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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Machtergreifung und Gleichschaltung

Aktives Lernen hilft hier, weil die NS-Machtergreifung oft als abstrakter Prozess wahrgenommen wird. Durch das Anfassen von Quellen, das Bauen einer Timeline und das Rollenspiel wird die systematische Zerstörung der Demokratie für Schülerinnen und Schüler greifbar und nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 12.3: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, Errichtung und Sicherung der DiktaturKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 5, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Etappen der Machteroberung und GleichschaltungKMK EPA Geschichte: Sachgebiet 2, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Errichtung und Ausbau der Diktatur
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Machtergreifungsschritte

Richten Sie fünf Stationen ein: Reichstagsbrand, Notverordnung, Ermächtigungsgesetz, Parteiverbot, KZ-Gründung. Gruppen analysieren Primärquellen, notieren Mechanismen und präsentieren Erkenntnisse. Abschlussrunde diskutiert den roten Faden.

Analysieren Sie die Bedeutung des Reichstagsbrandes und der Notverordnungen für die Machtkonsolidierung.

ModerationstippBei den Quellenstationen darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler die Dokumente nicht isoliert betrachten, sondern die Sprache der Verordnungen mit der Realität von Gewalt und Einschüchterung verknüpfen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einem der folgenden Begriffe: 'Reichstagsbrandverordnung', 'Ermächtigungsgesetz', 'Gleichschaltung'. Sie sollen auf der Rückseite in eigenen Worten erklären, welche zentrale Funktion dieser Begriff für die Errichtung der NS-Diktatur hatte.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse50 Min. · Kleingruppen

Timeline-Bau: Gleichschaltung

Gruppen erhalten Karten mit Ereignissen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Sie sortieren chronologisch, verknüpfen mit Gesetzen und visualisieren auf einer großen Zeitleiste. Plenum ergänzt und bewertet.

Erklären Sie die Mechanismen der Gleichschaltung in Politik, Wirtschaft und Kultur.

ModerationstippBeim Timeline-Bau die Schülergruppen gezielt auffordern, nicht nur Daten, sondern auch die Folgen der Gleichschaltung in Politik, Wirtschaft und Kultur zu verknüpfen.

Worauf zu achten istStellen Sie folgende Frage zur Diskussion: 'Inwieweit nutzten die Nationalsozialisten legale Mittel, um die Demokratie abzuschaffen?' Die Schülerinnen und Schüler sollen sich auf die im Unterricht behandelten Verordnungen und Gesetze beziehen und ihre Argumente mit Beispielen untermauern.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Rollenspiel60 Min. · Ganze Klasse

Rollenspiel: Reichstagssitzung

Schüler übernehmen Rollen von Abgeordneten, Nazis und Opposition. Sie debattieren das Ermächtigungsgesetz unter historischen Bedingungen, inklusive SA-Einschüchterung. Reflexion: Wie fiel die Abstimmung?

Bewerten Sie die Rolle des Ermächtigungsgesetzes für die Zerstörung der Demokratie.

ModerationstippIm Rollenspiel die Dynamik der Reichstagssitzung durch gezielte Fragen lenken, die auf die Angst der Abgeordneten und die Manipulation durch die NS-Führung abzielen.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine kurze Liste von Aussagen zur Machtergreifung und Gleichschaltung (z.B. 'Die Reichstagsbrandverordnung wurde vom Reichstag verabschiedet.'). Die Schülerinnen und Schüler markieren jede Aussage als 'wahr' oder 'falsch' und korrigieren die falschen Aussagen kurz.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Karten-Sortierung: Mechanismen

Verteilen Sie Karten mit Maßnahmen und Bereichen (z. B. 'Gewerkschaftsauflösung' zu 'Wirtschaft'). Paare ordnen, begründen und erweitern mit Beispielen. Gemeinsame Mindmap als Auswertung.

Analysieren Sie die Bedeutung des Reichstagsbrandes und der Notverordnungen für die Machtkonsolidierung.

ModerationstippBei der Karten-Sortierung darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler die Mechanismen der Gleichschaltung nicht nur als Liste, sondern als System verstehen, das gezielt Kontrolle ausübt.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einem der folgenden Begriffe: 'Reichstagsbrandverordnung', 'Ermächtigungsgesetz', 'Gleichschaltung'. Sie sollen auf der Rückseite in eigenen Worten erklären, welche zentrale Funktion dieser Begriff für die Errichtung der NS-Diktatur hatte.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf eine Kombination aus Quellenarbeit und handlungsorientierten Methoden, um die NS-Diktatur nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen. Wichtig ist, die Schülerinnen und Schüler nicht mit Fakten zu überfluten, sondern sie durch gezielte Fragen und Verknüpfungen zu eigenen Schlussfolgerungen zu führen. Vermeiden Sie es, die Ereignisse als unvermeidbar darzustellen; stattdessen sollte der Fokus auf den Entscheidungen und Handlungen der Beteiligten liegen. Aktuelle Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler besonders gut lernen, wenn sie die Mechanismen von Diktaturen in ihrem eigenen Handeln nachvollziehen können.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die zentralen Schritte der Machtergreifung und Gleichschaltung nicht nur benennen können, sondern auch die Zusammenhänge zwischen Ereignissen, Gesetzen und Machtkonzentration erklären. Sie erkennen die Rolle von Zwang, Manipulation und Propaganda und können dies in Diskussionen und Analysen anwenden.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels 'Reichstagssitzung' achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler die 43,9 Prozent der NSDAP bei den Reichstagswahlen im Januar 1933 nicht als absolute Mehrheit missverstehen.

    Nutzen Sie die Ergebnisse des Rollenspiels, um zu zeigen, wie Hitler trotz Minderheitsregierung durch Koalitionsmanöver und Druck der SA an die Macht kam. Diskutieren Sie anschließend, warum die NSDAP keine absolute Mehrheit hatte und wie sie trotzdem regieren konnte.

  • Während der Quellenstationen 'Machtergreifungsschritte' achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler die Gleichschaltung nicht als freiwillige Zustimmung missverstehen.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in den Zeitzeugenberichten nach Hinweisen auf Zwang, Angst oder gezielte Propaganda zu suchen. Lassen Sie sie diskutieren, warum viele Menschen die Gleichschaltung trotz Widerstands hinnahmen.

  • Während des Timeline-Baus 'Gleichschaltung' achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler das Ermächtigungsgesetz nicht als vorübergehende Maßnahme einordnen.

    Nutzen Sie die erstellte Timeline, um zu zeigen, wie das Ermächtigungsgesetz die Verfassung dauerhaft außer Kraft setzte. Fragen Sie die Schülerinnen und Schüler, welche langfristigen Folgen dies für die Demokratie hatte.


In dieser Übersicht verwendete Methoden