Simulierte Gerichtsverhandlung

Simulierte Gerichtsverhandlung

Gerichtssimulation mit Rollenverteilung

4560 min1535 Schüler:innenTische sind wie in einem Gerichtssaal angeordnet

Auf einen Blick

Dauer

4560 min

Gruppengröße

1535 Schüler:innen

Raumgestaltung

Tische sind wie in einem Gerichtssaal angeordnet

Materialien

  • Rollenkarten
  • Beweismittel-Dossiers
  • Urteilsbogen für die Geschworenen

Bloom’sche Taxonomie

AnalysierenEvaluierenErschaffen

Kompetenzen für Soziales und Emotionales Lernen

Verantwortungsvolle EntscheidungsfindungSoziales Bewusstsein

Was ist Simulierte Gerichtsverhandlung?

Das Mock Trial (Simulierter Gerichtsprozess) ist eine hochgradig aktivierende Simulation, bei der Lernende die Rollen von Juristen und Zeugen übernehmen, um einen Fall zu verhandeln. Dies fördert tiefgehendes kritisches Denken und überzeugende Kommunikation. Die Methode funktioniert, weil sie die Lernenden zwingt, komplexe Informationen zu synthetisieren, widersprüchliche Beweise zu bewerten und unter Druck logische Argumente zu konstruieren. Indem sie über passives Auswendiglernen hinausgehen, entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein differenziertes Verständnis des Justizsystems und fachspezifischer Inhalte. Die Strategie wurzelt im Sozialkonstruktivismus und erfordert, dass die Lernenden durch gemeinsame Vorbereitung und kontroversen Diskurs Bedeutung aushandeln. Über juristisches Wissen hinaus kultiviert sie essenzielle Soft Skills wie Rhetorik, Empathie und analytisches Denken. Die Lernenden müssen Gegenargumente antizipieren, was ihre kognitive Flexibilität und die Fähigkeit stärkt, Themen aus mehreren Perspektiven zu betrachten. Diese immersive Umgebung verwandelt das Klassenzimmer in ein Labor für zivilgesellschaftliches Engagement und macht abstrakte Konzepte durch aktive Teilnahme und handlungsorientierte Leistungsbewertung greifbar.

Ideal für

Kontroverse historische EntscheidungenBeurteilung von Führungspersönlichkeiten und deren HandelnVerständnis von JustizsystemenAnalyse von Ursache und Wirkung

Anwendungszeitpunkt

Altersstufen

Kl. 1–2Kl. 3–5Kl. 6–8Kl. 9–12

Eignung nach Fach

MathematikDeutschNaturwissenschaftenGeschichte/SozialkundeSoziales und Emotionales LernenKunst

Durchführung von Simulierte Gerichtsverhandlung

1

Einen Fall auswählen und anpassen

Wählen Sie ein historisches Ereignis, einen literarischen Konflikt oder ein wissenschaftliches Dilemma aus und stellen Sie den Lernenden eine „Fallakte“ mit Zeugenaussagen und Beweismitteln zur Verfügung.

2

Rollen zuweisen

Teilen Sie die Klasse in Anklage/Kläger und Verteidigung ein und weisen Sie spezifische Rollen wie Hauptanwälte, Zeugen sowie eine Jury oder einen Richter zu.

3

Team-Erarbeitungsphase

Geben Sie den Teams Zeit, Beweise zu analysieren, Eröffnungsplädoyers zu entwerfen und Zeugenbefragungen vorzubereiten, während die Zeugen ihre Aussagen verinnerlichen.

4

Direkt- und Kreuzverhör üben

Lassen Sie die Lernenden ihre Fragetechniken proben. Fokus: Wie entlockt man eigenen Zeugen Informationen und wie fordert man die Gegenseite heraus?

5

Den formalen Prozess durchführen

Leiten Sie den Prozess nach Standardverfahren: Eröffnungsplädoyers, Zeugenaussagen mit Kreuzverhören und Schlussplädoyers.

6

Beratung und Urteilsverkündung

Lassen Sie die Jury unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten, um einen Konsens zu finden, während der Rest der Klasse über die Stärke der Argumente reflektiert.

7

Nachbesprechung und Reflexion

Führen Sie eine Diskussion mit der ganzen Klasse über den Ausgang des Prozesses, das Rechtsverfahren und wie die Simulation das Verständnis des Kernthemas verändert hat.

Forschungsergebnisse

Street, L. S.

2011 · Social Education, 75(3), 148-151

Simulierte Gerichtsprozesse verbessern signifikant die Fähigkeit der Lernenden, Primärquellen zu analysieren und durch Rollenspiele evidenzbasierte Argumente zu entwickeln.

Barton, K. C., Levstik, L. S.

2004 · Routledge, 1st Edition, 185-200

Simulationen wie Mock Trials fördern historisches Einfühlungsvermögen und helfen Lernenden, die Komplexität von Entscheidungsprozessen in vergangenen und gegenwärtigen Gesellschaften zu verstehen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Mock Trial im Bildungskontext?
Ein Mock Trial ist eine aktivierende Lernsimulation, bei der Lernende einen hypothetischen oder historischen Fall verhandeln, um argumentative und analytische Fähigkeiten aufzubauen. Es erfordert die Übernahme von Rollen wie Anwälten oder Zeugen, um rechtliche Prozesse und fachspezifische Themen zu untersuchen.
Wie setze ich einen simulierten Gerichtsprozess im Unterricht ein?
Wählen Sie zunächst ein Szenario aus, das zu Ihren Lehrplanzielen passt, und weisen Sie Rollen zu. Geben Sie Zeit für Recherche und Teamarbeit, um „Falltheorien“ zu entwickeln, bevor Sie den Prozess in einem strukturierten Format durchführen. Agieren Sie dabei als Moderator oder Richter.
Welche Vorteile bietet ein Mock Trial für die Lernenden?
Es stärkt das Selbstvertrauen beim freien Sprechen, das kritische Denken und die Fähigkeit, Beweise in eine schlüssige Erzählung zu integrieren. Zudem entwickeln die Lernenden ein tieferes Verständnis für das Justizsystem und soziale Kompetenzen durch die Teamarbeit.
Wie bewertet man einen simulierten Gerichtsprozess fair?
Nutzen Sie ein Raster, das Vorbereitung, Beweisführung und die Qualität der Argumentation bewertet, statt des „Urteils“. Bewerten Sie die individuelle Leistung in der jeweiligen Rolle, wie die Klarheit einer Zeugenaussage oder die Logik eines Kreuzverhörs.
Kann die Methode auch in anderen Fächern als Sozialkunde genutzt werden?
Ja, sie ist in Naturwissenschaften effektiv (z. B. Bioethik-Debatten) oder in Deutsch/Englisch, um literarische Figuren für ihr Handeln „vor Gericht“ zu stellen. Dies dient als Werkzeug für eine tiefgehende Charakteranalyse auf Basis von Textbelegen.

Eine Mission mit Simulierte Gerichtsverhandlung erstellen

Nutzen Sie Flip Education, um einen vollständigen Simulierte Gerichtsverhandlung-Unterrichtsentwurf zu erstellen – abgestimmt auf Ihren Lehrplan und bereit für den Einsatz in der Klasse.