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Geschichte · Klasse 12 · Deutschland nach 1945: Teilung und Neuanfang · 2. Halbjahr

Gründung der BRD und das Grundgesetz

Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Gründung der Bundesrepublik Deutschland und die Entstehung des Grundgesetzes.

Über dieses Thema

Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland und die Entstehung des Grundgesetzes bilden einen zentralen Abschnitt der Nachkriegsgeschichte. Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse analysieren, wie die katastrophalen Erfahrungen der Weimarer Republik in das Grundgesetz einflossen: Von der Verhinderung von Notverordnungen bis hin zu Schutzmechanismen gegen verfassungsfeindliche Parteien. Sie beleuchten zentrale Artikel wie den Artikel 21, der Parteien verbietet, die die Demokratie bedrohen, und verstehen so, wie das Grundgesetz Demokratie vor ihren Feinden schützt.

Im Rahmen der KMK-Standards und der Einheit 'Deutschland nach 1945' fördert dieses Thema das Beurteilen historischer Kontinuitäten und Umbrüche. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Rolle der 'Mütter des Grundgesetzes', wie Elisabeth Selbert, die für Gleichberechtigung eintraten. Schülerinnen und Schüler lernen, primäre Quellen wie Protokolle des Parlamentarischen Rates zu interpretieren und den provisorischen Charakter des Grundgesetzes zu bewerten, das zur dauerhaften Verfassung wurde.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, weil abstrakte Verfassungsprinzipien durch Rollenspiele und Quellenanalysen lebendig werden. Wenn Schüler Debatten nachstellen oder Grundrechte auf aktuelle Fälle anwenden, festigen sie Kompetenzen in Argumentation und kritischer Reflexion nachhaltig.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Lehren aus Weimar, die in das Grundgesetz einflossen.
  2. Erklären Sie, wie das Grundgesetz die Demokratie vor ihren Feinden schützt.
  3. Beurteilen Sie die Rolle der "Mütter des Grundgesetzes" bei seiner Entstehung.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Lehren aus der Weimarer Republik, die in die Gestaltung des Grundgesetzes einflossen, insbesondere im Hinblick auf die Stärkung der Exekutive und die Rolle von Notverordnungen.
  • Erklären Sie die Mechanismen des Grundgesetzes, die die Demokratie vor verfassungsfeindlichen Bestrebungen schützen, wie z.B. das Verbot von Parteien gemäß Artikel 21.
  • Bewerten Sie die Bedeutung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen als Grundrecht und die Rolle der 'Mütter des Grundgesetzes' bei dessen Verankerung.
  • Beurteilen Sie den provisorischen Charakter des Grundgesetzes bei seiner Entstehung und seine Entwicklung zur dauerhaften Verfassung der Bundesrepublik Deutschland.

Bevor es losgeht

Die Weimarer Republik: Erste Demokratie und ihre Krisen

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der politischen und gesellschaftlichen Probleme der Weimarer Republik ist notwendig, um die Lehren daraus für das Grundgesetz nachvollziehen zu können.

Grundbegriffe der Demokratie und des Rechtsstaates

Warum: Schüler müssen die Kernprinzipien einer Demokratie und eines Rechtsstaates kennen, um die Schutzmechanismen des Grundgesetzes verstehen und beurteilen zu können.

Schlüsselvokabular

Parlamentarischer RatDas Gremium, das 1948/49 in Westdeutschland mit der Ausarbeitung des Grundgesetzes beauftragt war.
Weimarer VerfassungDie Verfassung des Deutschen Reiches von 1919, deren Schwächen und Scheitern wichtige Lektionen für das Grundgesetz lieferten.
Artikel 21 GGDieser Artikel regelt die politische Parteien und verbietet solche, deren Ziele und Verhalten auf die Beeinträchtigung oder Aufhebung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung gerichtet sind.
GrundrechteDie fundamentalen Rechte, die die Würde des Menschen und die Freiheiten des Bürgers garantieren und die Grundlage des deutschen Rechtssystems bilden.
ProvisoriumEin Zustand der Übergangsweise; das Grundgesetz war ursprünglich als vorläufige Verfassung für Westdeutschland gedacht.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDas Grundgesetz war nur eine vorläufige Regelung ohne bleibende Bedeutung.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Tatsächlich wurde es 1949 als Provisorium geschaffen, avancierte aber zur Verfassung. Aktive Quellenanalysen helfen Schülern, diesen Wandel nachzuvollziehen, indem sie Protokolle vergleichen und den historischen Kontext diskutieren.

