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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Der 'Wettlauf um Afrika' und seine Folgen

Aktives Lernen eignet sich besonders für dieses Thema, weil die Schüler die abstrakten Konzepte der industriellen Kriegsführung und Kolonialherrschaft durch konkrete Erfahrungen greifbar machen können. Die Stationenrotation und der Gallery Walk ermöglichen es, die emotionale und rationale Ebene des Themas gleichermaßen anzusprechen und so nachhaltige Lernerfolge zu erzielen.

KMK BildungsstandardsKMK-SachkompetenzKMK-Urteilskompetenz
40–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Gruppenpuzzle60 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Alltag an der Front und in der Heimat

An verschiedenen Stationen untersuchen Schüler Feldpostbriefe, Lebensmittelkarten und Propagandaplakate. Sie erstellen ein Vergleichsprotokoll, das die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Soldaten und Zivilisten gegenüberstellt.

Analysiere die Rolle der Berliner Konferenz 1884/85 für die Aufteilung Afrikas.

ModerationstippStellen Sie während der Stationenrotation sicher, dass die Quellen an jeder Station unterschiedliche Perspektiven abdecken, um einseitige Darstellungen zu vermeiden.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nenne zwei Hauptkriterien, nach denen die europäischen Mächte auf der Berliner Konferenz Afrika aufteilten, und erkläre kurz, warum diese Kriterien problematisch für die afrikanische Bevölkerung waren.'

VerstehenAnalysierenBewertenBeziehungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Forschungskreis45 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Technisierung des Todes

Kleingruppen recherchieren zu einer Erfindung (z.B. Maschinengewehr, U-Boot) und deren Auswirkung auf die Kriegsführung. Sie präsentieren ihre Ergebnisse in Form eines 'Museumsrundgangs' mit Kurzreferaten.

Beurteile die langfristigen Auswirkungen der kolonialen Grenzziehungen auf die heutigen afrikanischen Staaten.

ModerationstippFordern Sie die Schüler bei der Collaborative Investigation auf, ihre Rechercheergebnisse in einer Tabelle zu strukturieren, um die Komplexität der Technisierung des Todes sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein afrikanischer Führer im Jahr 1900. Welche drei konkreten negativen Folgen der kolonialen Grenzziehung für Ihr Volk sehen Sie voraus? Diskutieren Sie Ihre Antworten in Kleingruppen.'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Museumsgang40 Min. · Partnerarbeit

Museumsgang: Kriegspropaganda dekonstruieren

An den Wänden hängen Plakate verschiedener Kriegsparteien. Die Schüler wandern umher, notieren genutzte Symbole und Feindbilder und diskutieren abschließend, wie Medien zur Mobilisierung der Massen genutzt wurden.

Erkläre, wie die europäischen Mächte ihre Herrschaft in Afrika etablierten und aufrechterhielten.

ModerationstippLegen Sie beim Gallery Walk Wert darauf, dass die Schüler nicht nur die Propaganda erkennen, sondern auch die Absichten hinter den Bildern und Texten benennen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einem Arbeitsblatt drei Methoden aufzulisten, mit denen europäische Mächte ihre Herrschaft in Afrika etablierten und aufrechterhielten. Lassen Sie sie anschließend kurz erklären, welche Methode sie als am effektivsten für die Kolonialmacht einschätzen und warum.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass dieses Thema nicht allein historisch, sondern auch ethisch und gesellschaftlich diskutiert werden muss. Vermeiden Sie eine rein technikhistorische Betrachtung, sondern lenken Sie den Fokus auf die menschlichen Konsequenzen. Nutzen Sie Quellen aus verschiedenen Perspektiven, um Kolonialismus und Kriegsführung multiperspektivisch zu beleuchten. Die Kombination aus emotionalen und analytischen Zugängen hat sich als besonders wirksam erwiesen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn die Schüler die Verzahnung von technischem Fortschritt, wirtschaftlicher Logik und menschlichem Leid erkennen und in eigenen Worten erklären können. Sie sollten nicht nur Fakten wiedergeben, sondern Zusammenhänge zwischen den Materialschlachten, der Kolonialpolitik und den sozialen Folgen herstellen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation mit Fokus auf 'Alltag an der Front und in der Heimat' hören einige Schüler, dass der Krieg durch strategische Genieentscheidungen der Generäle entschieden wurde.

    Fordern Sie die Schüler in der Reflexionsphase auf, die an jeder Station präsentierten Daten zur Industrieproduktion mit den geführten Schlachten zu verknüpfen und so zu erkennen, dass die wirtschaftliche Kapazität der entscheidende Faktor war.

  • Im Rahmen der Collaborative Investigation zur 'Technisierung des Todes' nehmen einige Schüler an, dass die Frauenarbeit in der Rüstung ein freiwilliger Akt der Emanzipation war.

    Nutzen Sie die gesammelten Daten und Zitate aus den Quellen, um in der Abschlussdiskussion zu zeigen, dass die Arbeit oft unter Zwang und aus Mangel an Alternativen erfolgte und viele Rechte nach 1918 wieder eingeschränkt wurden.


In dieser Übersicht verwendete Methoden