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Geschichte · Klasse 7 · Renaissance und Humanismus: Der Mensch im Zentrum · 2. Halbjahr

Wiederentdeckung der Antike

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Bedeutung der Wiederentdeckung antiker Texte und Kunst für die Renaissance.

Über dieses Thema

Die Renaissance markiert den Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit, charakterisiert durch ein völlig neues Menschenbild. Der Humanismus stellt den Menschen mit seinen Fähigkeiten und seiner Vernunft in das Zentrum der Weltbetrachtung. Die Schüler untersuchen, wie sich dieses Ideal in der Kunst (Perspektive, Anatomie), der Wissenschaft und der Philosophie niederschlug. 'Der Mensch als Maß aller Dinge' wird zum Leitmotiv einer Epoche, die die Antike wiederentdeckt.

In Anlehnung an die KMK-Sachkompetenz analysieren die Schüler den Bruch mit der rein jenseitsorientierten Lebensweise des Mittelalters. Sie erkennen, dass Bildung und individuelles Talent zu neuen Statussymbolen wurden. Das Thema profitiert massiv von visuellen und praktischen Ansätzen. Wenn Schüler selbst die Zentralperspektive erproben oder die Proportionsstudien von Leonardo da Vinci analysieren, begreifen sie den radikalen Wandel der Wahrnehmung.

Leitfragen

  1. Erklären Sie, warum die Antike in der Renaissance wiederentdeckt und neu bewertet wurde.
  2. Analysieren Sie den Einfluss antiker Vorbilder auf Kunst, Architektur und Philosophie der Renaissance.
  3. Vergleichen Sie die mittelalterliche und die Renaissance-Sicht auf die Antike.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Rolle antiker Skulpturen und Bauwerke als Inspirationsquelle für Renaissance-Künstler.
  • Erklären Sie die humanistische Neubewertung antiker Texte und deren Einfluss auf Bildung und Philosophie.
  • Vergleichen Sie die Darstellungsweisen des Menschen im Mittelalter und in der Renaissance anhand von Kunstwerken.
  • Identifizieren Sie zentrale Motive und Themen der Antike, die in der Renaissance wieder aufgegriffen wurden.

Bevor es losgeht

Das Leben im Mittelalter

Warum: Grundkenntnisse über die mittelalterliche Gesellschaft und Weltanschauung sind notwendig, um den Bruch und die Umbrüche der Renaissance zu verstehen.

Grundlagen der Kunstgeschichte

Warum: Ein grundlegendes Verständnis für künstlerische Darstellungsweisen hilft den Schülern, die Veränderungen in der Renaissance besser zu erkennen und zu analysieren.

Schlüsselvokabular

HumanismusEine geistige Bewegung der Renaissance, die den Menschen, seine Fähigkeiten und seine Bildung in den Mittelpunkt stellt und sich intensiv mit antiken Texten beschäftigt.
AntikeDie Zeit der alten Griechen und Römer, deren Kunst, Literatur und Philosophie als Vorbild für die Renaissance diente.
RenaissanceEine Epoche in der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte (ca. 14.-16. Jahrhundert), die durch die Wiederbelebung antiker Ideale und eine neue Sicht auf den Menschen gekennzeichnet ist.
ZentralperspektiveEine Maltechnik, die räumliche Tiefe auf einer zweidimensionalen Fläche darstellt, indem alle Linien auf einen einzigen Fluchtpunkt zulaufen; eine Wiederentdeckung antiker Prinzipien.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie Menschen in der Renaissance waren nicht mehr religiös.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Glaube blieb zentral, aber die Beziehung zu Gott änderte sich. Der Mensch wurde als Gottes Ebenbild gesehen, das seine Gaben nutzen soll. Die Analyse religiöser Renaissance-Kunst zeigt diese neue Verbindung.

Häufige FehlvorstellungDie Renaissance passierte überall gleichzeitig.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Es war eine Bewegung, die in Italien begann und sich langsam nach Norden ausbreitete. Eine interaktive Europakarte der Zeit hilft, die zeitlichen Verzögerungen und regionalen Unterschiede zu verstehen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Architekten wie Norman Foster orientieren sich bei modernen Bauwerken, z.B. dem Reichstagsgebäude in Berlin, an antiken Säulenordnungen und Proportionen, um historische Bezüge herzustellen und ästhetische Wirkung zu erzielen.
  • Museen wie die Glyptothek in München oder die Staatlichen Museen zu Berlin präsentieren antike Skulpturen und Artefakte, die auch heute noch Besucher faszinieren und als Studienobjekte für Kunsthistoriker und Restauratoren dienen.
  • Die Beschäftigung mit antiken Dramen und Philosophien ist weiterhin Teil der Gymnasialbildung und beeinflusst Theaterinszenierungen und literaturwissenschaftliche Analysen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karteikarte mit einem Bild eines Renaissance-Kunstwerks (z.B. ein Gemälde oder eine Skulptur). Sie sollen zwei Sätze schreiben, die erklären, wie dieses Werk von antiken Vorbildern inspiriert ist.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Warum war es für die Menschen der Renaissance so wichtig, die Antike wiederzuentdecken?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend ihre wichtigsten Erkenntnisse im Plenum vorstellen.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie zwei Darstellungen des Menschen, eine mittelalterliche und eine Renaissance-Darstellung. Bitten Sie die Schüler, auf einem Arbeitsblatt drei Unterschiede in der Darstellung und deren mögliche Bedeutung für das jeweilige Menschenbild zu notieren.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet das Wort 'Renaissance'?
Es kommt aus dem Französischen und bedeutet 'Wiedergeburt'. Gemeint ist die Wiederentdeckung und Neubelebung der kulturellen und geistigen Leistungen der griechischen und römischen Antike nach dem Mittelalter.
Wer waren die wichtigsten Humanisten?
Zu den bedeutendsten Vertretern gehörten Erasmus von Rotterdam, der für Bildung und Toleranz eintrat, und Francesco Petrarca, der als einer der Väter des Humanismus gilt.
Wie kann man das neue Menschenbild aktiv unterrichten?
Durch den direkten Vergleich von Kunstwerken oder Texten aus Mittelalter und Renaissance. Wenn Schüler selbst anatomische Studien oder perspektivische Zeichnungen anfertigen, erleben sie den Forschergeist dieser Zeit unmittelbar nach.
Welche Rolle spielten die Medici in Florenz?
Die Familie Medici war eine reiche Bankiersdynastie, die als Mäzene (Förderer) auftrat. Sie finanzierten Künstler wie Michelangelo und machten Florenz zum strahlenden Zentrum der Renaissance.

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