Häufige FehlvorstellungDie 'Mütter des Grundgesetzes' spielten keine entscheidende Rolle.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Frauen wie Selbert setzten sich maßgeblich für Artikel 3 (Gleichberechtigung) ein. Rollenspiele machen diese Beiträge greifbar, fördern Geschlechterperspektiven und korrigieren eurozentrische Narrative durch Peer-Diskussionen.

Häufige FehlvorstellungDas Grundgesetz schützt die Demokratie nicht effektiv vor Extremisten.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Artikel 18 und 21 ermöglichen Verbote. Gruppendebatten zu realen Fällen wie NPD-Verfahren zeigen Wirksamkeit und trainieren differenziertes Urteilsvermögen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Juristen und Verfassungsrechtler am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe analysieren und entscheiden über Fälle, die die Auslegung und Anwendung des Grundgesetzes betreffen, wie z.B. die Prüfung von Parteiverboten.
  • Politische Historiker in Archiven wie dem Bundesarchiv in Koblenz werten Protokolle des Parlamentarischen Rates aus, um die Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes und die Debatten seiner Zeit zu rekonstruieren.
  • Gleichstellungsbeauftragte in Ministerien und Kommunen berufen sich auf die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung, um die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Beruf und Gesellschaft zu gewährleisten.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einer der drei Leitfragen. Sie beantworten diese schriftlich in 2-3 Sätzen und nennen dabei mindestens ein konkretes Beispiel aus dem Grundgesetz oder der Entstehungsgeschichte.

Diskussionsfrage

Lehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Mitglied des Parlamentarischen Rates. Welche drei Lehren aus der Weimarer Republik würden Sie unbedingt in das neue Grundgesetz aufnehmen und warum?' Die Schüler diskutieren in Kleingruppen und präsentieren ihre wichtigsten Punkte.

Kurze Überprüfung

Der Lehrer präsentiert einen kurzen Auszug aus einer Rede eines Mitglieds des Parlamentarischen Rates oder einen Artikel des Grundgesetzes. Die Schüler identifizieren, welche Lehre aus der Weimarer Republik hier zum Ausdruck kommt oder welcher Schutzmechanismus für die Demokratie beschrieben wird.

Häufig gestellte Fragen

Wie flossen Lehren aus der Weimarer Republik ins Grundgesetz ein?
Die Weimarer Schwächen wie Missbrauch von Notverordnungen und schwache Parteikontrolle führten zu GG-Artikeln wie 80a (Richterwahl) und 21 (Parteiverbote). Schüler analysieren dies durch Vergleichstexte, um Stabilitätsmechanismen zu verstehen. Dies stärkt ihr Vermögen, Verfassungen historisch zu kontextualisieren (ca. 65 Wörter).
Wie kann aktives Lernen das Verständnis des Grundgesetzes fördern?
Aktive Methoden wie Rollenspiele des Parlamentarischen Rates oder Stationen zu Schutzartikeln machen abstrakte Prinzipien erfahrbar. Schüler argumentieren Positionen, analysieren Quellen und wenden Rechte an, was Retention und Transfer verbessert. Solche Ansätze passen zu KMK-Standards und motivieren durch Eigenverantwortung (ca. 70 Wörter).
Welche Rolle spielten die 'Mütter des Grundgesetzes'?
Elf Abgeordnete wie Elisabeth Selbert kämpften für Gleichberechtigung (Artikel 3) und soziale Rechte. Trotz Minderheitenstatus prägten sie das GG entscheidend. Biografien und Debatten-Simulationen helfen Schülern, diese Beiträge zu würdigen und Geschlechterdynamiken in der Politik zu reflektieren (ca. 60 Wörter).
Wie schützt das Grundgesetz die Demokratie vor Feinden?
Durch 'wehrhafte Demokratie': Artikel 18 enteignet Extremisten, 21 verbietet Parteien gegen die freiheitliche Ordnung. Gerichte wie BVerfG entscheiden. Fallstudien zu Verboten fördern kritisches Denken und zeigen Balance zwischen Freiheit und Schutz (ca. 55 Wörter).

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