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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Die 68er-Bewegung: Ursachen und Ziele

Aktives Lernen eignet sich besonders gut, weil die 68er-Bewegung durch komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge geprägt war. Durch konkrete Materialien und Methoden wie Stationenrotation oder Rollenspiele setzen sich Schülerinnen und Schüler direkt mit den Ursachen, Zielen und Auswirkungen auseinander und erkennen die Relevanz für heutige Debatten.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.3: Deutschland nach 1945 (Gesellschaftlicher Wandel in der Bundesrepublik)Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 8: Deutschland nach 1945 (Gesellschaftlicher Wandel und die '68er-Bewegung')
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Bürgerversammlung45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Ursachen, Ziele, Auswirkungen

Richten Sie drei Stationen ein: Station 1 mit Familienbriefen zur NS-Vergangenheit, Station 2 mit Protestplakaten zu Zielen, Station 3 mit Zeitungsartikeln zu Folgen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Beobachtungen und diskutieren in Plenum. Schließen Sie mit einer Klassen-Zeitstrahl ab.

Analysieren Sie die Ursachen der 68er-Bewegung und ihre Kritik an der Nachkriegsgesellschaft.

ModerationstippBei der Stationenrotation sollte jede Station mit einer klaren Arbeitsanweisung und einem konkreten Materialauszug (z.B. Flugblatt, Zeitungsartikel) ausgestattet sein, um die Analyse zu lenken.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine der folgenden Fragen: 'Welche Rolle spielte die unbewältigte NS-Vergangenheit der Eltern für die Proteste der 68er?' oder 'War 1968 eher eine Kulturrevolution oder ein politischer Protest? Begründen Sie Ihre Antwort mit Beispielen.' Lassen Sie die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum präsentieren und diskutieren.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Kulturrevolution oder Protest?

Teilen Sie die Klasse in Befürworter und Gegner. Jede Seite bereitet Argumente vor, dann debattieren sie im Kreis, wobei Zuhörer Karten heben für Zustimmung. Wechseln Sie Rollen und reflektieren Sie in Paaren die Key Questions.

Erklären Sie, wie die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit die Familien beeinflusste.

ModerationstippFür die Fischaugen-Debatte ist es wichtig, die Schülerinnen und Schüler vorab auf die Debattenteilnahme vorzubereiten, indem sie sich mit Argumenten und Gegenargumenten zu den Positionen auseinandersetzen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schülerinnen und Schüler auf einem Zettel zwei Hauptursachen und zwei zentrale Ziele der 68er-Bewegung notieren. Bitten Sie sie anschließend, eine kurze Einschätzung zu geben, welche dieser Forderungen bis heute relevant geblieben ist.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Bürgerversammlung35 Min. · Partnerarbeit

Quellenpaarung: Ost-West-Vergleich

Verteilen Sie Quellenpaare zu Protesten in BRD und DDR. Paare analysieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede, erstellen eine Tabelle und präsentieren. Ergänzen Sie mit Familieninterviews zu 68er-Erinnerungen.

Beurteilen Sie, ob 1968 eine Kulturrevolution oder ein politischer Protest war.

ModerationstippBeim Rollenspiel sollten die Rollen klar verteilt und die Schülerinnen und Schüler mit historischen Fakten versorgt werden, um authentische Diskussionen zu ermöglichen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Auswahl an Zitaten oder kurzen Textauszügen von Protagonisten der 68er-Bewegung (z.B. Rudi Dutschke, Ulrike Meinhof) bereit. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die Quelle identifizieren und kurz erläutern, welches Ziel oder welche Kritik der 68er-Bewegung darin zum Ausdruck kommt.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Rollenspiel40 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: APO-Versammlung

Schüler übernehmen Rollen wie Studenten, Professoren oder Politiker. Sie verhandeln Ziele der Bewegung basierend auf historischen Texten. Nach 20 Minuten votieren alle und bewerten Auswirkungen.

Analysieren Sie die Ursachen der 68er-Bewegung und ihre Kritik an der Nachkriegsgesellschaft.

ModerationstippBei der Quellenpaarung ist darauf zu achten, dass die ausgewählten Dokumente aus Ost- und Westdeutschland sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede deutlich machen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine der folgenden Fragen: 'Welche Rolle spielte die unbewältigte NS-Vergangenheit der Eltern für die Proteste der 68er?' oder 'War 1968 eher eine Kulturrevolution oder ein politischer Protest? Begründen Sie Ihre Antwort mit Beispielen.' Lassen Sie die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum präsentieren und diskutieren.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Beim Unterrichten der 68er-Bewegung ist es entscheidend, die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit historischen Fakten zu konfrontieren, sondern sie aktiv in die Rekonstruktion der Ereignisse einzubinden. Vermeiden Sie eine rein lineare Darstellung der Ereignisse, da dies die Komplexität der Bewegung vernachlässigt. Stattdessen sollten Sie verschiedene Perspektiven und Stimmen einbeziehen, um ein ganzheitliches Bild zu vermitteln. Forschungsergebnisse zeigen, dass projektbasiertes Lernen und der Einsatz von Primärquellen das historische Denken fördern und die Schülerinnen und Schüler befähigen, historische Ereignisse in einen größeren Kontext einzuordnen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten wiedergeben, sondern historische Zusammenhänge erklären und aktuelle Bezüge herstellen können. Sie sollen in der Lage sein, verschiedene Perspektiven zu unterscheiden und die langfristigen Auswirkungen der Bewegung zu bewerten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Die 68er-Bewegung betrafen nur Studenten und Universitäten.

    Während der Stationenrotation analysieren die Schülerinnen und Schüler Flugblätter und Berichte, die die Rolle von Schülern, Arbeitern und Intellektuellen belegen. Sie sammeln Belege für die gesellschaftliche Breite der Bewegung und diskutieren im Plenum, warum diese Perspektive oft übersehen wird.

  • Die 68er-Bewegung führte zu keinen dauerhaften Veränderungen.

    Nach dem Rollenspiel 'APO-Versammlung' halten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen fest, welche Forderungen der Bewegung bis heute wirksam sind. Sie diskutieren, warum einige Ziele (z.B. Bildungsreformen) umgesetzt wurden, während andere (z.B. Kritik am Konsumkapitalismus) weiterhin diskutiert werden.

  • Die 68er-Bewegung war rein linksradikal und gewaltbereit.

    Während der Fischaugen-Debatte 'Kulturrevolution oder Protest?' setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit pazifistischen und demokratischen Forderungen auseinander. Sie nehmen Positionen ein und bewerten Quellen, um ein nuanciertes Bild zu entwickeln.


In dieser Übersicht verwendete Methoden