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Geschichte · Klasse 13 · Nationalsozialismus: Ideologie, Herrschaft und Vernichtung · 1. Halbjahr

Machtergreifung und Gleichschaltung

Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Schritte der Nationalsozialisten zur Errichtung der Diktatur und die systematische Gleichschaltung der Gesellschaft.

Über dieses Thema

Das Thema 'Machtergreifung und Gleichschaltung' beleuchtet die systematischen Schritte der Nationalsozialisten zur Errichtung einer totalitären Diktatur. Schülerinnen und Schüler analysieren zentrale Ereignisse wie den Reichstagsbrand vom Februar 1933, die folgende Notverordnungen und das Ermächtigungsgesetz vom März 1933. Sie untersuchen, wie diese Maßnahmen die Demokratie ausschalteten, Oppositionsparteien verboten und die Macht im Kabinett konzentrierten. Ergänzend werden die Mechanismen der Gleichschaltung in Politik, Wirtschaft und Kultur erörtert: die Auflösung der Länderhoheit, die Gleichschaltung von Gewerkschaften und Verbänden sowie die Kontrolle von Presse, Radio und Kunst durch die Reichskulturkammer.

Im Rahmen der Einheit 'Nationalsozialismus: Ideologie, Herrschaft und Vernichtung' verbindet das Thema historische Prozesse mit der Frage nach Demokratiezerstörung und totalitärer Kontrolle. Es fordert Schüler zu einer differenzierten Bewertung heraus: Welche Rolle spielten legale Verfahren und Gewalt? Dies stärkt Kompetenzen in Quellenkritik und Argumentation, die für das Abitur essenziell sind und aktuelle Debatten über Autoritarismus bereichern.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, da abstrakte Machtprozesse durch Rollenspiele, Quellenstationen oder Timeline-Konstruktionen konkret werden. Schüler internalisieren Mechanismen nachhaltig, wenn sie sie selbst nachstellen und diskutieren, was kritisches Denken und Empathie für Opferperspektiven fördert.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Bedeutung des Reichstagsbrandes und der Notverordnungen für die Machtkonsolidierung.
  2. Erklären Sie die Mechanismen der Gleichschaltung in Politik, Wirtschaft und Kultur.
  3. Bewerten Sie die Rolle des Ermächtigungsgesetzes für die Zerstörung der Demokratie.

Lernziele

  • Analysieren Sie die kausalen Zusammenhänge zwischen dem Reichstagsbrand, den Notverordnungen und der Aushöhlung der Grundrechte.
  • Erklären Sie die schrittweisen Mechanismen der Gleichschaltung in ausgewählten gesellschaftlichen Bereichen (z.B. Presse, Gewerkschaften).
  • Bewerten Sie die juristische und politische Bedeutung des Ermächtigungsgesetzes für die Errichtung der NS-Diktatur.
  • Identifizieren Sie die wichtigsten Instrumente und Akteure der nationalsozialistischen Machtkonsolidierung.

Bevor es losgeht

Die Weimarer Republik: Herausforderungen und Krisen

Warum: Ein Verständnis der politischen und gesellschaftlichen Instabilität der Weimarer Republik ist notwendig, um die Bedingungen zu begreifen, die die Machtergreifung der Nationalsozialisten ermöglichten.

Grundlagen der Demokratie und des Rechtsstaates

Warum: Die Schülerinnen und Schüler müssen die Prinzipien der parlamentarischen Demokratie und des Rechtsstaates kennen, um die Zerstörung dieser Prinzipien durch die Nationalsozialisten nachvollziehen zu können.

Schlüsselvokabular

ReichstagsbrandverordnungEine Notverordnung des Reichspräsidenten vom 28. Februar 1933, die wesentliche Grundrechte außer Kraft setzte und als Grundlage für Verfolgungen diente.
ErmächtigungsgesetzEin Gesetz vom 24. März 1933, das der Reichsregierung erlaubte, Gesetze ohne Zustimmung des Parlaments zu erlassen und somit die parlamentarische Demokratie faktisch beendete.
GleichschaltungDer Prozess der Anpassung und Unterordnung aller staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen unter die Ideologie und Kontrolle der Nationalsozialisten ab 1933.
NotverordnungenGesetzlich nicht vorgesehene Verordnungen, die in Ausnahmesituationen erlassen wurden, um die Regierungsarbeit zu beschleunigen und die parlamentarische Kontrolle zu umgehen.
ReichskulturkammerEine von den Nationalsozialisten 1933 gegründete Organisation zur Kontrolle und ideologischen Ausrichtung von Kulturschaffenden in Deutschland.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungHitler wurde mit absoluter Mehrheit gewählt und übernahm legal die Macht.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die NSDAP hatte nur 43,9 Prozent im Januar 1933; Hitler wurde von Hindenburg ernannt. Aktive Ansätze wie Rollenspiele der Regierungsbildung zeigen Koalitionsmanöver und Manipulationen, was Schüler zu nuancierter Quellenanalyse führt.

