Skip to content
Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Propaganda und Masseninszenierung im NS-Staat

Aktives Lernen eignet sich besonders gut für dieses Thema, weil Propaganda und Masseninszenierung nicht nur analytisch, sondern auch emotional und sinnlich erfahrbar gemacht werden müssen. Durch praktische Methoden verstehen Schülerinnen und Schüler, wie NS-Propaganda funktionierte, statt nur Fakten zu memorieren.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 12.3: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, Leben im NS-Staat. Propaganda und VerführungKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 5, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. NS-Propaganda und 'Volksgemeinschaft'
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Museumsgang45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Propagandamaterialien

Richten Sie Stationen mit Plakaten, Filmclips und Reden ein. Gruppen analysieren je eine Quelle auf Zielgruppe, Emotionen und Botschaft, notieren Beobachtungen und präsentieren. Abschlussdiskussion vergleicht Strategien.

Analysieren Sie die psychologischen Strategien der NS-Propaganda.

ModerationstippBei der Stationenrotation: Stellen Sie sicher, dass jede Station ein anderes Propagandamedium zeigt und begleiten Sie die Gruppen mit gezielten Impulsfragen zu Zielgruppe und Absicht.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schülerinnen und Schüler auf einer Karteikarte eine NS-Propagandatechnik (z. B. Personenkult, Feindbild) benennen und kurz erklären, wie diese Technik auf die Emotionen der Menschen abzielte. Fordern Sie sie auf, ein konkretes Beispiel zu nennen.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Nürnberger Parteitag

Teilen Sie Rollen wie Zuschauer, Redner und Organisatoren zu. Gruppen inszenieren Elemente wie Fackelzüge und Slogans, reflektieren danach psychologische Effekte in einer Debriefing-Runde.

Erklären Sie die Funktion von Symbolen und Ritualen in der NS-Masseninszenierung.

ModerationstippBeim Rollenspiel: Erklären Sie vorab die historischen Rahmenbedingungen, aber lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die Spannung zwischen Druck und Begeisterung selbst erleben, um Empathie zu fördern.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Rolle spielten Symbole und Rituale bei der Schaffung einer nationalsozialistischen Identität?' Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, Beispiele für Symbole (z. B. Hakenkreuz) und Rituale (z. B. Aufmärsche) zu nennen und ihre Funktion in der Masseninszenierung zu erläutern.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Museumsgang40 Min. · Partnerarbeit

Quellenkonfrontation: Debatte

Paare bereiten Pro- und Contra-Argumente zur Wirksamkeit der Propaganda vor, debattieren vor der Klasse. Moderator notiert Punkte, Klasse bewertet mit Abstimmung und Begründung.

Bewerten Sie die Wirksamkeit der Propaganda bei der Formung der öffentlichen Meinung.

ModerationstippBei der Quellenkonfrontation: Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen auf und fordern Sie beide Seiten auf, ihre Argumente mit Belegen aus den Quellen zu untermauern.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein NS-Propagandaplakat oder einen kurzen Filmausschnitt. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, drei spezifische manipulative Techniken zu identifizieren, die in diesem Material verwendet werden, und diese kurz zu beschreiben.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Museumsgang30 Min. · Ganze Klasse

Symbol-Analyse: Kollaboratives Mindmap

Die Klasse erstellt gemeinsam eine Mindmap zu Symbolen wie Reichsadler. Jeder trägt Assoziationen bei, diskutiert Funktionen und verknüpft mit historischen Kontexten.

Analysieren Sie die psychologischen Strategien der NS-Propaganda.

ModerationstippBeim kollaborativen Mindmap: Geben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Liste wichtiger Symbole und Rituale vor, die sie gemeinsam zuordnen und in ihrer Funktion analysieren sollen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schülerinnen und Schüler auf einer Karteikarte eine NS-Propagandatechnik (z. B. Personenkult, Feindbild) benennen und kurz erklären, wie diese Technik auf die Emotionen der Menschen abzielte. Fordern Sie sie auf, ein konkretes Beispiel zu nennen.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

Nutzen, bearbeiten, drucken oder teilen.

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrerinnen und Lehrer arbeiten mit diesem Thema primär durch Kontrastierung: Sie zeigen sowohl Propagandamaterial als auch historische Fakten, um Manipulationen sichtbar zu machen. Wichtig ist, die emotionale Wirkung der Inszenierungen ernst zu nehmen, ohne sie zu verharmlosen. Vermeiden Sie es, die NS-Propaganda als reine 'Dummheit' darzustellen – sie war systematisch und zielte auf alle Gesellschaftsschichten ab.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler Propagandatechniken nicht nur benennen, sondern auch ihre Wirkung auf Emotionen und Gesellschaft erklären können. Sie erkennen Manipulationsstrategien in verschiedenen Medien und reflektieren die Rolle von Symbolen und Ritualen im NS-Staat.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation Propagandamaterialien wird oft angenommen, dass NS-Propaganda nur aus groben Lügen bestand.

    Während der Stationenrotation fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in ihren Gruppen zu diskutieren, wie die Propaganda Wahrheiten mit Übertreibungen mischte, um Glaubwürdigkeit zu schaffen. Lassen Sie sie in den Stationen Originalquellen mit historischen Fakten abgleichen und die Strategien konkret benennen.

  • Beim Rollenspiel Nürnberger Parteitag wird häufig behauptet, Massenveranstaltungen seien rein freiwillig gewesen.

    Während des Rollenspiels lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler auf den sozialen Druck und die Kontrollmechanismen. Bitten Sie sie, nach dem Spiel in der Reflexion zu erörtern, wie Gruppendynamik und äußerer Zwang die Teilnahme beeinflussten.

  • Bei der Quellenkonfrontation Debatte wird oft angenommen, Propaganda wirke nur auf Ungebildete.

    Während der Quellenkonfrontation fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, eigene Vorurteile und gesellschaftliche Schichten zu reflektieren. Lassen Sie sie mit Belegen aus den Quellen belegen, dass Propaganda gezielt alle Gruppen ansprach und moderne Medien nutzte.


In dieser Übersicht verwendete Methoden