militärische Drohung und politischen Druck, ohne echte Volksabstimmung.

Häufige FehlvorstellungAppeasement war reine Schwäche der Westmächte.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Appeasement folgte aus Pazifismus nach dem Ersten Weltkrieg und mangelnder Aufrüstung, scheiterte aber an der Unterschätzung der NS-Ideologie.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Historiker, die im Deutschen Historischen Museum in Berlin arbeiten, analysieren regelmäßig Akten und Dokumente aus der Zeit des NS-Regimes, um die Außenpolitik und ihre Folgen für die Nachwelt zu erklären.
  • Politikwissenschaftler, die an der Universität Oxford forschen, untersuchen die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge der Appeasement-Politik, um Lehren für heutige internationale Krisen und Verhandlungen zu ziehen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Geben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karteikarte mit einem der folgenden Begriffe: 'Revisionismus', 'Anschluss', 'Appeasement'. Bitten Sie sie, eine kurze Definition zu schreiben und ein Beispiel aus der Zeit bis 1939 zu nennen.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Hätte die Appeasement-Politik den Krieg verhindern können, wenn sie anders gehandhabt worden wäre?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler ihre Meinungen begründen und auf die Ziele und Methoden der NS-Außenpolitik Bezug nehmen.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie eine kurze historische Aufnahme oder ein Zitat von Neville Chamberlain oder Édouard Daladier. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, in einem Satz zu erklären, welche außenpolitische Strategie damit verbunden ist und warum sie kritisch betrachtet wird.

Häufig gestellte Fragen

Was waren die Hauptziele der NS-Außenpolitik bis 1939?
Die NS-Außenpolitik zielte auf die Revision des Versailler Vertrags, die Schaffung von Lebensraum im Osten und die Beseitigung der 'jüdisch-bolschewistischen Bedrohung' ab. Hitler nutzte schrittweise Provokationen wie die Rheinlandbesetzung, um Schwächen der Gegner auszutesten. Bündnisse mit Italien und Japan stärkten seine Position. Diese Ziele folgten ideologischen Vorgaben und eskalierten bis zum Kriegsbeginn. (62 Wörter)
Warum war der Anschluss Österreichs bedeutsam?
Der Anschluss 1938 vereinte Österreich mit dem Reich und stärkte Hitlers Machtbasis durch Ressourcen und Bevölkerung. Er brach das Versailler Verbot und testete die Appeasement-Reaktionen erfolgreich. Propaganda inszenierte ihn als 'Volksstimme', doch militärische Drohungen zwangen Seyß-Inquart zur Einladung. Dies ebnete den Weg zur Tschechoslowakei. (68 Wörter)
Was versteht man unter Appeasement-Politik?
Appeasement war die Strategie Großbritanniens und Frankreichs, Hitler durch Zugeständnisse wie Sudetenland zu besänftigen, um Krieg zu vermeiden. Chamberlain sah darin Friedenssicherung nach dem traumatischen Ersten Weltkrieg. Die Politik misslang, da sie Aggressionen ermutigte und das Vertrauen in internationale Verträge untergrub. (59 Wörter)
Wie fördert Active Learning das Verständnis dieses Themas?
Active Learning aktiviert Schüler durch Rollenspiele, Quellenanalysen und Debatten, was abstrakte Diplomatie greifbar macht. Sie lernen kausale Ketten wie Rheinland zu München selbst zu rekonstruieren und bewerten. Dies stärkt Sach- und Orientierungskompetenz, reduziert Passivität und verbindet Geschichte mit Gegenwartskonflikten. Lehrer beobachten differenziertes Denken direkt. (71 Wörter)

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