Häufige FehlvorstellungDie Gleichschaltung erfolgte freiwillig und wurde von der Bevölkerung begrüßt.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Zwangsmaßnahmen und Terror dominierten, z. B. durch SA und Gesetze. Stationenarbeit mit Zeitzeugenberichten hilft, Propaganda von Realität zu trennen und Gruppendiskussionen fördern Verständnis für Konformitätsdruck.

Häufige FehlvorstellungDas Ermächtigungsgesetz war eine vorübergehende Notlage-Maßnahme.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Es suspendierte die Verfassung dauerhaft und ermöglichte Alleinherrschaft. Timeline-Aufbauten verdeutlichen die Kette zu Diktatur, aktive Konstruktion stärkt Kausalitätsverständnis.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Historiker, die in Archiven wie dem Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde arbeiten, analysieren Originaldokumente wie die Reichstagsbrandverordnung, um die genauen Formulierungen und ihre Auswirkungen auf die damalige Gesellschaft zu verstehen.
  • Journalisten, die über aktuelle politische Entwicklungen berichten, können Parallelen zur historischen Gleichschaltung ziehen, wenn sie die Kontrolle von Medien oder die Beeinflussung öffentlicher Diskurse untersuchen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einem der folgenden Begriffe: 'Reichstagsbrandverordnung', 'Ermächtigungsgesetz', 'Gleichschaltung'. Sie sollen auf der Rückseite in eigenen Worten erklären, welche zentrale Funktion dieser Begriff für die Errichtung der NS-Diktatur hatte.

Diskussionsfrage

Stellen Sie folgende Frage zur Diskussion: 'Inwieweit nutzten die Nationalsozialisten legale Mittel, um die Demokratie abzuschaffen?' Die Schülerinnen und Schüler sollen sich auf die im Unterricht behandelten Verordnungen und Gesetze beziehen und ihre Argumente mit Beispielen untermauern.

Kurze Überprüfung

Erstellen Sie eine kurze Liste von Aussagen zur Machtergreifung und Gleichschaltung (z.B. 'Die Reichstagsbrandverordnung wurde vom Reichstag verabschiedet.'). Die Schülerinnen und Schüler markieren jede Aussage als 'wahr' oder 'falsch' und korrigieren die falschen Aussagen kurz.

Häufig gestellte Fragen

Was war die Bedeutung des Reichstagsbrands für die Machtergreifung?
Der Brand am 27. Februar 1933 diente als Vorwand für die 'Reichstagsbrandverordnung', die Grundrechte aussetzte und Kommunisten kriminalisierte. Dies ebnete den Weg zum Ermächtigungsgesetz. Schüler lernen durch Quellenvergleich, wie Nazis den Vorfall instrumentalisierten, um Opposition zu eliminieren und Notstand zu rechtfertigen. (62 Wörter)
Wie funktionierten die Mechanismen der Gleichschaltung in der Wirtschaft?
Gewerkschaften wurden am 2. Mai 1933 zerschlagen, die DAF (Deutsche Arbeitsfront) eingesetzt. Unternehmen mussten der NS-Organisation beitreten. Aktuelle Parallelen zu Staatslenkung machen das Thema greifbar. Schüler analysieren Gesetze und Berichte, um Zwang und Anpassung zu erkennen. (58 Wörter)
Wie kann aktives Lernen die Analyse der Machtergreifung verbessern?
Durch Rollenspiele und Quellenstationen erleben Schüler Machtdynamiken hautnah, z. B. als Abgeordnete unter Druck. Gruppendiskussionen fördern Argumentation und Perspektivenwechsel. Solche Methoden machen abstrakte Prozesse konkret, stärken Abiturkompetenzen wie Quellenkritik und verhindern passive Auswendiglernerei. Timeline-Bau visualisiert Kausalitäten nachhaltig. (72 Wörter)
Welche Rolle spielte das Ermächtigungsgesetz bei der Demokratiezerstörung?
Vom 23. März 1933 ermächtigte es die Regierung, Gesetze ohne Reichstag zu erlassen, Grundrechte wurden ignoriert. Es legalisierte die Diktatur. Schüler bewerten durch Debatten, wie legale Form die Substanz der Weimarer Verfassung aushöhlte und Totalitarismus ermöglichte. (64 Wörter)

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