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Die 68er-Bewegung: Ursachen und ZieleAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Aktives Lernen eignet sich besonders gut, weil die 68er-Bewegung durch komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge geprägt war. Durch konkrete Materialien und Methoden wie Stationenrotation oder Rollenspiele setzen sich Schülerinnen und Schüler direkt mit den Ursachen, Zielen und Auswirkungen auseinander und erkennen die Relevanz für heutige Debatten.

Klasse 12Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Umbrüche und Kontinuitäten4 Aktivitäten35 Min.50 Min.

Lernziele

  1. 1Analysieren die sozialen, politischen und kulturellen Ursachen der 68er-Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland.
  2. 2Erklären die zentralen Forderungen der 68er-Bewegung bezüglich Bildung, Gesellschaft und Politik.
  3. 3Bewerten die langfristigen Auswirkungen der 68er-Bewegung auf die westdeutsche Gesellschaft und Kultur.
  4. 4Vergleichen die Kritik der 68er-Bewegung an der Elterngeneration und der NS-Vergangenheit mit heutigen gesellschaftlichen Debatten.
  5. 5Kritisieren Primärquellen wie Flugblätter oder Reden der 68er-Bewegung hinsichtlich ihrer Intention und ihres historischen Kontextes.

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45 Min.·Kleingruppen

Stationenrotation: Ursachen, Ziele, Auswirkungen

Richten Sie drei Stationen ein: Station 1 mit Familienbriefen zur NS-Vergangenheit, Station 2 mit Protestplakaten zu Zielen, Station 3 mit Zeitungsartikeln zu Folgen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Beobachtungen und diskutieren in Plenum. Schließen Sie mit einer Klassen-Zeitstrahl ab.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie die Ursachen der 68er-Bewegung und ihre Kritik an der Nachkriegsgesellschaft.

Moderationstipp: Bei der Stationenrotation sollte jede Station mit einer klaren Arbeitsanweisung und einem konkreten Materialauszug (z.B. Flugblatt, Zeitungsartikel) ausgestattet sein, um die Analyse zu lenken.

Setup: Bestuhlung in Reihen mit Blick auf einen Podiumstisch; Rednerpult

Materials: Rollenkarten für Stakeholder, Hintergrundmaterial zum Thema, Wortmeldekarten, Stimmzettel

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSozialbewusstsein
50 Min.·Ganze Klasse

Debatte: Kulturrevolution oder Protest?

Teilen Sie die Klasse in Befürworter und Gegner. Jede Seite bereitet Argumente vor, dann debattieren sie im Kreis, wobei Zuhörer Karten heben für Zustimmung. Wechseln Sie Rollen und reflektieren Sie in Paaren die Key Questions.

Vorbereitung & Details

Erklären Sie, wie die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit die Familien beeinflusste.

Moderationstipp: Für die Fischaugen-Debatte ist es wichtig, die Schülerinnen und Schüler vorab auf die Debattenteilnahme vorzubereiten, indem sie sich mit Argumenten und Gegenargumenten zu den Positionen auseinandersetzen.

Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum

Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
35 Min.·Partnerarbeit

Quellenpaarung: Ost-West-Vergleich

Verteilen Sie Quellenpaare zu Protesten in BRD und DDR. Paare analysieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede, erstellen eine Tabelle und präsentieren. Ergänzen Sie mit Familieninterviews zu 68er-Erinnerungen.

Vorbereitung & Details

Beurteilen Sie, ob 1968 eine Kulturrevolution oder ein politischer Protest war.

Moderationstipp: Beim Rollenspiel sollten die Rollen klar verteilt und die Schülerinnen und Schüler mit historischen Fakten versorgt werden, um authentische Diskussionen zu ermöglichen.

Setup: Bestuhlung in Reihen mit Blick auf einen Podiumstisch; Rednerpult

Materials: Rollenkarten für Stakeholder, Hintergrundmaterial zum Thema, Wortmeldekarten, Stimmzettel

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSozialbewusstsein
40 Min.·Kleingruppen

Rollenspiel: APO-Versammlung

Schüler übernehmen Rollen wie Studenten, Professoren oder Politiker. Sie verhandeln Ziele der Bewegung basierend auf historischen Texten. Nach 20 Minuten votieren alle und bewerten Auswirkungen.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie die Ursachen der 68er-Bewegung und ihre Kritik an der Nachkriegsgesellschaft.

Moderationstipp: Bei der Quellenpaarung ist darauf zu achten, dass die ausgewählten Dokumente aus Ost- und Westdeutschland sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede deutlich machen.

Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario

Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung

Dieses Thema unterrichten

Beim Unterrichten der 68er-Bewegung ist es entscheidend, die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit historischen Fakten zu konfrontieren, sondern sie aktiv in die Rekonstruktion der Ereignisse einzubinden. Vermeiden Sie eine rein lineare Darstellung der Ereignisse, da dies die Komplexität der Bewegung vernachlässigt. Stattdessen sollten Sie verschiedene Perspektiven und Stimmen einbeziehen, um ein ganzheitliches Bild zu vermitteln. Forschungsergebnisse zeigen, dass projektbasiertes Lernen und der Einsatz von Primärquellen das historische Denken fördern und die Schülerinnen und Schüler befähigen, historische Ereignisse in einen größeren Kontext einzuordnen.

