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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Widerstand im Nationalsozialismus

Aktive Lernformen eignen sich besonders gut, um die Komplexität des Widerstands im Nationalsozialismus zu erfassen, da sie Schülerinnen und Schüler direkt mit den Herausforderungen von Repression und moralischer Entscheidung konfrontieren. Durch handlungsorientierte Methoden wie Rollenspiele oder Quellenarbeit werden abstrakte Konzepte greifbar und die emotionale Auseinandersetzung fördert ein tieferes Verständnis der historischen Akteure und ihrer Motive.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 12.3: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, Leben im NS-Staat. Anpassung, Widerstand und EmigrationKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 5, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Widerstand gegen den NationalsozialismusKMK EPA Geschichte: Sachgebiet 2, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Widerstand und Opposition
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Widerstandsgruppen

Richten Sie Stationen für Weiße Rose, Kreisauer Kreis, Kirche und individuellen Widerstand ein. An jeder Station analysieren Gruppen Primärquellen und notieren Motive sowie Risiken. Abschließend präsentieren sie Erkenntnisse im Plenum.

Analysieren Sie die Motive und Ziele verschiedener Widerstandsgruppen.

ModerationstippStellen Sie bei der Stationenrotation sicher, dass jede Gruppe nicht nur Fakten sammelt, sondern auch Verbindungen zwischen den Widerstandsformen herstellt, z.B. durch eine gemeinsame Mindmap am Ende.

Worauf zu achten istLehrkraft leitet eine Diskussion mit der Frage: 'Welche individuellen und kollektiven Faktoren begünstigten oder behinderten den Widerstand gegen das NS-Regime? Nennen Sie konkrete Beispiele aus den analysierten Gruppen.' Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Antworten mit Belegen aus den Unterrichtsmaterialien untermauern.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Attentat 20. Juli

Teilen Sie Rollen wie Stauffenberg, Goerdeler und NS-Beamte aus. Gruppen simulieren Planung und Durchführung, diskutieren dann Erfolgschancen und Konsequenzen. Reflektion in Pairs.

Erklären Sie die Schwierigkeiten und Risiken des Widerstands im totalitären Staat.

ModerationstippLegen Sie beim Rollenspiel zum Attentat vom 20. Juli Wert auf historische Authentizität: Geben Sie den Schülerinnen und Schülern konkrete Rollenkarten mit Zitaten und Biografien der Attentäter mit auf den Weg.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten die Aufgabe, auf einem Zettel zwei Sätze zu formulieren: 1. Nennen Sie eine Form des Widerstands und erklären Sie kurz deren Ziel. 2. Beschreiben Sie eine zentrale Schwierigkeit, der sich Widerstandskämpfer gegenübersahen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Rollenspiel35 Min. · Partnerarbeit

Quellenkarussell: Motive und Ziele

Legen Sie Zitate und Dokumente aus. Paare rotieren, kategorisieren Motive (religiös, politisch) und bewerten Wirksamkeit. Plenum fasst zusammen.

Bewerten Sie die Bedeutung des 20. Juli 1944 für die deutsche Erinnerungskultur.

ModerationstippBeim Quellenkarussell achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Zitate kopieren, sondern diese in den Kontext einordnen und mit eigenen Worten paraphrasieren.

Worauf zu achten istDie Lehrkraft präsentiert eine kurze anonymisierte Fallstudie einer Widerstandsperson oder -gruppe. Die Schülerinnen und Schüler bewerten auf einer Skala von 1-5 (1=wenig, 5=sehr hoch) das Risiko, das diese Person/Gruppe einging, und begründen ihre Einschätzung kurz.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Bedeutung des Widerstands

Erstellen Sie gemeinsam einen Zeitstrahl. Whole Class debattiert, ob der 20. Juli Heldenmythos oder gescheiterter Putsch war, mit Begründung aus Quellen.

Analysieren Sie die Motive und Ziele verschiedener Widerstandsgruppen.

ModerationstippBei der Zeitstrahl-Debatte fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Argumente mit konkreten Beispielen aus den vorherigen Aktivitäten zu stützen, um eine fundierte Diskussion zu ermöglichen.

Worauf zu achten istLehrkraft leitet eine Diskussion mit der Frage: 'Welche individuellen und kollektiven Faktoren begünstigten oder behinderten den Widerstand gegen das NS-Regime? Nennen Sie konkrete Beispiele aus den analysierten Gruppen.' Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Antworten mit Belegen aus den Unterrichtsmaterialien untermauern.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte sollten Widerstand nicht als heldenhaften Kampf darstellen, sondern als vielfältiges, oft isoliertes Handeln in extremen Situationen. Vermeiden Sie eine romantisierende Darstellung, sondern betonen Sie die Ambivalenz von Motiven und Zielen. Nutzen Sie die Heterogenität der Klasse, um unterschiedliche Perspektiven einzubringen, etwa durch den Vergleich von religiösem und politischem Widerstand. Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler besonders dann nachhaltig lernen, wenn sie eigene emotionale Betroffenheit mit historischer Distanz verbinden können.

Am Ende der Einheit sollen Schülerinnen und Schüler die Vielfalt des Widerstands beschreiben können, seine Motive und Ziele benennen sowie die Risiken und Grenzen in einem totalitären System erklären. Erfolg zeigt sich darin, dass sie konkrete Beispiele nennen und in Diskussionen argumentativ untermauern können, warum Widerstand trotz Scheitern wichtig war.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation zum Widerstandsformen wird oft angenommen, Widerstand sei nur militärisch und von Offizieren ausgegangen.

    Nutzen Sie die Stationenrotation, um gezielt zivile Formen wie die der Weißen Rose oder von Pfarrer Niemöller zu thematisieren. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in ihren Präsentationen explizit zu benennen, dass Widerstand auch durch Flugblätter, Predigten oder Sabotage in Fabriken erfolgte.

  • Während des Rollenspiels zum Attentat vom 20. Juli wird von vielen angenommen, die Aktionen der Widerstandskämpfer seien größtenteils erfolgreich gewesen.

    Im Anschluss an das Rollenspiel fragen Sie die Schülerinnen und Schüler nach den Konsequenzen für die Attentäter und ihre Familien. Nutzen Sie die Reflexion, um zu verdeutlichen, dass die meisten Aktionen scheiterten und die Handelnden wussten, welches Risiko sie eingingen.

  • Während der Stationenrotation wird angenommen, nur sehr wenige Deutsche hätten sich dem NS-Regime widersetzt.

    Nutzen Sie die Stationenrotation, um die Vielfalt der Widerstandsformen sichtbar zu machen. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in kleinen Gruppen zu überlegen, wie viele Menschen in jeder Kategorie beteiligt waren, und vergleichen Sie dies mit der Gesamtbevölkerung.


In dieser Übersicht verwendete Methoden