Außenpolitik des NS-Regimes bis 1939Aktivitäten & Unterrichtsstrategien
Aktive Lernformen eignen sich besonders gut, um die schrittweise Eskalation der NS-Außenpolitik bis 1939 nachzuvollziehen. Durch die Verknüpfung von zeitlichen Abläufen, Quellenarbeit und Rollenspielen erleben die Schülerinnen und Schüler die politische Dynamik greifbarer, als es reine Textarbeit ermöglichen würde.
Lernziele
- 1Analysieren Sie die einzelnen Schritte der NS-Außenpolitik von 1933 bis 1939 anhand von Primärquellen.
- 2Erklären Sie die ideologischen und territorialen Ziele der NS-Außenpolitik vor 1939.
- 3Bewerten Sie die Wirksamkeit der Appeasement-Politik Großbritanniens und Frankreichs im Angesicht der Aggression des NS-Regimes.
- 4Vergleichen Sie die politischen Argumente von Befürwortern und Kritikern der Appeasement-Politik im Jahr 1938.
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Gruppenarbeit: Zeitstrahl der Außenpolitik
Die Schüler erstellen in Gruppen einen Zeitstrahl mit den Schlüsselschritten von 1933 bis 1939. Sie ordnen Ereignisse chronologisch, notieren Ziele und Reaktionen der Westmächte. Abschließend präsentieren sie und diskutieren Konsequenzen.
Vorbereitung & Details
Analysiere die Ziele der NS-Außenpolitik und ihre schrittweise Umsetzung.
Moderationstipp: Legen Sie bei der Gruppenarbeit Wert darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten sammeln, sondern die Motive und Handlungsoptionen der verschiedenen Akteure herausarbeiten.
Setup: Lange Wand oder Bodenfläche für den Zeitstrahl
Materials: Ereigniskarten mit Daten und Beschreibungen, Basis für den Zeitstrahl (Klebeband oder Papierrolle), Verbindungspfeile oder Schnüre, Impulskarten für die Debatte
Quellenanalyse: Appeasement-Dokumente
In Paaren analysieren Schüler Primärquellen wie das Münchner Abkommen und Reden Chamberlains. Sie identifizieren Argumente für Appeasement und bewerten deren Gültigkeit. Eine Plenumdiskussion fasst die Ergebnisse zusammen.
Vorbereitung & Details
Erkläre die Bedeutung des 'Anschlusses' Österreichs und der 'Sudetenkrise'.
Moderationstipp: Bei der Quellenanalyse zu Appeasement-Dokumenten betonen Sie die Unterschiede zwischen öffentlichen Reden und geheimen Absprachen, um die Komplexität der Politik zu verdeutlichen.
Setup: Lange Wand oder Bodenfläche für den Zeitstrahl
Materials: Ereigniskarten mit Daten und Beschreibungen, Basis für den Zeitstrahl (Klebeband oder Papierrolle), Verbindungspfeile oder Schnüre, Impulskarten für die Debatte
Rollenspiel: Sudetenkrise
Die Klasse simuliert die Münchner Konferenz mit Rollen für Hitler, Chamberlain, Daladier und Henlein. Jede Gruppe vertritt eine Position und verhandelt. Danach reflektieren sie über Erfolge und Risiken der Appeasement-Politik.
Vorbereitung & Details
Beurteile die Rolle der Appeasement-Politik der Westmächte.
Moderationstipp: Im Rollenspiel zur Sudetenkrise achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler die psychologische und propagandistische Komponente der Verhandlungen nachvollziehen.
Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario
Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing
Individuelle Beurteilung: Anschluss Österreichs
Schüler bewerten einzeln die Bedeutung des Anschlusses anhand von Karten, Statistiken und Propagandaquellen. Sie schreiben eine kurze Stellungnahme zu Zwang und Willkommenheit. Im Plenum teilen sie Erkenntnisse.
Vorbereitung & Details
Analysiere die Ziele der NS-Außenpolitik und ihre schrittweise Umsetzung.
Setup: Lange Wand oder Bodenfläche für den Zeitstrahl
Materials: Ereigniskarten mit Daten und Beschreibungen, Basis für den Zeitstrahl (Klebeband oder Papierrolle), Verbindungspfeile oder Schnüre, Impulskarten für die Debatte
Dieses Thema unterrichten
Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer klaren Struktur, die die NS-Außenpolitik als Prozess mit Eskalationsstufen darstellt. Sie vermeiden es, die Ereignisse als unvermeidbar darzustellen, sondern betonen die Entscheidungsmöglichkeiten der Akteure. Wichtig ist auch, die Schülerinnen und Schüler dazu anzuregen, die Ideologie hinter den Handlungen zu hinterfragen, statt nur auf Machtpolitik zu reduzieren.