Was Sie erwartet

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten wiedergeben, sondern historische Zusammenhänge erklären und aktuelle Bezüge herstellen können. Sie sollen in der Lage sein, verschiedene Perspektiven zu unterscheiden und die langfristigen Auswirkungen der Bewegung zu bewerten.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie 68er-Bewegung betrafen nur Studenten und Universitäten.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Während der Stationenrotation analysieren die Schülerinnen und Schüler Flugblätter und Berichte, die die Rolle von Schülern, Arbeitern und Intellektuellen belegen. Sie sammeln Belege für die gesellschaftliche Breite der Bewegung und diskutieren im Plenum, warum diese Perspektive oft übersehen wird.

Häufige FehlvorstellungDie 68er-Bewegung führte zu keinen dauerhaften Veränderungen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Nach dem Rollenspiel 'APO-Versammlung' halten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen fest, welche Forderungen der Bewegung bis heute wirksam sind. Sie diskutieren, warum einige Ziele (z.B. Bildungsreformen) umgesetzt wurden, während andere (z.B. Kritik am Konsumkapitalismus) weiterhin diskutiert werden.

Häufige FehlvorstellungDie 68er-Bewegung war rein linksradikal und gewaltbereit.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Während der Fischaugen-Debatte 'Kulturrevolution oder Protest?' setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit pazifistischen und demokratischen Forderungen auseinander. Sie nehmen Positionen ein und bewerten Quellen, um ein nuanciertes Bild zu entwickeln.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach der Stationenrotation 'Ursachen, Ziele, Auswirkungen' teilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und stellen jeder Gruppe eine der Fragen: 'Welche Rolle spielte die unbewältigte NS-Vergangenheit der Eltern für die Proteste der 68er?' oder 'War 1968 eher eine Kulturrevolution oder ein politischer Protest? Begründen Sie Ihre Antwort mit Beispielen.' Lassen Sie die Gruppen ihre Ergebnisse präsentieren und moderieren Sie eine abschließende Diskussion im Plenum.

Lernstandskontrolle

Nach dem Rollenspiel 'APO-Versammlung' notieren die Schülerinnen und Schüler auf einem Zettel zwei Hauptursachen und zwei zentrale Ziele der 68er-Bewegung. Sie geben zusätzlich eine kurze Einschätzung ab, welche dieser Forderungen bis heute relevant geblieben ist.

Kurze Überprüfung

Während der Quellenpaarung 'Ost-West-Vergleich' stellen Sie den Schülerinnen und Schüler Zitate oder kurze Textauszüge von Protagonisten der 68er-Bewegung (z.B. Rudi Dutschke, Ulrike Meinhof) zur Verfügung. Sie identifizieren die Quelle und erläutern kurz, welches Ziel oder welche Kritik der 68er-Bewegung darin zum Ausdruck kommt.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Fordern Sie Schülerinnen und Schüler auf, einen fiktiven Tagebucheintrag einer Person zu verfassen, die an der 68er-Bewegung beteiligt war, und darin die persönliche Motivation und Erfahrungen zu beschreiben.
  • Unterstützen Sie Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten haben, indem Sie ihnen eine Auswahl an vorstrukturierten Argumentationsketten oder eine Tabelle zur Quellenanalyse zur Verfügung stellen, um die Einordnung zu erleichtern.
  • Vertiefen Sie das Thema, indem Sie einen Vergleich mit anderen sozialen Bewegungen der 1960er-Jahre (z.B. Bürgerrechtsbewegung in den USA) anregen und die Schülerinnen und Schüler Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten lassen.

Schlüsselvokabular

Autoritäre ErziehungEin Erziehungsstil, der durch strenge Regeln, Gehorsam und wenig Raum für individuelle Entfaltung gekennzeichnet ist. Dieser Stil wurde von den 68ern stark kritisiert.
Auseinandersetzung mit der NS-VergangenheitDer Prozess der kritischen Reflexion und Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus durch die Nachkriegsgeneration. Dies war ein zentraler Kritikpunkt der 68er an der Elterngeneration.
NotstandsgesetzeGesetze, die der Regierung im Krisenfall erweiterte Befugnisse einräumen. Ihre Verabschiedung war ein Auslöser für breite Proteste der 68er-Bewegung.
Außerparlamentarische Opposition (APO)Politische Gruppierungen, die außerhalb des Parlaments agierten und durch Proteste und Demonstrationen Einfluss auf die Politik nahmen. Die 68er-Bewegung war ein wichtiger Teil der APO.
KulturrevolutionEin tiefgreifender Wandel gesellschaftlicher Normen, Werte und Lebensstile. Ob die 68er-Bewegung eine solche darstellte, ist Gegenstand der historischen Debatte.

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