Bürgerversammlung

Bürgerversammlung

Simulation einer Bürgerversammlung mit Rollenprofilen

3555 min1535 Schüler:innenBestuhlung in Reihen mit Blick auf einen Podiumstisch; Rednerpult

Auf einen Blick

Dauer

3555 min

Gruppengröße

1535 Schüler:innen

Raumgestaltung

Bestuhlung in Reihen mit Blick auf einen Podiumstisch; Rednerpult

Materialien

  • Rollenkarten für Stakeholder
  • Hintergrundmaterial zum Thema
  • Wortmeldekarten
  • Stimmzettel

Bloom’sche Taxonomie

AnwendenAnalysierenEvaluierenErschaffen

Kompetenzen für Soziales und Emotionales Lernen

Verantwortungsvolle EntscheidungsfindungSoziales Bewusstsein

Was ist Bürgerversammlung?

Die Town-Hall-Methode ist eine strukturierte Simulation, bei der Schülerinnen und Schüler die Rollen spezifischer Interessengruppen einnehmen, um komplexe, reale Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu debattieren. Diese Methodik transformiert Lernende von passiven Informationsempfängern zu aktiven Teilnehmenden an einem demokratischen Prozess und fördert so kritisches Denken, Empathie und zivilgesellschaftliches Engagement. Durch die Recherche und Verteidigung eines bestimmten Standpunkts – oft eines, den sie persönlich nicht teilen – entwickeln die Lernenden ein differenziertes Verständnis für systemische Probleme und die Abwägungsprozesse in der Politikgestaltung. Das Format erfordert eine anspruchsvolle Synthese von Belegen sowie rhetorisches Geschick, da die Teilnehmenden in Echtzeit auf Gegenargumente reagieren müssen. Im Gegensatz zur klassischen Debatte ist das Ziel hier oft die Konsensfindung oder eine Mehrheitsentscheidung über eine Resolution, was die Komplexität kommunaler Governance widerspiegelt. Dieser sozialkonstruktivistische Ansatz nutzt Peer-to-Peer-Lernen zur Vertiefung von Fachinhalten und schult gleichzeitig „Soft Skills“ wie Verhandlungsführung und Diskursfähigkeit. Besonders effektiv ist die Methode bei kontroversen Themen in einem geschützten, angeleiteten Rahmen, in dem Sie als Lehrkraft eher als neutrale Moderation denn als alleinige Autorität fungieren.

Ideal für

Lokale vs. globale EntscheidungsfindungPerspektiven von Stakeholdern verstehenBürgerschaftliches Engagement und demokratische ProzesseHistorische Ereignisse mit modernen Parallelen verknüpfen

Anwendungszeitpunkt

Altersstufen

Kl. 1–2Kl. 3–5Kl. 6–8Kl. 9–12

Eignung nach Fach

MathematikDeutschNaturwissenschaftenGeschichte/SozialkundeSoziales und Emotionales LernenKunst

Durchführung von Bürgerversammlung

1

Ein kontroverses Thema auswählen

Wählen Sie ein für den Lehrplan relevantes, vielschichtiges Thema ohne eindeutige „richtige“ Lösung, wie etwa ein lokales Bebauungsgesetz oder eine historische politische Entscheidung.

2

Interessengruppen zuweisen

Verteilen Sie Rollen an die Lernenden, die unterschiedliche Interessen repräsentieren, darunter Gemeindemitglieder, Experten, Behördenvertreter und betroffene Minderheitengruppen.

3

Evidenzbasierte Recherche durchführen

Geben Sie Zeit für die Recherche der jeweiligen Perspektive. Verlangen Sie von den Lernenden, mindestens drei Belege zu finden, die ihre voraussichtliche Argumentation stützen.

4

Eröffnungsstatements vorbereiten

Lassen Sie jede Interessengruppe eine prägnante zweiminütige Rede entwerfen, die ihre Position sowie spezifische Forderungen oder Empfehlungen an den Stadtrat skizziert.

5

Die öffentliche Anhörung moderieren

Ordnen Sie den Raum im Halbkreis an. Der „Stadtrat“ oder die Moderation ruft die Akteure auf, ihre Statements vorzutragen und Fragen aus dem Plenum zu beantworten.

6

Beraten und Abstimmen

Ermöglichen Sie dem Entscheidungsgremium eine öffentliche Beratung, bevor eine endgültige Abstimmung über die Resolution oder die geplante Richtlinienänderung erfolgt.

7

Nachbereitung und Reflexion

Leiten Sie eine Abschlussdiskussion, in der die Lernenden aus ihren Rollen schlüpfen, um zu analysieren, welche Argumente am überzeugendsten waren und wie der Prozess wahrgenommen wurde.

Forschungsergebnisse

Lo, J. C.

2017 · Social Education, 81(6), 361-365

Simulationen wie Town-Hall-Meetings steigern die politische Selbstwirksamkeit der Lernenden und helfen ihnen, die Komplexität öffentlicher Politik zu verstehen, indem sie widerstreitende Interessen navigieren müssen.

Levy, B. L. M., Collier, I. R., & Logue, C. T.

2019 · Journal of Social Studies Research, 43(4), 337-349

Die Teilnahme an Town-Hall-Simulationen steigert signifikant das Interesse an öffentlichen Themen und das Vertrauen der Lernenden, sich an Entscheidungsprozessen auf kommunaler Ebene zu beteiligen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Town-Hall-Meeting im Unterrichtskontext?
Ein Town-Hall-Meeting ist eine Rollenspiel-Simulation, bei der Lernende verschiedene gesellschaftliche Akteure vertreten, um über ein spezifisches Thema zu diskutieren und abzustimmen. Es dient als aktive Lernstrategie zur Vermittlung von politischer Bildung, Rhetorik und Multiperspektivität. Lehrkräfte nutzen es, um abstrakte Lehrplaninhalte in greifbare, debattierbare Probleme zu verwandeln.
Wie bewertet man die Leistung der Lernenden bei einem Town-Hall-Meeting?
Die Bewertung sollte sich auf die Qualität der verwendeten Belege und die Rollentreue der Argumentation konzentrieren. Nutzen Sie ein Raster, das die Recherchevorbereitung, die mündliche Kommunikation und die Reaktionsfähigkeit auf kritische Rückfragen bewertet. Ergänzend kann ein Reflexionsbericht zur individuellen Lernzielkontrolle dienen.
Welche Vorteile bietet das Town-Hall-Format für Lernende?
Zu den Hauptvorteilen gehören gesteigerte Empathie, verbessertes kritisches Denken und die Entwicklung kooperativer Problemlösungsfähigkeiten. Lernende lernen, Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, was Polarisierung abbaut und evidenzbasiertes Argumentieren fördert. Zudem bietet es einen authentischen Rahmen für überzeugendes Schreiben und Sprechen.
Wie steuert man das Verhalten bei einer hitzigen Debatte?
Stellen Sie klare Regeln für den zivilen Diskurs auf und ernennen Sie eine Moderation, die Zeitlimits und Rederechte überwacht. Die Bereitstellung von Satzbausteinen für respektvollen Widerspruch kann persönliche Angriffe verhindern. Sie sollten als neutrale Beobachtung fungieren und nur eingreifen, wenn die Etikette verletzt wird.
Können Town-Hall-Meetings auch in MINT-Fächern genutzt werden?
Ja, sie sind sehr effektiv für sozio-wissenschaftliche Themen wie Klimapolitik, Gesundheitsvorgaben oder Landnutzungsethik. In diesen Kontexten müssen Lernende Daten und mathematische Modelle nutzen, um ihre Position zu stützen. Dies verdeutlicht die reale Anwendung von MINT-Konzepten in öffentlichen Entscheidungsprozessen.

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