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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Weltwirtschaftskrise und ihre Folgen

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil die komplexen Zusammenhänge der Weltwirtschaftskrise durch konkretes Handeln begreifbar werden. Schülerinnen und Schüler verstehen Ursachen und Folgen nicht nur theoretisch, sondern erleben sie durch unterschiedliche Methoden wie Rollenspiele oder Quellenarbeit am eigenen Leib.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.1: Die Weimarer Republik (Zerstörung der Republik)Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 6: Die Weimarer Republik (Die Zerstörung der Republik 1929-1933)KMK Bildungsstandards: Inhaltsfeld 7: Die Weimarer Republik (Weltwirtschaftskrise und ihre Folgen)
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Ursachen der Krise

Richten Sie vier Stationen ein: Überproduktion (Diagramme analysieren), Spekulation (Börsenkurse plotten), Börsenkrach (Zeitungsberichte lesen) und deutsche Folgen (Statistiken interpretieren). Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Erkenntnisse. Abschließende Plenumdiskussion fasst zusammen.

Erklären Sie die Ursachen des Börsenkrachs von 1929.

ModerationstippLassen Sie beim Stationenlernen Gruppen bewusst falsche Antworten diskutieren, um typische Fehlvorstellungen wie 'nur der Börsenkrach war schuld' direkt zu korrigieren.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einer der drei Leitfragen. Sie sollen in drei Sätzen die wichtigste Ursache oder Folge der Weltwirtschaftskrise für Deutschland benennen und begründen, warum diese für die politische Entwicklung der Zeit entscheidend war.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Politische Debatte 1930

Teilen Sie Rollen zu: Arbeitsloser, Unternehmer, Politiker, Gewerkschafter. Jede Gruppe bereitet Argumente vor, dann debattiert die Klasse über Krisenlösungen. Moderator notiert Positionen und bewertet Radikalisierungsfaktoren.

Analysieren Sie, wie die Weltwirtschaftskrise die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft traf.

ModerationstippIm Rollenspiel geben Sie den Schülerinnen und Schülern klare Rollenprofile mit wirtschaftlichen Daten, damit sie ihre Argumente auf Fakten stützen können.

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein arbeitsloser Fabrikarbeiter im Jahr 1932. Welche Argumente einer extremistischen Partei würden Sie am ehesten überzeugen und warum? Diskutieren Sie im Plenum die unterschiedlichen Perspektiven und die Attraktivität radikaler Lösungen in Krisenzeiten.'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Entscheidungsmatrix35 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Konstruktion: Krise und Radikalisierung

Schüler sammeln in Paaren Daten zu Arbeitslosigkeit und Wahlergebnissen von 1928 bis 1932. Gemeinsam bauen sie einen interaktiven Zeitstrahl mit Post-its. Diskussion beleuchtet Kausalitäten.

Beurteilen Sie, warum die Arbeitslosigkeit die Wählerschaft radikalisierte.

ModerationstippKontrollieren Sie beim Zeitstrahl, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Daten, sondern auch Kausalitäten wie 'Reparationen → Kreditabhängigkeit → Schuldenkrise' einbauen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Liste mit Begriffen (z.B. Börsenkrach, Protektionismus, Massenarbeitslosigkeit). Sie ordnen jedem Begriff eine kurze Definition zu und erklären in einem Satz, wie dieser Begriff mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise in Deutschland zusammenhängt.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Entscheidungsmatrix40 Min. · Einzelarbeit

Quellenjagd: Gesellschaftliche Auswirkungen

Verteilen Sie Ausschnitte aus Tagebüchern und Propagandaplakaten. Individuen markieren Belege für Not und Radikalisierung, teilen dann in Kleingruppen aus. Synthese in Klassenpräsentation.

Erklären Sie die Ursachen des Börsenkrachs von 1929.

ModerationstippBei der Quellenjagd achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Zitate sammeln, sondern deren gesellschaftliche Wirkung analysieren.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einer der drei Leitfragen. Sie sollen in drei Sätzen die wichtigste Ursache oder Folge der Weltwirtschaftskrise für Deutschland benennen und begründen, warum diese für die politische Entwicklung der Zeit entscheidend war.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass die Krise als Prozess verstanden werden muss, nicht als plötzliches Ereignis. Vermeiden Sie es, die Hyperinflation isoliert zu behandeln, sondern zeigen Sie ihre Verbindungen zu Reparationen und Krediten. Nutzen Sie Alltagsbeispiele wie Brotpreise aus dem Jahr 1923 oder Arbeitslosenstatistiken von 1932, um die Dimensionen greifbar zu machen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn die Schülerinnen und Schüler die Krise nicht als isoliertes Ereignis, sondern als multifaktoriellen Prozess mit langfristigen politischen Folgen begreifen. Sie begründen Zusammenhänge zwischen ökonomischen und sozialen Entwicklungen und argumentieren historisch fundiert.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während Stationenlernen Ursachen der Krise bearbeiten, achten Sie darauf, dass Schülergruppen nicht nur den Börsenkrach von 1929 als alleinige Ursache nennen.

    Nutzen Sie die Stationenmaterialien, um gezielt die langfristigen Faktoren wie Überproduktion in den USA und Reparationszahlungen Deutschlands zu thematisieren. Die Gruppen sollen eine Kausalkette erstellen, die zeigt, wie diese Elemente zusammenwirkten.

  • Während des Rollenspiels zur politischen Debatte 1930 wird oft angenommen, dass die Arbeitslosigkeit alle Gesellschaftsschichten gleich traf.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Rollenprofile genau zu lesen. Diskutieren Sie im Anschluss, welche Berufsgruppen besonders betroffen waren und warum dies zu unterschiedlichen politischen Reaktionen führte.

  • Während der Gruppendiskussion zu Wahldaten wird Radikalisierung oft als nebensächlich dargestellt.

    Nutzen Sie die Wahlergebnisse aus den 1930er-Jahren als Grundlage. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler selbst Zusammenhänge zwischen Arbeitslosenzahlen und Wählerwanderungen herstellen und argumentativ begründen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden