Die Geste als Kunstwerk
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln kleine Handlungsabläufe im Raum und erforschen die Ausdruckskraft von Gesten.
Brauchen Sie einen Unterrichtsplan für Perspektiven und Ausdruck: Kunst im Wandel?
Leitfragen
- Kann eine einfache Bewegung Kunst sein?
- Wie kommunizieren wir ohne Worte nur durch Präsenz?
- Welche Rolle spielt das Publikum bei einer Performance?
KMK Bildungsstandards
Über dieses Thema
Die Geste als Kunstwerk führt die Schüler in die Welt der Performance Art ein, in der der Körper und die Handlung selbst zum Medium werden. In der 7. Klasse untersuchen wir, wie einfache, alltägliche Bewegungen durch Wiederholung, Verlangsamung oder Kontextverschiebung eine künstlerische Bedeutung erhalten. Dies entspricht den KMK-Standards im Bereich Aktion und fördert das Bewusstsein für nonverbale Kommunikation.
Die Schüler lernen, dass Kunst nicht immer ein dauerhaftes Objekt sein muss, sondern ein flüchtiger Moment im Raum sein kann. Sie experimentieren mit Präsenz, Rhythmus und der Interaktion mit dem Publikum oder dem Raum. Dieses Thema fordert die Schüler heraus, ihre Komfortzone zu verlassen und den eigenen Körper als Werkzeug zu begreifen. Aktive Lernformen sind hier essenziell, da Performance nur durch das Tun und Erleben im Raum verstanden werden kann.
Lernziele
- Demonstrieren Sie die Ausdruckskraft einer einfachen Geste durch Wiederholung und Variation.
- Analysieren Sie die Wirkung von nonverbaler Kommunikation in einer kurzen Performance.
- Entwerfen Sie einen Handlungsablauf, der die Rolle des Raumes und der Präsenz betont.
- Klassifizieren Sie verschiedene Arten von Gesten hinsichtlich ihrer kommunikativen Funktion.
- Erklären Sie, wie Kontext und Wiederholung die Bedeutung einer Geste verändern können.
Bevor es losgeht
Warum: Ein grundlegendes Verständnis für die Bedeutung von Körperhaltung und Mimik ist notwendig, um Gesten bewusst einzusetzen und zu analysieren.
Warum: Die Schüler sollten bereits Erfahrungen mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksmitteln gesammelt haben, um den Schritt zum körperlichen Ausdruck nachvollziehen zu können.
Schlüsselvokabular
| Performance Art | Eine Kunstform, bei der der Künstler seinen eigenen Körper und seine Handlungen als Medium einsetzt. Die Aufführung selbst ist das Kunstwerk. |
| Geste | Eine bewusste oder unbewusste Bewegung des Körpers, insbesondere der Hände oder des Kopfes, die eine Bedeutung oder einen Gedanken ausdrückt. |
| Präsenz | Die bewusste und wahrnehmbare Art, wie eine Person im Raum existiert und auf ihre Umgebung und das Publikum wirkt. |
| Nonverbale Kommunikation | Die Übermittlung von Botschaften durch Körpersprache, Mimik, Gestik und Haltung, ohne dabei gesprochene Worte zu verwenden. |
| Rauminszenierung | Die bewusste Gestaltung und Nutzung des Raumes durch den Performer, um die Wirkung der Performance zu verstärken. |
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenPlanspiel: Die Zeitlupen-Aktion
Schüler führen eine alltägliche Handlung (z.B. eine Jacke anziehen) extrem langsam aus (über 3 Minuten). Die Mitschüler beobachten, wie sich die Wahrnehmung der Bewegung und die Bedeutung der Handlung dadurch verändert.
Kollaborative Investigation: Raum-Linien
In Kleingruppen entwickeln Schüler eine kurze Sequenz von Bewegungen, die den Raum 'zeichnen' (z.B. nur Ecken ablaufen oder Kreise bilden). Sie führen dies synchron aus und analysieren die Wirkung auf den Betrachter.
Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Die stumme Botschaft
Ein Schüler führt eine einzige, klare Geste aus. Der Partner muss interpretieren, welche Emotion oder Anweisung dahintersteckt. Danach tauschen sie die Rollen und variieren die Intensität der Geste.
Bezüge zur Lebenswelt
Tänzer und Choreografen wie Pina Bausch nutzten Gesten und Körperausdruck, um komplexe Emotionen und soziale Themen in ihren Stücken zu vermitteln, wie in 'Café Müller'.
Schauspieler im Stummfilm-Genre, wie Charlie Chaplin, entwickelten eine meisterhafte Fähigkeit, Geschichten und Charaktere ausschließlich durch Mimik und Gestik zu erzählen.
Street Art Künstler nutzen oft den öffentlichen Raum und ihre eigene physische Präsenz, um temporäre Installationen oder Performances zu schaffen, die Passanten direkt ansprechen.
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungPerformance Art ist einfach nur Quatsch machen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Performance folgt oft strengen Konzepten und Regeln. Durch das Entwickeln eigener Partituren (Handlungsanweisungen) verstehen Schüler, dass hinter jeder künstlerischen Geste eine bewusste Entscheidung steht.
Häufige FehlvorstellungMan braucht Talent zum Schauspielern.
Was Sie stattdessen lehren sollten
In der Performance Art geht es nicht um Rollenspiel, sondern um authentische Präsenz und die Ausführung einer Handlung. Jeder Körper kann Kunst sein. Aktive Übungen zur Körperwahrnehmung nehmen den Leistungsdruck.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schüler erhalten eine Karte mit einer einfachen Alltagsgeste (z.B. Winken, Kopfschütteln). Sie sollen auf der Rückseite notieren: 1. Wie könnte diese Geste in einer Performance eine neue Bedeutung bekommen? 2. Welche zwei Wörter beschreiben die Wirkung dieser veränderten Geste?
Nach einer kurzen Gruppenperformance fragt die Lehrkraft: 'Welche Geste war für euch am ausdrucksstärksten und warum? Wie hat die Art, wie die Bewegung im Raum ausgeführt wurde, die Botschaft verändert? Nennt ein Beispiel, wie das Publikum auf die Performance reagiert hat.'
Zwei Schüler führen nacheinander eine vorbereitete Geste vor. Der andere Schüler gibt Feedback anhand von zwei Fragen: 1. Konnte ich die beabsichtigte Emotion oder Idee erkennen? 2. Was hätte die Bewegung im Raum noch deutlicher machen können? (z.B. Tempo, Größe, Wiederholung)
Vorgeschlagene Methoden
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Eigene Mission generierenHäufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Theater und Performance Art?
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Warum ist aktives Lernen für Performance Art unerlässlich?
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