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Politik · Klasse 13 · Ökologische Transformation und globale Gerechtigkeit · 2. Halbjahr

Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Herausforderungen einer nachhaltigen Landwirtschaft und die Frage der globalen Ernährungssicherheit.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Nachhaltige EntwicklungKMK: Sekundarstufe II - Internationale Beziehungen

Über dieses Thema

In diesem Thema untersuchen Schülerinnen und Schüler die Herausforderungen einer nachhaltigen Landwirtschaft und die globale Ernährungssicherheit. Sie analysieren die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf Umwelt und Gesundheit, vergleichen Ansätze wie ökologische Landwirtschaft und Precision Farming und bewerten die Rolle der Politik. Dies knüpft an KMK-Standards zur nachhaltigen Entwicklung und internationalen Beziehungen an.

Die Diskussion umfasst Themen wie Monokulturen, Pestizideinsatz, Bodenerosion und den Einfluss auf die Biodiversität. Gleichzeitig werden Erfolgsmodelle wie Agroforstwirtschaft oder faire Handelsketten beleuchtet. Politische Instrumente wie EU-Förderprogramme oder die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung rücken in den Fokus, um globale Ungleichheiten zu adressieren.

Aktives Lernen fördert hier kritisches Denken und Handlungskompetenz. Durch praktische Übungen entwickeln Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu bewerten und eigene Positionen zu bilden, was ihre demokratische Partizipation stärkt.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf Umwelt und Gesundheit.
  2. Vergleichen Sie verschiedene Ansätze zur Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft.
  3. Bewerten Sie die Rolle der Politik bei der Sicherstellung globaler Ernährungssicherheit.

Lernziele

  • Analysieren Sie die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf lokale Gemeinschaften und globale Ökosysteme.
  • Vergleichen Sie die Effektivität verschiedener nachhaltiger Landwirtschaftsmodelle (z.B. ökologischer Landbau, Permakultur, Agroforstwirtschaft) hinsichtlich Ertragsstabilität und Ressourcenschonung.
  • Bewerten Sie die politischen und wirtschaftlichen Mechanismen, die zur globalen Ernährungssicherheit beitragen oder diese behindern.
  • Entwerfen Sie Lösungsansätze für spezifische Herausforderungen der globalen Ernährungssicherheit unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Gerechtigkeitsaspekte.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Ökologie: Stoffkreisläufe und Ökosysteme

Warum: Ein Verständnis von Stoffkreisläufen (Wasser, Kohlenstoff, Stickstoff) und der Funktionsweise von Ökosystemen ist essenziell, um die Auswirkungen landwirtschaftlicher Praktiken auf die Umwelt zu verstehen.

Wirtschaftliche Systeme und Globalisierung

Warum: Grundkenntnisse über Märkte, Handel und globale Wirtschaftsbeziehungen sind notwendig, um die wirtschaftlichen Aspekte der Landwirtschaft und der globalen Ernährungssicherheit zu analysieren.

Grundlagen politischer Systeme und internationaler Organisationen

Warum: Ein Verständnis von staatlichen Entscheidungsprozessen und der Rolle internationaler Organisationen ist wichtig, um die politische Dimension der Ernährungssicherheit zu erfassen.

Schlüsselvokabular

ErnährungssouveränitätDas Recht von Völkern, gesunde und kulturell angemessene Nahrungsmittel zu produzieren und zu verteilen. Es betont lokale Kontrolle über das Ernährungssystem.
AgroforstwirtschaftEin Landnutzungssystem, das Bäume und Sträucher mit landwirtschaftlichen Kulturen oder Viehzucht auf derselben Fläche kombiniert, um ökologische und ökonomische Vorteile zu erzielen.
BodenfruchtbarkeitDie Fähigkeit des Bodens, Pflanzenwachstum zu unterstützen, basierend auf physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften. Industrielle Praktiken können sie stark beeinträchtigen.
Resilienz (im Ernährungssystem)Die Fähigkeit eines Ernährungssystems, Störungen (wie Klimawandel oder Marktschwankungen) zu widerstehen, sich anzupassen und sich davon zu erholen, ohne seine Kernfunktionen zu verlieren.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungIndustrielle Landwirtschaft löst Ernährungssicherheit immer.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Sie erhöht Erträge kurzfristig, verursacht aber Umweltschäden und Abhängigkeiten, die langfristig die Sicherheit gefährden.

Häufige FehlvorstellungNachhaltige Landwirtschaft ist unwirtschaftlich.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Modelle wie Precision Farming senken Kosten und steigern Resilienz, wie Studien der FAO zeigen.

Häufige FehlvorstellungErnährungssicherheit ist nur nationales Problem.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Globale Lieferketten machen sie interdependent; Politik muss internationale Kooperation fördern.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Die Welthungerhilfe arbeitet weltweit an Projekten zur Förderung nachhaltiger Landwirtschaft und zur Verbesserung der Ernährungssicherheit in Regionen, die von Armut und Klimawandel betroffen sind. Sie unterstützt Kleinbauern bei der Umstellung auf ökologische Anbaumethoden.
  • In Deutschland setzen sich Initiativen wie 'Bioland' oder 'Demeter' für ökologische Landwirtschaft ein und bieten Verbrauchern Produkte an, die unter strengen Richtlinien für Umweltschutz und Tierwohl erzeugt werden. Diese Verbände beeinflussen auch politische Entscheidungen zur Agrarförderung.
  • Die Vereinten Nationen (UN) haben mit den Sustainable Development Goals (SDGs), insbesondere SDG 2 (Kein Hunger), globale Ziele zur Beendigung des Hungers und zur Förderung nachhaltiger Landwirtschaft formuliert. Die Umsetzung dieser Ziele erfordert internationale Zusammenarbeit und politische Steuerung.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Welche Kompromisse müssen wir eingehen, wenn wir von industrieller Landwirtschaft zu vollständig nachhaltigen Systemen übergehen wollen?' Fordern Sie die Schüler auf, spezifische Beispiele für ökologische, ökonomische und soziale Kompromisse zu nennen und diese zu begründen.

Lernstandskontrolle

Bitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte zwei konkrete politische Maßnahmen zu notieren, die die globale Ernährungssicherheit fördern könnten. Geben Sie für jede Maßnahme eine kurze Begründung, warum sie wirksam sein könnte.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie ein Bild oder eine kurze Beschreibung eines landwirtschaftlichen Problems (z.B. Bodenerosion durch Monokultur). Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen drei mögliche Lösungsansätze diskutieren, die auf nachhaltigen Prinzipien basieren, und präsentieren Sie die Ergebnisse kurz im Plenum.

Häufig gestellte Fragen

Wie verbinde ich das Thema mit KMK-Standards?
Die Key Questions decken Nachhaltige Entwicklung und Internationale Beziehungen ab. Nutzen Sie Analysen zu Umweltauswirkungen für ethische Reflexion und Vergleiche von Ansätzen für Handlungskompetenz. Integrieren Sie UN-Ziele, um globale Perspektiven zu stärken. Dies fördert transferiertes Wissen in demokratische Debatten. (62 Wörter)
Warum ist aktives Lernen in diesem Thema besonders vorteilhaft?
Aktives Lernen aktiviert Schülerinnen und Schüler, indem sie Daten analysieren, Rollen übernehmen und debattieren. Es vertieft Verständnis komplexer Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Umwelt und Politik. So entsteht nicht nur Wissen, sondern auch die Fähigkeit, eigene Positionen zu rechtfertigen und Lösungen zu entwickeln, was die KMK-Kompetenzen Nachhaltigkeit und Partizipation stärkt. (71 Wörter)
Welche Materialien empfehlen Sie?
FAO-Berichte, EU-Landwirtschaftsberichte und Infografiken zu Biodiversitätsverlust. Filme wie 'Food Inc.' oder interaktive Karten der Welthungerhilfe eignen sich gut. Primärquellen wie die Gemeinsame Agrarpolitik der EU ermöglichen authentische Analysen. (58 Wörter)
Wie bewerte ich die Lernergebnisse?
Kriterien: Genauigkeit der Analysen, