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Körper und Aktion: Performance Art · 2. Halbjahr

Die Geste als Kunstwerk

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln kleine Handlungsabläufe im Raum und erforschen die Ausdruckskraft von Gesten.

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Leitfragen

  1. Kann eine einfache Bewegung Kunst sein?
  2. Wie kommunizieren wir ohne Worte nur durch Präsenz?
  3. Welche Rolle spielt das Publikum bei einer Performance?

KMK Bildungsstandards

AktionBildnerische Mittel
Klasse: Klasse 7
Fach: Perspektiven und Ausdruck: Kunst im Wandel
Einheit: Körper und Aktion: Performance Art
Zeitraum: 2. Halbjahr

Über dieses Thema

Die Geste als Kunstwerk führt die Schüler in die Welt der Performance Art ein, in der der Körper und die Handlung selbst zum Medium werden. In der 7. Klasse untersuchen wir, wie einfache, alltägliche Bewegungen durch Wiederholung, Verlangsamung oder Kontextverschiebung eine künstlerische Bedeutung erhalten. Dies entspricht den KMK-Standards im Bereich Aktion und fördert das Bewusstsein für nonverbale Kommunikation.

Die Schüler lernen, dass Kunst nicht immer ein dauerhaftes Objekt sein muss, sondern ein flüchtiger Moment im Raum sein kann. Sie experimentieren mit Präsenz, Rhythmus und der Interaktion mit dem Publikum oder dem Raum. Dieses Thema fordert die Schüler heraus, ihre Komfortzone zu verlassen und den eigenen Körper als Werkzeug zu begreifen. Aktive Lernformen sind hier essenziell, da Performance nur durch das Tun und Erleben im Raum verstanden werden kann.

Lernziele

  • Demonstrieren Sie die Ausdruckskraft einer einfachen Geste durch Wiederholung und Variation.
  • Analysieren Sie die Wirkung von nonverbaler Kommunikation in einer kurzen Performance.
  • Entwerfen Sie einen Handlungsablauf, der die Rolle des Raumes und der Präsenz betont.
  • Klassifizieren Sie verschiedene Arten von Gesten hinsichtlich ihrer kommunikativen Funktion.
  • Erklären Sie, wie Kontext und Wiederholung die Bedeutung einer Geste verändern können.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Körpersprache

Warum: Ein grundlegendes Verständnis für die Bedeutung von Körperhaltung und Mimik ist notwendig, um Gesten bewusst einzusetzen und zu analysieren.

Einführung in visuelle Ausdrucksformen

Warum: Die Schüler sollten bereits Erfahrungen mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksmitteln gesammelt haben, um den Schritt zum körperlichen Ausdruck nachvollziehen zu können.

Schlüsselvokabular

Performance ArtEine Kunstform, bei der der Künstler seinen eigenen Körper und seine Handlungen als Medium einsetzt. Die Aufführung selbst ist das Kunstwerk.
GesteEine bewusste oder unbewusste Bewegung des Körpers, insbesondere der Hände oder des Kopfes, die eine Bedeutung oder einen Gedanken ausdrückt.
PräsenzDie bewusste und wahrnehmbare Art, wie eine Person im Raum existiert und auf ihre Umgebung und das Publikum wirkt.
Nonverbale KommunikationDie Übermittlung von Botschaften durch Körpersprache, Mimik, Gestik und Haltung, ohne dabei gesprochene Worte zu verwenden.
RauminszenierungDie bewusste Gestaltung und Nutzung des Raumes durch den Performer, um die Wirkung der Performance zu verstärken.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

Tänzer und Choreografen wie Pina Bausch nutzten Gesten und Körperausdruck, um komplexe Emotionen und soziale Themen in ihren Stücken zu vermitteln, wie in 'Café Müller'.

Schauspieler im Stummfilm-Genre, wie Charlie Chaplin, entwickelten eine meisterhafte Fähigkeit, Geschichten und Charaktere ausschließlich durch Mimik und Gestik zu erzählen.

Street Art Künstler nutzen oft den öffentlichen Raum und ihre eigene physische Präsenz, um temporäre Installationen oder Performances zu schaffen, die Passanten direkt ansprechen.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungPerformance Art ist einfach nur Quatsch machen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Performance folgt oft strengen Konzepten und Regeln. Durch das Entwickeln eigener Partituren (Handlungsanweisungen) verstehen Schüler, dass hinter jeder künstlerischen Geste eine bewusste Entscheidung steht.

Häufige FehlvorstellungMan braucht Talent zum Schauspielern.

Was Sie stattdessen lehren sollten

In der Performance Art geht es nicht um Rollenspiel, sondern um authentische Präsenz und die Ausführung einer Handlung. Jeder Körper kann Kunst sein. Aktive Übungen zur Körperwahrnehmung nehmen den Leistungsdruck.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karte mit einer einfachen Alltagsgeste (z.B. Winken, Kopfschütteln). Sie sollen auf der Rückseite notieren: 1. Wie könnte diese Geste in einer Performance eine neue Bedeutung bekommen? 2. Welche zwei Wörter beschreiben die Wirkung dieser veränderten Geste?

Diskussionsfrage

Nach einer kurzen Gruppenperformance fragt die Lehrkraft: 'Welche Geste war für euch am ausdrucksstärksten und warum? Wie hat die Art, wie die Bewegung im Raum ausgeführt wurde, die Botschaft verändert? Nennt ein Beispiel, wie das Publikum auf die Performance reagiert hat.'

Gegenseitige Bewertung

Zwei Schüler führen nacheinander eine vorbereitete Geste vor. Der andere Schüler gibt Feedback anhand von zwei Fragen: 1. Konnte ich die beabsichtigte Emotion oder Idee erkennen? 2. Was hätte die Bewegung im Raum noch deutlicher machen können? (z.B. Tempo, Größe, Wiederholung)

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Theater und Performance Art?
Theater basiert meist auf einem Text und einer fiktiven Rolle. Performance Art ist oft konzeptueller, findet im 'Hier und Jetzt' statt und der Künstler agiert als er selbst, oft ohne feste Handlung.
Wie kann ich Performance im Kunstunterricht bewerten?
Bewerten Sie die Konsequenz in der Ausführung, die Klarheit des Konzepts und die Reflexionsfähigkeit des Schülers über seine eigene Aktion und deren Wirkung.
Warum ist aktives Lernen für Performance Art unerlässlich?
Performance lässt sich nicht aus Büchern lernen. Nur durch das eigene Agieren im Raum und die unmittelbare Reaktion des Publikums (Mitschüler) begreifen Lernende die Konzepte von Zeit, Raum und Präsenz.
Welche Künstler sind wichtig für dieses Thema?
Marina Abramović oder Joseph Beuys bieten gute Einstiegspunkte, um über die Grenzen zwischen Leben und Kunst zu diskutieren.