Skip to content
Politik · Klasse 7

Ideen für aktives Lernen

Jugendgerichtsverfahren: Ablauf und Beteiligte

Aktives Lernen eignet sich besonders hier, weil Jugendgerichtsverfahren komplexe Abläufe und Rollenbilder vermitteln, die durch eigenes Handeln begreifbar werden. Simulationen und Rollenanalysen machen abstrakte rechtliche Prozesse greifbar und fördern das Verständnis für die pädagogischen Ziele des Jugendgerichtsverfahrens.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - FachwissenKMK: Sekundarstufe I - Methodenkompetenz
35–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel60 Min. · Ganze Klasse

Rollenspiel: Jugendgerichtssimulation

Teilen Sie die Klasse in Rollen ein: Richter, Staatsanwalt, Verteidiger, Angeklagter und Helfer. Bereiten Sie einen fiktiven Fall vor, führen Sie die Verhandlung durch und fällen Sie ein Urteil. Schließen Sie mit einer Reflexionsrunde ab, in der jede Rolle reflektiert wird.

Beschreiben Sie die Rolle des Jugendrichters und des Jugendstaatsanwalts im Verfahren.

ModerationstippBegrenzen Sie die Rollenspiel-Simulation auf maximal 20 Minuten, um die Konzentration zu halten und Zeit für Reflexion zu lassen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit der Rolle einer Person im Jugendgerichtsverfahren (z.B. Jugendrichter, Jugendstaatsanwalt, Verteidiger, Jugendgerichtshilfe). Sie schreiben eine kurze Beschreibung der Hauptaufgabe dieser Person im Verfahren.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Simulierte Gerichtsverhandlung45 Min. · Kleingruppen

Stationsrotation: Rollenanalyse

Richten Sie Stationen für jede Rolle ein mit Beschreibungen und Fallbeispielen. Gruppen rotieren, notieren Aufgaben und bereiten eine kurze Präsentation vor. Abschließend teilen Gruppen Erkenntnisse im Plenum.

Beurteilen Sie die Bedeutung der Jugendgerichtshilfe für den Verlauf des Verfahrens.

ModerationstippStellen Sie für die Stationsrotation klare Zeitvorgaben und Fragestellungen pro Station bereit, damit die Schüler nicht abschweifen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Sollten Jugendgerichtsverfahren immer öffentlich sein?' Lassen Sie die Schüler Argumente dafür und dagegen sammeln und diskutieren, wobei sie die Bedeutung des Jugendschutzes und der Resozialisierung berücksichtigen.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Debatte40 Min. · Kleingruppen

Debatte: Öffentlichkeit der Verfahren

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenseite. Jede Gruppe entwickelt drei Argumente basierend auf Jugendschutz und Transparenz. Führen Sie eine moderierten Debatte durch, voten Sie am Ende.

Entwickeln Sie Argumente für und gegen die Öffentlichkeit von Jugendgerichtsverfahren.

ModerationstippFühren Sie die Debatte zur Öffentlichkeit der Verfahren erst durch, nachdem die Schüler im Rollenspiel bereits die geschützte Atmosphäre des Jugendgerichts kennengelernt haben.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern eine Liste von Schritten eines Jugendgerichtsverfahrens in zufälliger Reihenfolge. Sie sollen die Schritte in die richtige chronologische Reihenfolge bringen und jeden Schritt kurz benennen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Fallstudienanalyse35 Min. · Partnerarbeit

Fallstudienanalyse: Jugendgerichtshilfe

Geben Sie Gruppen reale anonymisierte Fälle. Sie analysieren den Beitrag der Hilfe zum Verfahrensverlauf und erstellen eine Mindmap. Präsentieren Sie Ergebnisse und diskutieren Alternativen.

Beschreiben Sie die Rolle des Jugendrichters und des Jugendstaatsanwalts im Verfahren.

ModerationstippHändigen Sie den Schülern während der Fallstudie zur Jugendgerichtshilfe konkrete Zitate oder Dokumente aus, die sie analysieren können.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit der Rolle einer Person im Jugendgerichtsverfahren (z.B. Jugendrichter, Jugendstaatsanwalt, Verteidiger, Jugendgerichtshilfe). Sie schreiben eine kurze Beschreibung der Hauptaufgabe dieser Person im Verfahren.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Politik-Aktivitäten passen

Nutzen, bearbeiten, drucken oder teilen.

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass Jugendgerichtsverfahren nicht nur rechtlich, sondern vor allem pädagogisch vermittelt werden sollten. Vermeiden Sie trockene Vorträge – stattdessen aktivieren Sie die Schüler durch Perspektivwechsel. Nutzen Sie Alltagsbezug, etwa durch Beispiele aus dem Schulalltag, um die Unterschiede zwischen Erziehung und Strafe erlebbar zu machen. Die Rolle der Jugendgerichtshilfe wird oft unterschätzt und sollte besonders hervorgehoben werden.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Unterschiede zwischen Jugend- und Erwachsenenstrafrecht erklären können. Sie erkennen die Bedeutung der Beteiligten und können die Schritte des Verfahrens in eigenen Worten wiedergeben. Zudem sind sie in der Lage, die Ziele der Resozialisierung und Erziehung zu benennen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels Jugendgerichtssimulation hört man oft den Satz: 'Jugendgerichte funktionieren wie Erwachsenengerichte mit strenger Strafe.'

    Beobachten Sie während der Simulation, ob die Schüler erzieherische Maßnahmen wie Sozialstunden oder Weisungen vorschlagen. Lenken Sie die Diskussion gezielt auf die Unterschiede zwischen Strafzwecken hin und vergleichen Sie die Urteile der Schüler mit echten Jugendgerichtsentscheidungen.

  • Immer wieder wird behauptet: 'Der Jugendrichter entscheidet allein.'

    Während der Stationsrotation zur Rollenanalyse lassen Sie die Schüler die Beratungssituation im Kollegium nachspielen. Zeigen Sie ihnen, wie Laienrichter und Jugendrichter gemeinsam zu einer Entscheidung kommen und welche Argumente dabei eine Rolle spielen.

  • Schüler äußern oft: 'Jugendgerichtsverfahren sind immer öffentlich.'

    Führen Sie während der Debatte zur Öffentlichkeit der Verfahren konkrete Beispiele an, etwa wenn ein Schüler aus der Rolle des Jugendstaatsanwalts die Gefährdung des Jugendlichen durch öffentliche Bloßstellung argumentiert. Nutzen Sie die Debatte, um Vorurteile direkt mit Fakten zu konfrontieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden