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Geschichte · Klasse 12 · Wandel in Ost und West: 1960er bis 1980er Jahre · 2. Halbjahr

Ostverträge und das Verhältnis zur DDR

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Ostverträge und deren Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen BRD und DDR.

Über dieses Thema

Der Alltag in der DDR unter Erich Honecker war geprägt von der Ambivalenz zwischen dem Versprechen von sozialer Sicherheit ('Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik') und der Realität einer umfassenden Überwachung. Schüler untersuchen das Leben in der 'Nischengesellschaft', in der sich Menschen ins Private zurückzogen, um dem staatlichen Zugriff zu entgehen. Das Thema beleuchtet die Rolle der Stasi als 'Schild und Schwert der Partei'.

Im Rahmen der KMK-Standards zur Sach- und Methodenkompetenz analysieren die Lernenden Stasi-Akten und Berichte über den 'Konsumsozialismus'. Die Frage, wie der Staat durch Sportserfolge und kulturelle Angebote Loyalität zu erzeugen versuchte, ist zentral. Durch die Arbeit mit Alltagsgegenständen und Biografien begreifen Schüler, wie die SED versuchte, alle Lebensbereiche zu durchdringen, und wo die Bürger Freiräume suchten und fanden.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Inhalte und die Bedeutung der Ostverträge.
  2. Erklären Sie, wie die Ostverträge das Verhältnis zur DDR veränderten.
  3. Beurteilen Sie die Kritik an der Ostpolitik aus konservativen Kreisen.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Kerninhalte und die vertraglichen Verpflichtungen der Ostverträge (z.B. Grundlagenvertrag, Moskauer Vertrag).
  • Erklären Sie die unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen der Ostverträge auf die politische und wirtschaftliche Beziehung zwischen der BRD und der DDR.
  • Bewerten Sie die innenpolitischen Reaktionen und die Kritik an der Ostpolitik aus verschiedenen politischen Lagern der BRD.
  • Vergleichen Sie die Ziele der Ostverträge mit den tatsächlichen Entwicklungen im deutsch-deutschen Verhältnis nach ihrer Unterzeichnung.

Bevor es losgeht

Die Ära Adenauer und die Westbindung

Warum: Grundlegendes Verständnis der Nachkriegspolitik der BRD und der Ablehnung der DDR ist notwendig, um die Abkehr durch die Ostpolitik nachvollziehen zu können.

Die Studentenbewegung und die Neue Linke

Warum: Die politischen Strömungen der 1960er Jahre, einschließlich der kritischen Haltung gegenüber der bisherigen Deutschlandpolitik, sind wichtig für das Verständnis der Entstehung der Ostpolitik.

Schlüsselvokabular

OstverträgeAbkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und osteuropäischen Staaten (wie der Sowjetunion und Polen) in den frühen 1970er Jahren, die auf Entspannung und Normalisierung abzielten.
GrundlagenvertragEin zentraler Ostvertrag von 1972 zwischen der BRD und der DDR, der die Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten auf eine neue Basis stellte und gegenseitige Anerkennung beinhaltete.
Neue OstpolitikDie von Bundeskanzler Willy Brandt initiierte Politik der Entspannung und des Dialogs mit den osteuropäischen Staaten und der DDR, die auf einer Abkehr von der bisherigen Hallstein-Doktrin basierte.
Hallstein-DoktrinDie frühere außenpolitische Doktrin der BRD, die die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR durch Drittstaaten als unfreundlichen Akt wertete und Sanktionen androhte.
KSZE-ProzessKonferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, deren Ergebnisse (z.B. die Akte von Helsinki) auch das Verhältnis zwischen BRD und DDR beeinflussten und auf Entspannung und Kooperation abzielten.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungJeder DDR-Bürger wurde rund um die Uhr von der Stasi beobachtet.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die Überwachung war flächendeckend möglich, konzentrierte sich aber auf 'verdächtige' Personen; die Angst davor war jedoch allgegenwärtig. Die Analyse der Anzahl der Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) im Verhältnis zur Bevölkerung zeigt die Dimension.

Häufige FehlvorstellungIn der DDR gab es keine sozialen Unterschiede.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Es gab Privilegien für Parteifunktionäre, Sportler und Künstler (z.B. Zugang zu Westwaren, bessere Wohnungen). Die Untersuchung des Systems der 'Sonderversorgung' korrigiert das Bild der klassenlosen Gesellschaft.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Die Arbeit von Historikern in Archiven wie dem Bundesarchiv oder dem Archiv des Auswärtigen Amtes, die sich mit der Entstehung und den Folgen der Ostverträge beschäftigen, um die deutsche Teilung und Wiedervereinigung zu verstehen.
  • Die diplomatischen Verhandlungen und die politische Debatte im Deutschen Bundestag in den frühen 1970er Jahren, die die Grundlage für die heutige deutsche Außenpolitik und die Beziehungen zu osteuropäischen Nachbarn legten.
  • Die Auswirkungen der Ostverträge auf die Reisefreiheit und die familiären Kontakte zwischen Ost und West, die durch die Verträge erleichtert wurden und bis heute in den Erinnerungen vieler Menschen präsent sind.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Leiten Sie eine Diskussion mit der Frage: 'Inwiefern waren die Ostverträge ein Erfolg, und welche Kritikpunkte aus der damaligen Zeit sind heute noch relevant?' Bitten Sie die Schüler, konkrete Beispiele aus den Verträgen und der Kritik zu nennen.

Lernstandskontrolle

Geben Sie jedem Schüler eine Karte mit einer der folgenden Fragen: 'Nennen Sie zwei Kerninhalte des Grundlagenvertrags.' oder 'Erklären Sie kurz die Hauptkritik der CSU an der Ostpolitik.' Die Schüler schreiben ihre Antwort auf die Karte und geben sie ab.

Kurze Überprüfung

Stellen Sie eine kurze Multiple-Choice-Frage zur Bedeutung eines der Ostverträge, z.B. 'Welches Ziel verfolgte die BRD primär mit dem Moskauer Vertrag von 1970? a) Anerkennung der Oder-Neiße-Linie, b) Militärische Bündnisbildung, c) Kultureller Austausch.' Lassen Sie die Schüler die Antwort auf einem Zettel notieren.

Häufig gestellte Fragen

Was war die 'Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik'?
Honeckers Kernprogramm: Durch hohe Staatsausgaben für Wohnungsbau, stabile Preise und Sozialleistungen sollte die Zufriedenheit der Bevölkerung gesteigert werden. Dies führte jedoch langfristig zur massiven Verschuldung und zum Verfall der Industrie.
Wie funktionierte die Überwachung durch die Stasi?
Neben hauptamtlichen Mitarbeitern nutzte die Stasi ein riesiges Netz von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM), die Freunde, Kollegen oder Familienmitglieder ausspionierten. Ziel war die totale Information über die Stimmung im Land und die Unterdrückung jeder Opposition.
Warum war der Sport für die DDR so wichtig?
Sportliche Erfolge bei Olympischen Spielen dienten als 'Diplomaten im Trainingsanzug' der internationalen Anerkennung der DDR und sollten die Überlegenheit des sozialistischen Systems demonstrieren.
Wie kann man DDR-Alltag im Unterricht lebendig vermitteln?
Durch den Einsatz von Sachquellen und Zeitzeugenberichten, die auch die kleinen Freiräume und den Humor der Menschen zeigen. Aktive Methoden wie das Erstellen eines 'DDR-Lexikons' helfen Schülern, die spezifische Sprache und Lebenswelt zu verstehen.

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