Hexagonales Denken

Hexagonales Denken

Zusammenhänge zwischen Konzepten visuell darstellen

2540 min1232 Schüler:innenGroße Tischflächen oder Bodenfreifläche zum Auslegen

Auf einen Blick

Dauer

2540 min

Gruppengröße

1232 Schüler:innen

Raumgestaltung

Große Tischflächen oder Bodenfreifläche zum Auslegen

Materialien

  • Vorbereitete Hexagon-Karten (15–25 pro Gruppe)
  • Plakat für das Endergebnis

Bloom’sche Taxonomie

AnalysierenEvaluierenErschaffen

Kompetenzen für Soziales und Emotionales Lernen

SelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit

Was ist Hexagonales Denken?

Hexagonales Denken ist eine visuelle Diskussionsstrategie, bei der Lernende Verbindungen zwischen Konzepten finden und begründen, indem sie hexagonale Kärtchen haptisch manipulieren. Die Methode ist deshalb so effektiv, weil sie auf Dual Coding (doppelter Kodierung) und relationalem Denken basiert. Sie zwingt die Schülerinnen und Schüler dazu, über oberflächliche Definitionen hinauszugehen und komplexe Schnittmengen zwischen Ideen zu analysieren. Durch das Aneinanderlegen der Sechsecke entsteht ein Netz miteinander verknüpfter Konzepte, wobei jeder Berührungspunkt eine spezifische, debattierbare Beziehung darstellt. Diese räumliche Anordnung dient als Gerüst für kognitive Prozesse höherer Ordnung, da die Lernenden aushandeln und artikulieren müssen, warum bestimmte Begriffe zusammengehören. Im Gegensatz zum linearen Brainstorming ermöglicht die hexagonale Form bis zu sechs Verknüpfungspunkte pro Kärtchen, was der nicht-linearen Natur tiefen konzeptionellen Verständnisses entspricht. Erkenntnisse zur kognitiven Belastung und Schemakonstruktion legen nahe, dass diese Art der aktiven Manipulation dabei hilft, neue Informationen effektiver in bestehende mentale Strukturen zu integrieren als passives Mitschreiben. Besonders wertvoll ist die Methode für das kooperative Lernen, da sie abstrakte Ideen in eine greifbare Wissenslandkarte verwandelt, die in der Gruppe gemeinsam verteidigt und verfeinert werden muss.

Ideal für

Themenübergreifende Verknüpfungen herstellenVerständnis von Ursache-Wirkungs-GeflechtenGanzheitliche Wiederholung von LerneinheitenErkundung thematischer Zusammenhänge

Anwendungszeitpunkt

Altersstufen

Kl. 1–2Kl. 3–5Kl. 6–8Kl. 9–12

Eignung nach Fach

MathematikDeutschNaturwissenschaftenGeschichte/SozialkundeSoziales und Emotionales LernenKunst

Durchführung von Hexagonales Denken

1

Schlüsselbegriffe auswählen

Identifizieren Sie 15 bis 30 wesentliche Begriffe, Namen, Daten oder Themen aus Ihrer aktuellen Unterrichtseinheit.

2

Hexagone vorbereiten

Schreiben Sie jeweils ein Konzept auf ein hexagonales Kärtchen und stellen Sie den Lernenden einige leere Karten für eigene, ergänzende Ideen zur Verfügung.

3

Gruppendiskussion moderieren

Teilen Sie die Klasse in Kleingruppen ein und geben Sie ihnen die Aufgabe, die Kärtchen so anzuordnen, dass jede berührende Kante eine sinnvolle Verbindung darstellt.

4

Verbale Begründung einfordern

Gehen Sie während des Prozesses durch die Gruppen und lassen Sie sich das „Warum“ hinter spezifischen Verbindungen erklären, um kritisches Denken sicherzustellen.

5

Verbindungen dokumentieren

Lassen Sie die Lernenden ihr finales Arrangement auf ein Plakat kleben oder fotografieren. Die wichtigsten Schnittstellen sollten schriftlich kommentiert werden.

6

Gallery Walk durchführen

Ermöglichen Sie den Gruppen, die Ergebnisse der anderen einzusehen, um unterschiedliche Perspektiven auf die Vernetzung derselben Konzepte kennenzulernen.

Forschungsergebnisse

Paivio, A.

1986 · Oxford University Press, Oxford Psychology Series, No. 9

Die Verwendung sowohl verbaler als auch visueller Repräsentationen (Dual Coding) verbessert das Gedächtnis und das Verständnis im Vergleich zur Nutzung nur einer Modalität erheblich.

Hattie, J.

2009 · Routledge, 1st Edition

Strategien, die Concept-Mapping und metakognitive Strategien fördern, weisen hohe Effektstärken (0,60 bis 0,69) auf die Schülerleistung und das tiefe Verständnis auf.

Chi, M. T. H., Wylie, R.

2014 · Educational Psychologist, 49(4), 219-243

Interaktive und konstruktive Aktivitäten, wie die kollaborative Manipulation von Konzepten, führen zu tieferen Lernergebnissen als rein passives oder aktives Engagement.

Häufig gestellte Fragen

Was ist hexagonales Denken im Bildungskontext?
Hexagonales Denken ist eine Strategie zur Wissensabfrage und Verknüpfungsbildung, bei der Lernende Sechsecke mit Fachbegriffen anordnen, um Beziehungen aufzuzeigen. Es fungiert als räumlicher grafischer Organizer, der kritisches Denken und kollaborative Debatten fördert.
Wie setze ich hexagonales Denken im Unterricht ein?
Geben Sie den Lernenden zunächst einen Satz Hexagone, die mit Vokabeln, Charakteren oder Ereignissen der Einheit beschriftet sind. Die Lernenden arbeiten in Kleingruppen daran, die Kärtchen so zu legen, dass jede berührende Seite eine logische Verbindung darstellt, die sie erklären können.
Welche Vorteile bietet hexagonales Denken für Lernende?
Der Hauptvorteil liegt in der Entwicklung des relationalen Denkens und der mündlichen Kommunikationsfähigkeit, da die Platzierungen begründet werden müssen. Zudem werden abstrakte Zusammenhänge sichtbar gemacht, was Lehrkräften hilft, das Verständnis anhand der physischen Map zu bewerten.
Wie bewertet man Projekte zum hexagonalen Denken?
Die Bewertung sollte sich auf die Verbindungspunkte und nicht auf die äußere Form der Map konzentrieren. Nutzen Sie ein Raster, das die Tiefe der schriftlichen oder mündlichen Begründungen evaluiert, warum bestimmte Hexagone zusammengefügt wurden.
Kann hexagonales Denken für digitales Lernen genutzt werden?
Ja, digitale Versionen können über Plattformen wie Google Slides, Jamboard oder spezielle Vorlagen umgesetzt werden. Digitale Tools ermöglichen einfaches Editieren und Teilen, verzichten jedoch auf das haptische Erlebnis physischer Kärtchen.

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