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Geschichte · Klasse 6

Ideen für aktives Lernen

Vergangenheit und Geschichte: Ein Unterschied?

Aktives Lernen funktioniert hier besonders gut, weil die Schülerinnen und Schüler durch eigenes Entdecken und Handeln die abstrakte Unterscheidung zwischen Vergangenheit und Geschichte begreifen. Das Thema verlangt nach praktischer Erfahrung mit echten Objekten und Texten, um die Grundlagen historischer Quellenarbeit zu verinnerlichen. Stationenlernen und kollaborative Methoden machen die abstrakten Konzepte greifbar und fördern gleichzeitig das historische Denken.

KMK BildungsstandardsOrientierungskompetenzUrteilskompetenz
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Die Quellen-Detektive

An verschiedenen Stationen untersuchen Kleingruppen unterschiedliche Quellentypen, etwa eine alte Postkarte, eine römische Münze und einen Zeitungsartikel. Sie füllen einen Detektivbogen aus, um Alter, Herkunft und Zweck der Quelle zu bestimmen.

Wie differenziert man zwischen der Vergangenheit als Ereignis und der Geschichte als Erzählung?

ModerationstippStellen Sie beim Stationenlernen sicher, dass jede Station eine klare Aufgabenstellung hat, die zum Nachdenken über Quellen anregt, aber nicht zu viel Vorwissen voraussetzt.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern zwei kurze Texte, die dasselbe historische Ereignis unterschiedlich darstellen. Bitten Sie sie, auf einer Karteikarte zu notieren: 1. Was ist der Hauptunterschied in der Darstellung? 2. Welche Quelle (falls genannt) könnte die jeweilige Darstellung beeinflusst haben?

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Die Zeitkapsel der Klasse

Jeder Schüler wählt einen Gegenstand aus seinem Alltag aus, der in 500 Jahren etwas über uns verraten soll. Nach dem Austausch in Paaren diskutiert die Klasse, welche Objekte am missverständlichsten sein könnten.

Analysieren Sie, warum die Interpretation von Vergangenheit zu unterschiedlichen Geschichtsbildern führt.

ModerationstippBei der Zeitkapsel der Klasse achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Begründungen für die Auswahl der Gegenstände in vollständigen Sätzen formulieren und diese präsentieren.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein Bild einer historischen Stätte (z.B. ein römisches Aquädukt). Fragen Sie: 'Was erfahren wir durch diesen Gegenstand über die Vergangenheit? Ist dies die Vergangenheit selbst oder eine Geschichte darüber? Begründet eure Antwort.'

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Forschungskreis60 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Stumme Zeugen

Die Lehrkraft präsentiert einen 'Koffer aus der Vergangenheit' mit unbekannten Objekten. Die Schüler entwickeln in Gruppen Hypothesen über den Besitzer und dessen Lebensumstände, bevor sie ihre Ergebnisse im Plenum vergleichen.

Beurteilen Sie die Bedeutung der Perspektive für die Konstruktion historischer Narrative.

ModerationstippBei den stummen Zeugen geben Sie den Gruppen konkrete Leitfragen an die Hand, die über reine Beschreibungen hinausgehen und zum Vergleich und zur Interpretation führen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Warum ist es wichtig, dass Historiker nicht einfach alles glauben, was sie in alten Büchern lesen? Diskutieren Sie in Kleingruppen und nennen Sie mindestens zwei Gründe, warum Quellen kritisch betrachtet werden müssen.'

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte arbeiten am besten mit diesem Thema, indem sie die Schülerinnen und Schüler von Anfang an als aktive Forscher behandeln. Vermeiden Sie es, die Antworten vorzugeben oder die Quellen zu sehr vorzustrukturieren. Stattdessen lenken Sie die Aufmerksamkeit durch gezielte Fragen und lassen Sie die Lernenden selbst auf Widersprüche oder Lücken stoßen. Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler historische Quellen erst dann als konstruierte Darstellungen begreifen, wenn sie selbst die Grenzen und Möglichkeiten verschiedener Quellentypen erproben konnten.

Erfolgreich arbeiten die Lernenden, wenn sie am Ende unterscheiden können, ob eine Quelle ein Überrest der Vergangenheit ist oder eine bewusste Erzählung darüber. Sie formulieren erste Hypothesen über mögliche Perspektiven von Quellen und begründen ihre Einschätzungen mit konkreten Beobachtungen. Die Methodenkompetenzen zeigen sich in der gezielten Befragung von Spuren und der kritischen Reflexion von Darstellungen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenarbeit 'Die Quellen-Detektive' beobachten Sie, dass Schülerinnen und Schüler schriftliche Berichte als unumstößliche Wahrheit ansehen.

    Nutzen Sie die Station mit den widersprüchlichen Texten, um die Schülerinnen und Schüler direkt zu vergleichen: Lassen Sie sie die Unterschiede markieren und überlegen, welche Interessen oder Absichten die Autoren gehabt haben könnten.

  • Während der Collaborative Investigation 'Stumme Zeugen' sehen Sie, dass Schülerinnen und Schüler nur alte Texte oder Bilder als wertvolle Quellen betrachten.

    Führen Sie die Gruppenarbeit mit Alltagsgegenständen durch und fragen Sie gezielt nach Spuren, die diese in der Vergangenheit hinterlassen hätten. Zeigen Sie auf, dass auch ein moderner Schuh Hinweise auf Lebensumstände geben kann.


In dieser Übersicht verwendete Methoden