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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Außenpolitik des NS-Regimes bis 1939

Aktive Lernformen eignen sich besonders gut, um die schrittweise Eskalation der NS-Außenpolitik bis 1939 nachzuvollziehen. Durch die Verknüpfung von zeitlichen Abläufen, Quellenarbeit und Rollenspielen erleben die Schülerinnen und Schüler die politische Dynamik greifbarer, als es reine Textarbeit ermöglichen würde.

KMK BildungsstandardsKMK-SachkompetenzKMK-Orientierungskompetenz
20–40 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Zeitstrahl-Challenge30 Min. · Kleingruppen

Gruppenarbeit: Zeitstrahl der Außenpolitik

Die Schüler erstellen in Gruppen einen Zeitstrahl mit den Schlüsselschritten von 1933 bis 1939. Sie ordnen Ereignisse chronologisch, notieren Ziele und Reaktionen der Westmächte. Abschließend präsentieren sie und diskutieren Konsequenzen.

Analysiere die Ziele der NS-Außenpolitik und ihre schrittweise Umsetzung.

ModerationstippLegen Sie bei der Gruppenarbeit Wert darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten sammeln, sondern die Motive und Handlungsoptionen der verschiedenen Akteure herausarbeiten.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karteikarte mit einem der folgenden Begriffe: 'Revisionismus', 'Anschluss', 'Appeasement'. Bitten Sie sie, eine kurze Definition zu schreiben und ein Beispiel aus der Zeit bis 1939 zu nennen.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Zeitstrahl-Challenge25 Min. · Partnerarbeit

Quellenanalyse: Appeasement-Dokumente

In Paaren analysieren Schüler Primärquellen wie das Münchner Abkommen und Reden Chamberlains. Sie identifizieren Argumente für Appeasement und bewerten deren Gültigkeit. Eine Plenumdiskussion fasst die Ergebnisse zusammen.

Erkläre die Bedeutung des 'Anschlusses' Österreichs und der 'Sudetenkrise'.

ModerationstippBei der Quellenanalyse zu Appeasement-Dokumenten betonen Sie die Unterschiede zwischen öffentlichen Reden und geheimen Absprachen, um die Komplexität der Politik zu verdeutlichen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Hätte die Appeasement-Politik den Krieg verhindern können, wenn sie anders gehandhabt worden wäre?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler ihre Meinungen begründen und auf die Ziele und Methoden der NS-Außenpolitik Bezug nehmen.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Rollenspiel40 Min. · Ganze Klasse

Rollenspiel: Sudetenkrise

Die Klasse simuliert die Münchner Konferenz mit Rollen für Hitler, Chamberlain, Daladier und Henlein. Jede Gruppe vertritt eine Position und verhandelt. Danach reflektieren sie über Erfolge und Risiken der Appeasement-Politik.

Beurteile die Rolle der Appeasement-Politik der Westmächte.

ModerationstippIm Rollenspiel zur Sudetenkrise achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler die psychologische und propagandistische Komponente der Verhandlungen nachvollziehen.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine kurze historische Aufnahme oder ein Zitat von Neville Chamberlain oder Édouard Daladier. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, in einem Satz zu erklären, welche außenpolitische Strategie damit verbunden ist und warum sie kritisch betrachtet wird.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Zeitstrahl-Challenge20 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Beurteilung: Anschluss Österreichs

Schüler bewerten einzeln die Bedeutung des Anschlusses anhand von Karten, Statistiken und Propagandaquellen. Sie schreiben eine kurze Stellungnahme zu Zwang und Willkommenheit. Im Plenum teilen sie Erkenntnisse.

Analysiere die Ziele der NS-Außenpolitik und ihre schrittweise Umsetzung.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karteikarte mit einem der folgenden Begriffe: 'Revisionismus', 'Anschluss', 'Appeasement'. Bitten Sie sie, eine kurze Definition zu schreiben und ein Beispiel aus der Zeit bis 1939 zu nennen.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer klaren Struktur, die die NS-Außenpolitik als Prozess mit Eskalationsstufen darstellt. Sie vermeiden es, die Ereignisse als unvermeidbar darzustellen, sondern betonen die Entscheidungsmöglichkeiten der Akteure. Wichtig ist auch, die Schülerinnen und Schüler dazu anzuregen, die Ideologie hinter den Handlungen zu hinterfragen, statt nur auf Machtpolitik zu reduzieren.

Am Ende der Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler die zentralen Ziele der NS-Außenpolitik erklären, die wichtigsten Stationen bis 1939 einordnen und die Rolle der Appeasement-Politik kritisch bewerten können. Sie zeigen dies durch präzise Analysen, überzeugende Argumentationen und die Anwendung historischer Methoden.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Gruppenarbeit zum Zeitstrahl der Außenpolitik könnte die Vorstellung entstehen, Hitlers Ziele seien zunächst friedlich gewesen.

    Nutzen Sie die Gelegenheit, um auf die frühen Dokumente wie 'Mein Kampf' und die geheimen Aufrüstungspläne hinzuweisen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in ihren Gruppen gezielt nach Belegen für die expansionistischen Ziele suchen.

  • Im Rahmen der individuellen Beurteilung zum Anschluss Österreichs könnte die Annahme entstehen, es habe sich um einen demokratischen Akt gehandelt.

    Verweisen Sie bei der Besprechung der Ergebnisse auf die propagandistischen Bilder und die tatsächlichen Umstände des Anschlusses. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Unterschiede zwischen Propaganda und Realität zu benennen.

  • Während der Quellenanalyse zu Appeasement-Dokumenten könnte die Auffassung entstehen, Appeasement sei ausschließlich auf Schwäche zurückzuführen.

    Nutzen Sie die Dokumente, um die pazifistischen Motive der Westmächte herauszuarbeiten. Zeigen Sie auf, wie die Schülerinnen und Schüler die Angst vor einem neuen Krieg in ihren Analysen berücksichtigen können.


In dieser Übersicht verwendete Methoden