Die Rolle der Kirchen im NationalsozialismusAktivitäten & Unterrichtsstrategien
Aktives Lernen hilft Schülerinnen und Schülern hier, die oft grauenhafte Komplexität der Kirchenpolitik im Nationalsozialismus zu erfassen. Durch Quellenarbeit, Rollenspiele und Diskussionen erkennen sie selbst, wie schwer Anpassung und Widerstand zu trennen waren, und entwickeln ein differenziertes Bild.
Lernziele
- 1Analysiere die unterschiedlichen Reaktionen der evangelischen und katholischen Kirche auf das NS-Regime anhand von Primärquellen.
- 2Erkläre die theologischen und politischen Argumente, die sowohl für die Anpassung als auch für den Widerstand innerhalb der Kirchen angeführt wurden.
- 3Bewerte die moralische und institutionelle Verantwortung der Kirchen im Hinblick auf die Verfolgung von Juden und anderen Minderheiten während der NS-Zeit.
- 4Vergleiche die Strategien der Bekennenden Kirche und des Reichskonkordats im Umgang mit der NS-Diktatur.
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Quellenstationen: Kirchenreaktionen
Richten Sie vier Stationen ein: Reichskonkordat-Text, Niemöller-Reden, Bischofserlasse, Opferberichte. Gruppen analysieren je eine Quelle, notieren Anpassung oder Widerstand und präsentieren. Schließen Sie mit Plenum-Diskussion ab.
Vorbereitung & Details
Analysiere die unterschiedlichen Reaktionen der Kirchen auf die NS-Diktatur.
Moderationstipp: Stellen Sie bei den Quellenstationen sicher, dass jede Gruppe mindestens eine Quelle zur Anpassung und eine zum Widerstand analysiert, um Vergleiche zu ermöglichen.
Setup: Gruppentische mit Platz für die Fallunterlagen
Materials: Fallstudien-Paket (3-5 Seiten), Arbeitsblatt mit Analyseraster, Präsentationsvorlage
Rollenspiel: Kirchenkonferenz
Teilen Sie Rollen zu: Kirchenführer, NS-Vertreter, Gläubige. Paare bereiten Positionen vor, debattieren in Plenum. Reflektieren Sie danach Motive und Konsequenzen.
Vorbereitung & Details
Erkläre die Gründe für Anpassung und Widerstand innerhalb der kirchlichen Institutionen.
Moderationstipp: Im Rollenspiel zur Kirchenkonferenz geben Sie den Schülerinnen und Schülern klare Rollenprofile vor, die sowohl Zustimmung als auch Kritik am NS-Regime enthalten.
Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario
Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing
Debatte: Entscheidungspunkte
Erstellen Sie gemeinsam einen Zeitstrahl mit Schlüsseldaten. Gruppen wählen ein Ereignis, argumentieren für Anpassung oder Widerstand und stimmen im Plenum ab.
Vorbereitung & Details
Beurteile die Verantwortung der Kirchen im Kontext der NS-Verbrechen.
Moderationstipp: Bei der Zeitstrahl-Debatte achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Daten nennen, sondern auch die Konsequenzen der Entscheidungen diskutieren.
Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum
Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr
Ethik-Runde: Verantwortung bewerten
Präsentieren Sie Fallstudien anonym. Jede Schülerin und jeder Schüler bewertet individuell, diskutiert dann in Kleingruppen und fasst Klassenmeinung zusammen.
Vorbereitung & Details
Analysiere die unterschiedlichen Reaktionen der Kirchen auf die NS-Diktatur.
Moderationstipp: In der Ethik-Runde fordern Sie die Lernenden auf, ihre Argumente mit historischen Beispielen zu belegen, um Abstraktionen zu vermeiden.
Setup: Gruppentische mit Platz für die Fallunterlagen
Materials: Fallstudien-Paket (3-5 Seiten), Arbeitsblatt mit Analyseraster, Präsentationsvorlage
Dieses Thema unterrichten
Erfahrene Lehrkräfte arbeiten mit diesem Thema besonders effektiv, wenn sie die Ambivalenz betonen und vermeiden, die Kirchen als einheitlich handelnde Akteure darzustellen. Nutzen Sie multiperspektivische Quellen, um zu zeigen, dass selbst innerhalb einer Konfession unterschiedliche Haltungen existierten. Vermeiden Sie pauschale Schuldzuweisungen, sondern lenken Sie den Fokus auf die Verantwortung von Individuen und Institutionen in konkreten Situationen.
Was Sie erwartet
Am Ende sollen die Lernenden nicht nur Fakten kennen, sondern historische Akteure in ihren Motiven verstehen und eigene Urteile begründen können. Sie erkennen, dass es keine einfachen Antworten gab und dass Institutionen wie die Kirchen ambivalente Rollen einnahmen.
Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.
- Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
- Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
- Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungDie Kirchen leisteten durchgängig Widerstand gegen die NS-Diktatur.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Während der Quellenstationen 'Kirchenreaktionen' achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler die Materialien zur Bekennenden Kirche mit denen zu den 'Deutschen Christen' vergleichen und so die Bandbreite der Haltungen erkennen.
Häufige FehlvorstellungDie Kirchen waren neutral und mischten sich nicht in Politik ein.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Im Rollenspiel 'Kirchenkonferenz' fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die politischen Konsequenzen der diskutierten Positionen zu benennen und zu bewerten.
Häufige FehlvorstellungWiderstand kam nur von einzelnen Personen, nicht von Institutionen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
In der Zeitstrahl-Debatte 'Entscheidungspunkte' lenken Sie die Aufmerksamkeit auf kollektive Entscheidungen, etwa der Bekennenden Kirche, und deren institutionellen Charakter.
Ideen zur Lernstandserhebung
Nach der Quellenstationen 'Kirchenreaktionen' erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Karte mit einer der beiden Kirchen. Sie notieren auf der Rückseite einen Satz zur Anpassung und einen zum Widerstand der jeweiligen Kirche.
Während der Ethik-Runde 'Verantwortung bewerten' stellen Sie die Frage: 'Inwieweit können wir heute von einer Schuld der Kirchen sprechen?' Die Schülerinnen und Schüler sammeln Argumente in Kleingruppen und präsentieren sie im Plenum.
Nach der Zeitstrahl-Debatte 'Entscheidungspunkte' zeigen Sie kurze Zitate von Kirchenvertretern. Die Schülerinnen und Schüler notieren, ob das Zitat Anpassung oder Widerstand ausdrückt, und begründen ihre Antwort in Stichpunkten.
Erweiterungen & Unterstützung
- Fordern Sie Schülerinnen und Schüler, die früh fertig sind, auf, eine fiktive Rede zu verfassen, in der ein Kirchenvertreter 1938 vor dem NS-Regime Stellung bezieht.
- Für Lernende mit Schwierigkeiten bereiten Sie eine vorbereitete Tabelle vor, in der sie Pro- und Contra-Argumente für eine Anpassung oder den Widerstand sammeln können.
- Vertiefen Sie das Thema mit einer Exkursion zu einer lokalen Kirche oder einem Archiv, um regionale Bezüge herzustellen.
Schlüsselvokabular
| Reichskonkordat | Ein Staatsvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich, der die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem NS-Staat regelte und von vielen als Anpassung verstanden wurde. |
| Bekennende Kirche | Eine reformatorische Bewegung innerhalb der evangelischen Kirchen, die sich gegen die Vereinnahmung durch die nationalsozialistische Ideologie und die 'Deutschen Christen' stellte und theologischen Widerstand leistete. |
| Arierparagraph | Eine diskriminierende Maßnahme im NS-Staat, die auch auf kirchliche Amtsträger angewendet wurde und die Ausgrenzung von Personen jüdischer Herkunft oder Abstammung vorsah. |
| Kirchenkampf | Der Begriff beschreibt die Auseinandersetzungen zwischen kirchlichen Gruppen und dem NS-Regime, die von Anpassungsversuchen bis hin zu offenem Widerstand reichten. |
| Antisemitismus | Eine feindselige Haltung gegenüber Juden, die in der NS-Zeit eine zentrale Rolle spielte und auch im kirchlichen Diskurs auf unterschiedliche Weise thematisiert wurde. |
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