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Geschichte · Klasse 13 · Die Krise der Moderne: Vom Kaiserreich zur Weimarer Republik · 1. Halbjahr

Politische Krisen und Putschversuche

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die frühen Bedrohungen der Weimarer Republik durch politische Gewalt von links und rechts.

Über dieses Thema

Die frühen Jahre der Weimarer Republik waren geprägt von schweren politischen Krisen und Putschversuchen von links und rechts. Schülerinnen und Schüler untersuchen Ereignisse wie den Kapp-Putsch 1920 und den Spartakusaufstand 1919, um Ursachen und Auswirkungen zu analysieren. Sie beleuchten die Rolle der Freikorps als paramilitärische Einheiten, die oft gegen die Republik eingesetzt wurden, und bewerten die Fähigkeit der jungen Demokratie, sich gegen ihre Feinde zu verteidigen.

Durch den Vergleich rechter und linker Gewalt lernen die Schüler die Instabilität der Republik kennen. Primärquellen wie Aufrufe der Putschisten oder Zeitungsberichte machen die Spannungen greifbar. Die Key Questions fordern eine differenzierte Analyse: Welche sozialen und wirtschaftlichen Faktoren begünstigten die Krisen? Wie wirkten sich Putsche auf die politische Legitimität aus?

Aktives Lernen bringt hier Vorteile, da Schüler durch Rollenspiele oder Debatten die Komplexität der Ereignisse selbst erarbeiten und die Schwächen der Republik nachvollziehen können. Es schärft ihr Urteilsvermögen und verbindet Fakten mit historischen Kontexten.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Ursachen und Auswirkungen des Kapp-Putsches.
  2. Erklären Sie die Rolle der Freikorps in der frühen Weimarer Republik.
  3. Bewerten Sie die Fähigkeit der Republik, sich gegen ihre Feinde zu verteidigen.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Ursachen und Folgen des Kapp-Putsches unter Berücksichtigung politischer, sozialer und militärischer Faktoren.
  • Erklären Sie die Rolle und Motivation der Freikorps als Akteure in der politischen Auseinandersetzung der frühen Weimarer Republik.
  • Bewerten Sie die Reaktionen und Maßnahmen der republikanischen Regierung auf Putschversuche und die daraus resultierenden Konsequenzen für ihre Legitimität.
  • Vergleichen Sie die ideologischen Hintergründe und Aktionsmethoden linker und rechter politischer Gewalt in den Jahren 1919-1923.
  • Synthetisieren Sie Informationen aus Primärquellen, um die Herausforderungen der Weimarer Republik bei der Sicherung ihrer inneren Stabilität darzustellen.

Bevor es losgeht

Das Ende des Ersten Weltkriegs und die Novemberrevolution 1918

Warum: Grundlegendes Verständnis der politischen Umwälzungen, die zur Gründung der Weimarer Republik führten, ist notwendig, um die nachfolgenden Krisen zu verstehen.

Grundzüge der Weimarer Verfassung

Warum: Kenntnisse über die Struktur und die Schwachstellen der Verfassung sind essenziell, um die Anfälligkeit der Republik für Putschversuche nachvollziehen zu können.

Schlüsselvokabular

Kapp-PutschEin militärisch organisierter Umsturzversuch im März 1920 unter Führung von Wolfgang Kapp, der die demokratische Regierung stürzen sollte.
FreikorpsParamilitärische, oft nationalistisch und antidemokratisch eingestellte Verbände aus ehemaligen Soldaten, die nach dem Ersten Weltkrieg zur Niederschlagung linker Aufstände eingesetzt wurden.
SpartakusaufstandEin im Januar 1919 in Berlin ausgebrochener Aufstand von linksradikalen Gruppen, der von Freikorps und Reichswehr gewaltsam niedergeschlagen wurde.
DolchstoßlegendeEine von konservativen und nationalistischen Kreisen verbreitete Propaganda, die behauptete, das deutsche Heer sei im Ersten Weltkrieg nicht besiegt, sondern von der Heimatfront (insbesondere von Sozialisten und Juden) verraten worden.
ReichswehrDie Streitkräfte der Weimarer Republik, deren Führung oft mit antidemokratischen Tendenzen sympathisierte und die bei der Niederschlagung von Aufständen eine ambivalente Rolle spielte.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDer Kapp-Putsch scheiterte nur am Generalstreik.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Der Putsch brach auch durch Uneinigkeit der Rechten und Loyalität Teile der Reichswehr zusammen.

Häufige FehlvorstellungFreikorps waren immer republikfeindlich.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Freikorps schützten zunächst die Republik, wandten sich später gegen sie.

Häufige FehlvorstellungLinke Putsche waren harmlos.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Der Spartakusaufstand führte zu blutigen Auseinandersetzungen und schwächte die Republik früh.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Historiker, die an der Gedenkstätte Berliner Mauer arbeiten, analysieren die Mechanismen politischer Instabilität und gewaltsamer Umsturzversuche, um Parallelen und Unterschiede zu heutigen demokratischen Systemen aufzuzeigen.
  • Journalisten, die über politische Krisen berichten, nutzen historische Vergleiche mit der Weimarer Republik, um die Dynamiken von Putschversuchen und die Rolle von paramilitärischen Gruppen in modernen Konflikten einzuordnen.
  • Politikwissenschaftler, die sich mit der Stabilität von Demokratien befassen, untersuchen die Lehren aus den frühen Krisen der Weimarer Republik, um präventive Maßnahmen gegen extremistische Bedrohungen zu entwickeln.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Welche zwei Hauptgründe führten zum Scheitern des Kapp-Putsches?' Sie sollen eine kurze schriftliche Antwort formulieren und dabei mindestens einen Begriff aus den Schlüsselvokabeln verwenden.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Inwieweit war die Weimarer Republik in ihren Anfangsjahren fähig, sich gegen ihre Feinde zu verteidigen?' Die Schüler sollen in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Argumente für die Klasse zusammenfassen.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie Bilder oder kurze Zitate von Freikorps-Mitgliedern oder Putschisten. Bitten Sie die Schüler, auf Zuruf zu identifizieren, welcher Seite (links/rechts) die Person wahrscheinlich zuzuordnen ist und warum, basierend auf dem Unterricht.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ursachen führte zum Kapp-Putsch?
Der Kapp-Putsch 1920 entstand aus Unzufriedenheit mit der Versailler Vertragserfüllung und Entwaffnungspolitik. Rechte Nationalisten um Wolfgang Kapp wollten die Republik stürzen. Wirtschaftliche Not und Freikorps-Unruhe begünstigten den Versuch, der jedoch durch Generalstreik und Reichswehr-Teile scheiterte. Dies zeigt die Zerbrechlichkeit der Demokratie. (62 Wörter)
Wie fördert aktives Lernen dieses Thema?
Aktives Lernen lässt Schüler Quellen selbst analysieren und in Rollenspielen Putschdynamiken nachstellen. So verstehen sie Ursachen und Auswirkungen emotionaler, nicht nur theoretisch. Debatten schärfen Bewertungskompetenz zur Republikverteidigung. Es verbindet Wissen mit Kompetenzen wie Argumentation und Kooperation, wie KMK-Standards fordern. (68 Wörter)
Was war die Rolle der Freikorps?
Freikorps waren Freiwilligenverbände nach 1918, die gegen Revolutionen kämpften. Sie schützten zunächst die Republik, wurden aber zu Bedrohung durch antidemokratische Haltung. Im Kapp-Putsch unterstützten sie Putschisten. Ihre Auflösung scheiterte, viele Mitglieder strömten später zur NSDAP. (64 Wörter)
Konnt die Republik sich effektiv verteidigen?
Die Republik wehrte Putsche ab, doch schwache Loyalität der Reichswehr und fehlende demokratische Kultur schwächten sie. Erfolge wie beim Kapp-Putsch beruhen auf Zivilcourage, nicht Institutionen. Langfristig förderten Krisen Radikalisierung. Bewertung: Teilerfolg, aber strukturelle Defizite. (59 Wörter)

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