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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Terror und Verfolgung im Alltag

Aktives Lernen eignet sich besonders gut, weil die Schülerinnen und Schüler die Mechanismen von Terror und Verfolgung nicht nur theoretisch verstehen, sondern ihre Wirkung im Alltag nachvollziehen können. Durch konkrete Erfahrungen wie Rollenspiele oder Quellenarbeit entwickeln sie Empathie und erkennen, wie leicht gesellschaftliche Ausgrenzung entstehen kann.

KMK BildungsstandardsKMK-UrteilskompetenzKMK-Orientierungskompetenz
30–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Instrumente des Terrors

Richten Sie vier Stationen ein: Gestapo-Berichte analysieren, Denunziationsschreiben lesen, Ausgrenzungsplakate deuten, KZ-Statistiken grafisch darstellen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Beobachtungen. Abschließende Plenumdiskussion verbindet Stationen.

Wie funktionierte das Zusammenspiel von Terror durch die Gestapo und freiwilliger Denunziation?

ModerationstippBeim Stationenlernen die Materialien so wählen, dass sie sowohl sachliche Informationen als auch emotionale Zugänge bieten, um die Balance zwischen Fakten und Betroffenheit zu wahren.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem Stichwort (z.B. 'Gestapo', 'Denunziation', 'Juden'). Sie sollen je einen Satz schreiben, der erklärt, wie dieses Stichwort mit Terror und Verfolgung im NS-Alltag zusammenhängt, und ein Beispiel nennen.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel30 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Denunziation im Viertel

Teilen Sie Rollen aus: Nachbarn, Oppositionelle, Gestapo-Mitglied. Gruppen spielen Szenarien nach, in denen Denunziation entsteht. Danach reflektieren sie Motive in einer Runde. Sensible Moderation gewährleistet.

Welche Gruppen wurden als gemeinschaftsfremd ausgegrenzt und verfolgt?

ModerationstippIm Rollenspiel die Schülerinnen und Schüler bewusst in Rollen drängen, die ihnen zunächst unangenehm sind, um die Mechanismen von Druck und Denunziation erfahrbar zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wie konnten freiwillige Denunziationen neben dem staatlichen Terror der Gestapo so effektiv funktionieren?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend ihre wichtigsten Argumente im Plenum vorstellen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Zeitstrahl-Challenge35 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Challenge: Aufbau der KZs

Schüler recherchieren Eröffnungen von KZs vor 1939 in Paaren, platzieren Karten auf einem Klassenzeitstrahl. Ergänzen Sie Opferzahlen und Gründe. Gemeinsame Präsentation diskutiert Sichtbarkeit.

Inwieweit war das System der Konzentrationslager bereits vor dem Krieg sichtbar?

ModerationstippBeim Zeitstrahl darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Daten einprägen, sondern auch die Dynamik der Entwicklung erkennen und in eigenen Worten beschreiben können.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein Bild oder ein kurzes Zitat, das eine Ausgrenzungssituation darstellt. Bitten Sie die Schüler, auf einem Zettel zu notieren, welche Gruppe hier gemeint sein könnte und warum sie als 'gemeinschaftsfremd' galt.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse40 Min. · Kleingruppen

Diskussionskarussell: Verfolgte Gruppen

Gruppen bereiten Infos zu einer Gruppe vor (z.B. Juden, Homosexuelle), rotieren und ergänzen andere Plakate. Abschluss: Welche Gemeinsamkeiten in der Ausgrenzung?

Wie funktionierte das Zusammenspiel von Terror durch die Gestapo und freiwilliger Denunziation?

ModerationstippIm Diskussionskarussell die Gruppen so zusammenstellen, dass unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und kontroverse Positionen sichtbar werden.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem Stichwort (z.B. 'Gestapo', 'Denunziation', 'Juden'). Sie sollen je einen Satz schreiben, der erklärt, wie dieses Stichwort mit Terror und Verfolgung im NS-Alltag zusammenhängt, und ein Beispiel nennen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass bei diesem Thema eine klare Struktur wichtig ist, um Verharmlosung oder emotionale Überforderung zu vermeiden. Sie vermeiden es, die Schülerinnen und Schüler mit zu vielen Details zu überfordern, sondern konzentrieren sich auf zentrale Mechanismen wie Denunziation und Ausgrenzung. Gleichzeitig ist es entscheidend, Raum für Reflexion zu schaffen, damit die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Haltungen hinterfragen können. Empirische Studien zeigen, dass narrative Zugänge und persönliche Zeugnisse die Lernwirkung deutlich erhöhen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Gruppen der Verfolgten benennen und die Zusammenhänge zwischen staatlichem Terror, Denunziation und gesellschaftlicher Ausgrenzung erklären können. Sie sollen auch erkennen, dass das KZ-System keine plötzliche Erscheinung, sondern eine schrittweise Entwicklung war.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens 'Instrumente des Terrors' denken einige Schülerinnen und Schüler, der Terror sei ausschließlich von der Gestapo ausgegangen.

    Nutzen Sie die Stationen, um gezielt Beispiele freiwilliger Denunziation durch Nachbarn oder Kollegen einzubauen. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass der Terror nur durch die Mitwirkung der Bevölkerung funktionierte. Fragen Sie nach Abschluss der Stationen: 'Welche Rolle spielten nicht-staatliche Akteure?'

  • Im Diskussionskarussell 'Verfolgte Gruppen' wird fälschlicherweise angenommen, dass nur Juden Opfer der Verfolgung waren.

    Geben Sie den Gruppen den Auftrag, in den Quellen bewusst nach Hinweisen auf andere verfolgte Gruppen zu suchen. Fordern Sie sie auf, jeweils ein Beispiel für eine ausgegrenzte Gruppe zu nennen und zu begründen, warum sie als 'gemeinschaftsfremd' galt.

  • Beim Zeitstrahl 'Aufbau der KZs' glauben manche, die Lager seien erst im Krieg entstanden.

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler im Zeitstrahl explizit nach frühen Lagern wie dem KZ Dachau (1933) suchen. Fordern Sie sie auf, Unterschiede zwischen den Phasen 1933-1939 und ab 1939 herauszuarbeiten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden