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Geschichte · Klasse 9 · Imperialismus und der Weg in den Ersten Weltkrieg · 1. Halbjahr

Machtübernahme und Gleichschaltung (1933-1934)

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Schritte zur Errichtung der NS-Diktatur und die Ausschaltung der Opposition.

KMK BildungsstandardsKMK-SachkompetenzKMK-Urteilskompetenz

Über dieses Thema

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 bis 1934 stellt einen zentralen Abschnitt der deutschen Geschichte dar. Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 untersuchen die entscheidenden Schritte zur Errichtung der NS-Diktatur: den Reichstagsbrand am 27. Februar 1933, die folgende Reichstagsbrandverordnung, die Grundrechte suspendierte, sowie das Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933, das die parlamentarische Demokratie beendete. Sie analysieren, wie diese Ereignisse die Opposition ausschalteten und die Gleichschaltung von Staat, Parteien, Gewerkschaften und Vereinen vorantrieben.

Im Rahmen der KMK-Standards fördert dieses Thema Sachkompetenz durch das Erkennen historischer Abläufe und Urteilskompetenz durch die Beurteilung der Geschwindigkeit und Effektivität der Maßnahmen. Es verbindet den Unterricht mit der Unit zum Imperialismus und dem Weg in den Ersten Weltkrieg, indem es Kontinuitäten autoritärer Strukturen aufzeigt und Schülerinnen und Schüler befähigt, Diktaturdynamiken kritisch zu bewerten.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend für dieses Thema, da die raschen politischen Prozesse durch Rollenspiele, Quellenanalysen und Gruppendiskussionen erfahrbar werden. So internalisieren Schüler die Mechanismen der Machtkonzentration und üben, komplexe Zusammenhänge eigenständig zu rekonstruieren. (178 Wörter)

Leitfragen

  1. Analysiere die Bedeutung des Reichstagsbrandes und der Reichstagsbrandverordnung für die Machtübernahme Hitlers.
  2. Erkläre, wie das 'Ermächtigungsgesetz' die parlamentarische Demokratie beendete.
  3. Beurteile die Geschwindigkeit und Effektivität der Gleichschaltung in den ersten Jahren der NS-Herrschaft.

Lernziele

  • Analysiere die kausalen Zusammenhänge zwischen dem Reichstagsbrand, der Reichstagsbrandverordnung und der Einschränkung von Grundrechten.
  • Erkläre die rechtlichen und politischen Mechanismen, durch die das Ermächtigungsgesetz die Gewaltenteilung aufhob.
  • Bewerte die Effektivität der Gleichschaltung auf verschiedenen Ebenen (z.B. Verwaltung, Kultur, Sport) in den Jahren 1933-1934.
  • Identifiziere die Hauptakteure und ihre Rollen bei der Umsetzung der Machtübernahme und Gleichschaltung.

Bevor es losgeht

Die Weimarer Republik: Herausforderungen und Scheitern

Warum: Grundkenntnisse über die politische Struktur und die Krisen der Weimarer Republik sind notwendig, um die Umstände der Machtübernahme zu verstehen.

Grundlagen politischer Systeme: Demokratie und Diktatur

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der Merkmale von Demokratien und Diktaturen hilft den Schülerinnen und Schülern, die Veränderungen von 1933 einzuordnen.

Schlüsselvokabular

ReichstagsbrandverordnungEine Notverordnung des Reichspräsidenten, die nach dem Reichstagsbrand 1933 erlassen wurde und wesentliche Grundrechte außer Kraft setzte.
ErmächtigungsgesetzEin Gesetz vom 23. März 1933, das der Regierung Hitler die Gesetzgebungskompetenz übertrug und damit die parlamentarische Demokratie beendete.
GleichschaltungDer Prozess der nationalsozialistischen Herrschaft, durch den alle staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen unter die Kontrolle der NSDAP gebracht wurden.
NotverordnungEine Verordnung, die der Reichspräsident in Krisenzeiten erlassen konnte, um ohne Zustimmung des Reichstags zu regieren.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungHitler hatte nach der Wahl vom Januar 1933 sofort absolute Macht.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Tatsächlich brauchte er mehrere Schritte wie Reichstagsbrand und Ermächtigungsgesetz. Aktive Methoden wie Zeitstrahle helfen Schüler, den schrittweisen Prozess zu visualisieren und Fehlvorstellungen durch Gruppendiskussion zu korrigieren.

Häufige FehlvorstellungDie Gleichschaltung betraf nur politische Parteien.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Sie umfasste Staat, Wirtschaft, Kultur und Alltag. Quellenstationen ermöglichen es Schüler, vielfältige Beispiele zu entdecken und durch Peer-Teaching die Breite der Maßnahmen zu verstehen.

Häufige FehlvorstellungDer Reichstagsbrand war eindeutig ein kommunistischer Anschlag.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die Urheberschaft ist umstritten, diente aber der NS-Propaganda. Rollenspiele fördern kritisches Quellenlesen und helfen, Propaganda von Fakten zu trennen.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Historiker im Deutschen Historischen Museum in Berlin analysieren und präsentieren Originaldokumente wie die Reichstagsbrandverordnung, um die Schritte zur Diktatur zu veranschaulichen.
  • Journalisten und Politikwissenschaftler untersuchen heute die Mechanismen autoritärer Machtergreifungen weltweit und ziehen Vergleiche zu den Ereignissen von 1933, um aktuelle Entwicklungen besser zu verstehen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einem der folgenden Begriffe: 'Reichstagsbrand', 'Reichstagsbrandverordnung', 'Ermächtigungsgesetz'. Sie sollen in zwei Sätzen erklären, wie dieser Begriff zur Errichtung der NS-Diktatur beitrug.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'War die Gleichschaltung im Jahr 1934 bereits vollständig abgeschlossen?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler Argumente sammeln, die ihre Antwort stützen, und diskutieren Sie die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Gleichschaltung in verschiedenen Bereichen.

Kurze Überprüfung

Erstellen Sie eine Liste von 5 Aussagen über die Ereignisse von 1933-1934 (z.B. 'Die Reichstagsbrandverordnung wurde vom Parlament verabschiedet.'). Die Schülerinnen und Schüler markieren jede Aussage als 'wahr' oder 'falsch' und korrigieren falsche Aussagen kurz.

Häufig gestellte Fragen

Was war die Bedeutung des Reichstagsbrands für die Machtübernahme?
Der Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 wurde von den Nationalsozialisten genutzt, um die Kommunisten zu diffamieren. Die Reichstagsbrandverordnung vom 28. Februar suspendierte Grundrechte wie Versammlungsfreiheit und Habeas Corpus. Dies ebnete den Weg für Verhaftungen von Oppositionellen und stärkte die Exekutivmacht erheblich. Schüler lernen, wie ein Ereignis gezielt instrumentalisiert wurde. (72 Wörter)
Wie beendete das Ermächtigungsgesetz die Demokratie?
Das Ermächtigungsgesetz erlaubte der Regierung, Gesetze ohne Reichstag zu erlassen, solange sie den Inhalt des Grundgesetzes nicht berührten. Unter Druck und mit SA-Präsenz verabschiedet, ermöglichte es die Diktatur legal. Es markierte das Ende der Gewaltenteilung. Durch Analyse der Abstimmung verstehen Schüler manipulative Techniken. (68 Wörter)
Warum war die Gleichschaltung so effektiv?
Die Gleichschaltung erfolgte rasch durch Koordinierungsstellen, Terror und Propaganda. Innerhalb von Monaten wurden Länderregierungen, Gewerkschaften und Vereine gleichgeschaltet. Die Geschwindigkeit resultierte aus der zentralen Macht und fehlender Opposition. Schüler bewerten dies anhand von Beispielen wie der Deutschen Arbeitsfront. (64 Wörter)
Wie unterstützt aktives Lernen beim Thema Machtübernahme?
Aktives Lernen macht abstrakte Prozesse greifbar: Rollenspiele simulieren Reichstagssitzungen, Quellenstationen fördern eigenständige Analysen, Zeitstrahle visualisieren Abläufe. Schüler entwickeln Urteilskompetenz durch Debatten und Gruppendiskussionen. Solche Methoden verbinden Fakten mit emotionaler Auseinandersetzung, verbessern Retention und sensibilisieren für Demokratiegefährdungen. (76 Wörter)

Planungsvorlagen für Geschichte