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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Der Weg in den Zweiten Weltkrieg

Aktives Lernen macht die komplexen Zusammenhänge zwischen Ideologie, Diplomatie und Krieg sichtbar. Durch gezielte Aktivitäten analysieren Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten, sondern verstehen die Motive und Entscheidungsprozesse hinter historischen Ereignissen. Dies fördert kritisches Denken und historische Empathie, die für diese Epoche unverzichtbar sind.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 12.3: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, NS-Außenpolitik und der Weg in den KriegKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 5, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Revisionistische und expansionistische AußenpolitikKMK EPA Geschichte: Sachgebiet 2, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Außenpolitik und Zweiter Weltkrieg
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: NS-Außenpolitik-Phasen

Richten Sie Stationen ein: Rheinland 1936 (Zeitungsartikel analysieren), Anschluss 1938 (Reden Hitlers dechiffrieren), München-Abkommen 1938 (Protokolle bewerten), Stalin-Pakt 1939 (Vertragstexte vergleichen). Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Ursachen und Folgen.

Analysieren Sie die Expansionsziele der NS-Außenpolitik.

ModerationstippStellen Sie für die Stationenrotation klare Arbeitsanweisungen bereit und legen Sie an jeder Station eine Zeitvorgabe fest, um die Diskussion zu fokussieren.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem der Schlüsselbegriffe (z.B. Appeasement, Lebensraum, Hitler-Stalin-Pakt). Bitten Sie die Schüler, eine kurze Definition in eigenen Worten zu schreiben und ein Beispiel zu nennen, wie dieser Begriff die Ereignisse von 1936-1939 beeinflusste.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Appeasement-Verhandlungen

Weisen Sie Rollen zu: Chamberlain, Daladier, Hitler, Henlein. Schüler bereiten Positionen vor, führen 15-minütige Verhandlungen und reflektieren im Plenum das Scheitern.

Erklären Sie die Gründe für das Scheitern der Appeasement-Politik.

ModerationstippBeim Rollenspiel der Appeasement-Verhandlungen achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht in Rollenclichés verfallen, sondern die historischen Motive ernsthaft nachspüren.

Worauf zu achten istStellen Sie folgende Frage zur Diskussion: 'Hätte der Zweite Weltkrieg durch eine andere Politik der Westmächte verhindert werden können? Begründen Sie Ihre Antwort anhand von mindestens zwei konkreten politischen Entscheidungen oder Ereignissen.'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse35 Min. · Partnerarbeit

Kausalitätsbaum: Weg zum Krieg

Jede Gruppe baut einen Baum mit Ursachen (Wurzeln: Appeasement, Stalin-Pakt) und Folgen (Äste: Kriegsausbruch). Präsentieren und diskutieren Verknüpfungen.

Bewerten Sie die Rolle des Hitler-Stalin-Paktes für den Kriegsbeginn.

ModerationstippBeim Kausalitätsbaum legen Sie Wert auf die Verbindung von Ursache und Wirkung, indem Sie die Schülerinnen und Schüler explizit auffordern, Pfeile mit Begründungen zu beschriften.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler eine Zeitleiste mit den wichtigsten Ereignissen (Rheinlandbesetzung, Anschluss, Münchener Abkommen, Hitler-Stalin-Pakt, Kriegsbeginn) erstellen. Bitten Sie sie, zu jedem Ereignis eine kurze Ursache und eine Folge zu notieren.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Quiz: Schlüsselereignisse

Erstellen Sie interaktive Zeitstrahlen mit Karten. Paare platzieren Ereignisse chronologisch und beantworten Multiple-Choice-Fragen zu Motiven.

Analysieren Sie die Expansionsziele der NS-Außenpolitik.

ModerationstippBeim Zeitstrahl-Quiz verwenden Sie zunächst eine leere Vorlage, damit die Schülerinnen und Schüler die Ereignisse selbst einordnen und nicht nur auswendig lernen.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einem der Schlüsselbegriffe (z.B. Appeasement, Lebensraum, Hitler-Stalin-Pakt). Bitten Sie die Schüler, eine kurze Definition in eigenen Worten zu schreiben und ein Beispiel zu nennen, wie dieser Begriff die Ereignisse von 1936-1939 beeinflusste.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrerinnen und Lehrer betonen, dass dieser Themenkomplex besonders von einer multiperspektivischen Herangehensweise profitiert. Vermeiden Sie es, die NS-Expansion als rein wirtschaftliches oder militärisches Phänomen darzustellen, da dies die ideologischen Motive verdeckt. Nutzen Sie stattdessen Quellen, die Hitlers expansionistische Ziele und die ideologischen Grundlagen seiner Politik offenlegen. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler die Ambivalenz der Appeasement-Politik erkennen: Sie war kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Versuch, den Frieden zu wahren – ein Balanceakt zwischen Realismus und Moral.

Erfolgreich ist die Einheit, wenn die Schülerinnen und Schüler die Expansionsziele des NS-Regimes als systematischen Prozess begreifen und die Grenzen der Appeasement-Politik als strategisches Kalkül einordnen können. Sie sollen zudem die Wechselwirkungen zwischen lokalen Konflikten und globalen Machtverschiebungen erkennen und in eigenen Worten erklären.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Appeasement war reine Feigheit der Westmächte.

    During dem Rollenspiel: Appeasement-Verhandlungen, beobachten Sie, ob Schülerinnen und Schüler die historischen Dokumente zur München-Konferenz nutzen, um die strategischen Überlegungen der Westmächte zu rekonstruieren und nicht vorschnell zu bewerten.

  • Hitler-Stalin-Pakt war eine echte Allianz gegen den Westen.

    During der Stationenrotation: NS-Außenpolitik-Phasen, lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler auf die geheimen Zusatzprotokolle des Pakts, die in den Arbeitsmaterialien enthalten sind, um die taktische Natur der Vereinbarung zu verdeutlichen.

  • NS-Expansion folgte nur wirtschaftlichen Motiven.

    During dem Kausalitätsbaum: Weg zum Krieg, weisen Sie die Schülerinnen und Schüler darauf hin, die ideologischen Ziele wie 'Lebensraum im Osten' als zentrale Ursache zu kennzeichnen und nicht nur auf wirtschaftliche Faktoren zu reduzieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden