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Geschichte · Klasse 13 · Nationalsozialismus: Ideologie, Herrschaft und Vernichtung · 1. Halbjahr

Der Weg in den Zweiten Weltkrieg

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die aggressive Außenpolitik Hitlers, die Appeasement-Politik und den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Über dieses Thema

Der Weg in den Zweiten Weltkrieg beleuchtet die aggressive Außenpolitik des NS-Regimes unter Hitler, die Appeasement-Strategie der Westmächte und den Kriegsausbruch 1939. Schülerinnen und Schüler analysieren Expansionsziele wie den Rheinland-Eintritt 1936, den Anschluss Österreichs 1938 und die Annexion der Sudetengebiete. Sie untersuchen Dokumente zur München-Konferenz und den Folgen der Besatzung der Rest-Tschechei.

Im Rahmen der KMK-Standards für Geschichte in Klasse 13 verbindet das Thema die nationalsozialistische Ideologie mit globalen Konflikten. Die Leitfragen fordern die Analyse der NS-Lebensraum-Ideologie, die Erklärung des Appeasement-Versagens durch Fehleinschätzungen der britischen und französischen Regierungen sowie die Bewertung des Hitler-Stalin-Pakts vom August 1939, der Polen den Krieg erklärte.

Dieses sensible Thema profitiert stark von aktiven Lernmethoden, weil abstrakte Diplomatie durch Rollenspiele und Quellenarbeit konkret wird. Schüler simulieren Verhandlungen oder erstellen Kausalitätskarten, was kritisches Denken fördert und emotionale Distanz zu historischen Akteuren schafft.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Expansionsziele der NS-Außenpolitik.
  2. Erklären Sie die Gründe für das Scheitern der Appeasement-Politik.
  3. Bewerten Sie die Rolle des Hitler-Stalin-Paktes für den Kriegsbeginn.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Expansionsziele der NS-Außenpolitik anhand von Redetexten und Verträgen.
  • Erklären Sie die Ursachen für das Scheitern der Appeasement-Politik unter Berücksichtigung der politischen und militärischen Einschätzungen britischer und französischer Entscheidungsträger.
  • Bewerten Sie die strategische Bedeutung des Hitler-Stalin-Paktes für den Kriegsbeginn 1939 anhand von Zeitungsartikeln und historischen Analysen.
  • Konstruieren Sie eine Kausalkette, die die wichtigsten Ereignisse von 1936 bis 1939 in ihrem Zusammenhang darstellt.

Bevor es losgeht

Die Weimarer Republik: Demokratie und Krisen

Warum: Grundkenntnisse über die politische Instabilität und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Weimarer Republik sind notwendig, um die Anfälligkeit Deutschlands für radikale Ideologien zu verstehen.

Grundlagen der NS-Ideologie

Warum: Ein Verständnis der Kernideen des Nationalsozialismus, wie Antisemitismus und Rassismus, ist essenziell, um die Expansionsziele und die aggressive Außenpolitik Hitlers nachvollziehen zu können.

Schlüsselvokabular

Appeasement-PolitikEine Außenpolitik, die darauf abzielt, aggressive Staaten durch Zugeständnisse zu besänftigen, um einen Krieg zu vermeiden. Sie wurde von Großbritannien und Frankreich gegenüber NS-Deutschland verfolgt.
Lebensraum im OstenEin zentraler Begriff der NS-Ideologie, der die Eroberung von Territorien in Osteuropa als notwendig für die Expansion und Versorgung Deutschlands postulierte.
Hitler-Stalin-PaktEin Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion, der im August 1939 geschlossen wurde und geheime Zusatzprotokolle zur Aufteilung Osteuropas enthielt.
Remilitarisierung des RheinlandesDie militärische Besetzung des Rheinlandes durch deutsche Truppen im März 1936, die einen klaren Bruch des Versailler Vertrages und der Locarno-Verträge darstellte.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungAppeasement war reine Feigheit der Westmächte.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Appeasement zielte auf Friedenssicherung ab, scheiterte aber an Unterschätzung Hitlers. Rollenspiele helfen Schülern, Motive aller Seiten nachzuvollziehen und nuancierte Urteile zu fällen.

Häufige FehlvorstellungHitler-Stalin-Pakt war eine echte Allianz gegen den Westen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Der Pakt war ein taktisches Nichtangriffsabkommen mit geheimen Protokollen zur Teilung Polens. Quellenanalysen in Gruppen enthüllen Zweckgemeinschaft und machen Ideologiebrüche sichtbar.

Häufige FehlvorstellungNS-Expansion folgte nur wirtschaftlichen Motiven.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Ideologische Ziele wie 'Lebensraum' dominierten. Debatten fördern das Abwägen von Faktoren und korrigieren einseitige Sichten durch Peer-Feedback.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Historiker des Deutschen Historischen Museums in Berlin analysieren und präsentieren Originaldokumente wie den Münchener Vertrag, um die komplexen Verhandlungsprozesse vor dem Krieg zu veranschaulichen.
  • Politikwissenschaftler untersuchen heute die Lehren aus der Appeasement-Politik, um aktuelle internationale Krisen und die Diplomatie gegenüber autoritären Regimen besser zu verstehen und zu bewerten.
  • Journalisten und Dokumentarfilmer recherchieren in Archiven, um die Ereignisse, die zum Zweiten Weltkrieg führten, für ein breites Publikum aufzubereiten und historische Zusammenhänge verständlich zu machen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Geben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem der Schlüsselbegriffe (z.B. Appeasement, Lebensraum, Hitler-Stalin-Pakt). Bitten Sie die Schüler, eine kurze Definition in eigenen Worten zu schreiben und ein Beispiel zu nennen, wie dieser Begriff die Ereignisse von 1936-1939 beeinflusste.

Diskussionsfrage

Stellen Sie folgende Frage zur Diskussion: 'Hätte der Zweite Weltkrieg durch eine andere Politik der Westmächte verhindert werden können? Begründen Sie Ihre Antwort anhand von mindestens zwei konkreten politischen Entscheidungen oder Ereignissen.'

Kurze Überprüfung

Lassen Sie die Schüler eine Zeitleiste mit den wichtigsten Ereignissen (Rheinlandbesetzung, Anschluss, Münchener Abkommen, Hitler-Stalin-Pakt, Kriegsbeginn) erstellen. Bitten Sie sie, zu jedem Ereignis eine kurze Ursache und eine Folge zu notieren.

Häufig gestellte Fragen

Was waren die Expansionsziele der NS-Außenpolitik?
Die NS-Außenpolitik verfolgte 'Lebensraum im Osten', Remilitarisierung und Bündnisse wie Achse Rom-Berlin. Rheinland-Eintritt, Anschluss und Sudetenland dienten der Schwächung Frankreichs und Vorbereitung auf Ostfeldzug. Schüler lernen durch Karten und Redenanalysen diese Strategie zu dechiffrieren.
Warum scheiterte die Appeasement-Politik?
Appeasement von Großbritannien und Frankreich verzögerte den Krieg, ermutigte Hitler aber durch perceived Schwäche. München-Abkommen opferte die Tschechoslowakei ohne Garantien. Aktive Simulationen verdeutlichen Fehleinschätzungen und Alternativen.
Welche Rolle spielte der Hitler-Stalin-Pakt?
Der Molotow-Ribbentrop-Pakt vom 23. August 1939 neutralisierte die Sowjetunion und ermöglichte den Überfall auf Polen am 1. September. Geheime Protokolle teilten Osteuropa. Dies brach Antikomintern-Pakt und isolierte den Westen vorübergehend.
Wie kann aktives Lernen den Unterricht zum Weg in den Zweiten Weltkrieg verbessern?
Aktive Methoden wie Rollenspiele zu München oder Stationen zur Außenpolitik machen Diplomatie erfahrbar. Schüler konstruieren Kausalitäten selbst, debattieren Motive und korrigieren Fehlvorstellungen durch Diskussion. Das fördert Urteilsbildung, Empathie für historische Kontexte und bleibendes Verständnis sensibler Themen.

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