Was Sie erwartet
Am Ende der Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler die zentralen Ziele der NS-Außenpolitik erklären, die wichtigsten Stationen bis 1939 einordnen und die Rolle der Appeasement-Politik kritisch bewerten können. Sie zeigen dies durch präzise Analysen, überzeugende Argumentationen und die Anwendung historischer Methoden.
Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.
- Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
- Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
- Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungWährend der Gruppenarbeit zum Zeitstrahl der Außenpolitik könnte die Vorstellung entstehen, Hitlers Ziele seien zunächst friedlich gewesen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Nutzen Sie die Gelegenheit, um auf die frühen Dokumente wie 'Mein Kampf' und die geheimen Aufrüstungspläne hinzuweisen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in ihren Gruppen gezielt nach Belegen für die expansionistischen Ziele suchen.
Häufige FehlvorstellungIm Rahmen der individuellen Beurteilung zum Anschluss Österreichs könnte die Annahme entstehen, es habe sich um einen demokratischen Akt gehandelt.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Verweisen Sie bei der Besprechung der Ergebnisse auf die propagandistischen Bilder und die tatsächlichen Umstände des Anschlusses. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Unterschiede zwischen Propaganda und Realität zu benennen.
Häufige FehlvorstellungWährend der Quellenanalyse zu Appeasement-Dokumenten könnte die Auffassung entstehen, Appeasement sei ausschließlich auf Schwäche zurückzuführen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Nutzen Sie die Dokumente, um die pazifistischen Motive der Westmächte herauszuarbeiten. Zeigen Sie auf, wie die Schülerinnen und Schüler die Angst vor einem neuen Krieg in ihren Analysen berücksichtigen können.
Ideen zur Lernstandserhebung
Nach der Gruppenarbeit zum Zeitstrahl geben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karteikarte mit einem der Begriffe 'Revisionismus', 'Anschluss', 'Appeasement'. Sie sollen eine kurze Definition schreiben und ein konkretes Beispiel aus den erarbeiteten Stationen nennen.
Nach dem Rollenspiel zur Sudetenkrise stellen Sie die Frage: 'Hätte eine konsequente Haltung der Westmächte Hitlers Expansionspläne gestoppt?'. Die Schülerinnen und Schüler begründen ihre Meinungen unter Bezugnahme auf die Ziele und Methoden der NS-Außenpolitik.
Während der Quellenanalyse zu Appeasement-Dokumenten zeigen Sie ein Zitat von Chamberlain oder Daladier. Die Schülerinnen und Schüler erklären in einem Satz, welche Strategie damit verbunden ist und warum sie kritisch betrachtet wird.
Erweiterungen & Unterstützung
- Fordern Sie schnelle Schülerinnen und Schüler auf, eine fiktive Rede Hitlers zur Rheinlandbesetzung 1936 zu verfassen, die sowohl propagandistische als auch strategische Elemente enthält.
- Unterstützen Sie schwächere Lernende durch eine Vorlage mit Schlüsselbegriffen, die sie in die richtige Reihenfolge bringen müssen.
- Vertiefen Sie mit einer Analyse der Reaktionen der internationalen Presse auf den Anschluss Österreichs, um die globale Wahrnehmung der NS-Politik zu untersuchen.
Schlüsselvokabular
| Revisionismus | Eine politische Haltung, die darauf abzielt, bestehende Verträge oder internationale Ordnungen zu ändern, oft als Reaktion auf empfundene Ungerechtigkeiten. |
| Lebensraum im Osten | Die NS-Ideologie der territorialen Expansion nach Osteuropa, verbunden mit der Annahme einer rassistischen Hierarchie und der Vertreibung oder Vernichtung der dort lebenden Bevölkerung. |
| Anschluss | Die Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich im März 1938, die gegen internationale Verträge verstieß und ein zentrales Ziel der NS-Außenpolitik war. |
| Appeasement-Politik | Die Politik der Zugeständnisse gegenüber aggressiven Mächten in der Hoffnung, einen Krieg zu vermeiden; im Kontext der 1930er Jahre primär die Politik Großbritanniens und Frankreichs gegenüber Hitler. |
| Münchner Abkommen | Ein Abkommen zwischen Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich im September 1938, das die Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland erlaubte, ohne die Tschechoslowakei zu konsultieren. |
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