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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Jugend im Nationalsozialismus

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil Jugendliche durch die Analyse von Quellen und die Einnahme unterschiedlicher Perspektiven ein nuanciertes Verständnis für die Ambivalenz dieser Zeit entwickeln. Die Kombination aus historischen Materialien und persönlicher Auseinandersetzung hilft, abstrakte Konzepte wie Propaganda und Indoktrination greifbar zu machen.

KMK BildungsstandardsKMK-SachkompetenzKMK-Orientierungskompetenz
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: HJ- und BDM-Quellen

Richten Sie fünf Stationen ein: Propaganda (Plakate analysieren), Alltag (Tagebücher lesen), Sport (Fotos beschreiben), Familie (Gesetze notieren), Widerstand (Berichte sammeln). Gruppen rotieren alle 10 Minuten, protokollieren Beobachtungen und diskutieren am Ende.

Mit welchen Methoden versuchte das Regime, die Loyalität der Jugend zu gewinnen?

ModerationstippLegen Sie beim Stationenlernen Wert darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten sammeln, sondern auch die Intentionen hinter den Quellen hinterfragen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karte mit einer der folgenden Fragen: 'Nennen Sie zwei Methoden, mit denen die HJ/BDM die Loyalität der Jugend gewinnen wollte.' oder 'Beschreiben Sie eine Veränderung im Familienleben, die durch den Zugriff des Staates auf Kinder entstand.' Die Antworten werden eingesammelt und kurz ausgewertet.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Ein Tag in der HJ

Schüler verkörpern Rollen wie HJ-Führer, Mitglied oder Elternteil. Sie simulieren einen Appell mit Parolen und Übungen, notieren Gefühle danach. Abschließende Reflexion in der Klasse vergleicht mit Quellen.

Wie veränderte sich das Familienleben durch den staatlichen Zugriff auf die Kinder?

ModerationstippBeobachten Sie beim Rollenspiel genau, ob die Teilnehmenden die Machtstrukturen und Loyalitätserwartungen der NS-Zeit realistisch darstellen können.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Spielräume für Eigensinn oder Widerstand gab es für Jugendliche in den NS-Organisationen?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler zunächst einzeln Ideen sammeln und dann in Kleingruppen diskutieren, bevor Sie die Ergebnisse im Plenum zusammentragen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Spielräume für Widerstand

Teilen Sie die Klasse in Pro- und Contra-Gruppen. Jede Gruppe sammelt Argumente aus Quellen zu Eigensinn in den Verbänden. Moderierte Debatte mit Abstimmung schließt ab.

Welche Spielräume für Eigensinn oder Widerstand gab es innerhalb der Jugendverbände?

ModerationstippFühren Sie die Debatte zum Widerstand systematisch durch, indem Sie zunächst klare Kriterien für Widerstandshandlungen festlegen.

Worauf zu achten istTeilen Sie kurze Textauszüge aus HJ- oder BDM-Schriften aus. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, jeweils eine zentrale Botschaft oder ein Erziehungsziel zu identifizieren und in einem Satz zu formulieren. Dies kann mündlich oder schriftlich erfolgen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Expertenrunde35 Min. · Partnerarbeit

Familienleben-Mapping

In Paaren zeichnen Schüler Karten des Familienlebens vor und nach 1933. Sie markieren Zugriffe durch HJ/BDM und notieren Auswirkungen. Gemeinsame Präsentation visualisiert Veränderungen.

Mit welchen Methoden versuchte das Regime, die Loyalität der Jugend zu gewinnen?

ModerationstippVeranschaulichen Sie beim Familienleben-Mapping die Veränderungen konkret durch Vorher-Nachher-Vergleiche von Familienstrukturen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karte mit einer der folgenden Fragen: 'Nennen Sie zwei Methoden, mit denen die HJ/BDM die Loyalität der Jugend gewinnen wollte.' oder 'Beschreiben Sie eine Veränderung im Familienleben, die durch den Zugriff des Staates auf Kinder entstand.' Die Antworten werden eingesammelt und kurz ausgewertet.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, wie wichtig es ist, Jugendliche nicht als passive Opfer oder Täter zu sehen, sondern ihre Handlungsmöglichkeiten und individuellen Entscheidungen in den Vordergrund zu stellen. Vermeiden Sie eine moralische Bewertung und konzentrieren Sie sich auf die Analyse der Systemmechanismen. Nutzen Sie die Perspektivenvielfalt der Quellen, um die Ambivalenz jugendlichen Verhaltens in dieser Zeit zu verdeutlichen.

Schülerinnen und Schüler erkennen die komplexen Mechanismen der NS-Erziehung und die Bandbreite jugendlicher Erfahrungen zwischen Begeisterung, Anpassung und Widerstand. Sie können Quellen kritisch einordnen und diskutieren Handlungsspielräume sachlich und differenziert.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Alle Jugendlichen waren begeisterte Nationalsozialisten.

    Während der Stationenlernen-Aktivität mit HJ- und BDM-Quellen achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler ambivalente Berichte wie Tagebucheinträge oder Briefe analysieren, die sowohl Begeisterung als auch Skepsis zeigen.

  • Widerstand in HJ und BDM war unmöglich.

    Beim Rollenspiel 'Ein Tag in der HJ' fordern Sie die Teilnehmenden auf, mögliche Formen des Eigensinns wie versteckte Kritik oder kleine Regelverstöße zu identifizieren und in der Reflexion zu diskutieren.

  • Das Regime ignorierte das Familienleben.

    Beim Familienleben-Mapping vergleichen die Schülerinnen und Schüler gezielt staatliche Erziehungsvorgaben mit privaten Familienwerten und machen so die Eingriffe des NS-Regimes in den Alltag sichtbar.


In dieser Übersicht verwendete Methoden