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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Der Vernichtungskrieg im Osten

Aktive Lernformate helfen Schülerinnen und Schülern, die komplexe Verbindung von Militärstrategie und Ideologie im Vernichtungskrieg im Osten greifbar zu machen. Durch Quellenarbeit und Debatten entwickeln sie ein differenziertes Verständnis für die Radikalisierung der Kriegsführung ab 1941.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 12.3: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, Der Zweite Weltkrieg. Der Vernichtungskrieg im OstenKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 5, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Der Zweite Weltkrieg als Vernichtungskrieg
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Ostfront-Analyse

Richten Sie fünf Stationen ein: Kommissarbefehl, Wehrmachtsberichte, Partisanenkrieg, Hungerpolitik, Zivilopfer. Gruppen analysieren je eine Quelle, notieren ideologische Elemente und präsentieren. Abschließende Plenumdiskussion verknüpft Stationen.

Analysieren Sie die Besonderheiten des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion.

ModerationstippSorgen Sie bei den Quellenstationen für eine klare Struktur mit Zeitlimits, damit die Analyse nicht ins Spekulieren abdriftet.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine kurze Primärquelle (z.B. ein Soldatentagebuch, ein Auszug aus einem Befehl). Die Gruppen diskutieren: Welche Aspekte des Vernichtungskrieges werden hier deutlich? Wie spiegelt sich die NS-Ideologie wider? Jede Gruppe präsentiert ihre Ergebnisse kurz im Plenum.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Zeitstrahl Vernichtungskrieg

Paare sortieren Ereigniskarten chronologisch, ergänzen mit Zitaten zu Rassenideologie und Wehrmachtsbeteiligung. Sie erstellen einen gemeinsamen Zeitstrahl und erklären Auswirkungen auf Zivilbevölkerung.

Erklären Sie die Rolle der Wehrmacht bei der Umsetzung der NS-Ideologie.

ModerationstippLeiten Sie die Zeitstrahl-Paararbeit mit konkreten Leitfragen an, etwa: Welche Befehle markieren eine Zäsur in der Radikalisierung?.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karteikarte zwei Sätze zu schreiben: 1. Nennen Sie eine Besonderheit des Vernichtungskrieges im Osten, die Sie heute gelernt haben. 2. Erklären Sie kurz, warum die Rassenideologie für diesen Krieg zentral war.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Wehrmachtsrolle

Teilen Sie die Klasse in Pro- und Kontra-Positionen zur Wehrmachtsunschuld. Jede Seite bereitet Argumente mit Quellen vor, moderiert durch Sie. Abschluss: Bewertung historischer Fakten.

Bewerten Sie die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung in Osteuropa.

ModerationstippBegrenzen Sie die Whole-Class-Debatte auf ein zentrales Thema wie die Bedeutung des Kommissarbefehls, um Oberflächlichkeit zu vermeiden.

Worauf zu achten istStellen Sie vier kurze Aussagen zum Vernichtungskrieg auf ein Whiteboard oder eine Folie. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler entscheiden, ob die Aussagen 'wahr' oder 'falsch' sind und bitten Sie sie, eine Begründung für eine der Aussagen zu geben.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Fallstudienanalyse50 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Fallstudie: Ein Dorf im Osten

Schülerinnen und Schüler recherchieren ein reales Dorf, dokumentieren Besatzung, Massaker und Ideologie. Präsentation mit Karte und Zeitachse.

Analysieren Sie die Besonderheiten des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine kurze Primärquelle (z.B. ein Soldatentagebuch, ein Auszug aus einem Befehl). Die Gruppen diskutieren: Welche Aspekte des Vernichtungskrieges werden hier deutlich? Wie spiegelt sich die NS-Ideologie wider? Jede Gruppe präsentiert ihre Ergebnisse kurz im Plenum.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass Primärquellen hier nicht nur als Belege dienen, sondern als Sprungbrett für ethische Reflexion. Vermeiden Sie eine rein chronologische Darstellung – stattdessen sollten die ideologischen Motive immer wieder mit konkreten Handlungen verknüpft werden. Die Wehrmacht sollte nicht als monolithischer Block dargestellt werden, sondern als Institution mit aktivem und passivem Mitläufertum.

Am Ende der Einheit erkennen die Schülerinnen und Schüler die ideologische Motivation hinter Befehlen wie dem Kommissarbefehl und können die Rolle der Wehrmacht in der Umsetzung der NS-Vernichtungspolitik kritisch einordnen. Die Diskussionen zeigen, dass sie historische Verantwortung nicht nur benennen, sondern auch hinterfragen können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Whole-Class-Debatte zur Wehrmachtsrolle könnte die Aussage fallen, die Wehrmacht habe nur militärische Aufgaben erfüllt und sei von Verbrechen entlastet.

    Unterbrechen Sie und verweisen Sie auf die Quellenstationen, etwa auf Auszüge aus dem Barbarossa-Dekret oder Soldatentagebücher, die konkrete NS-Umsetzung belegen. Lassen Sie die Klasse diskutieren, wie Ideologie und Kriegführung hier verschränkt waren.

  • Während der Quellenstationen Ostfront-Analyse könnte die Annahme entstehen, der Krieg im Osten sei rein militärisch gewesen.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf Formulierungen in den Quellen wie 'Judenfrage lösen' oder 'Hunger als Waffe', und fragen Sie nach der ideologischen Dimension dieser Befehle.

  • Während der individuellen Fallstudie Ein Dorf im Osten könnte die Idee aufkommen, nur Juden seien von den Verbrechen betroffen gewesen.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die ausgegebene Karte mit den Massenerschießungsorten zu vergleichen und nach Mustern zu fragen, etwa: Welche Bevölkerungsgruppen waren in welchen Regionen besonders betroffen?.


In dieser Übersicht verwendete Methoden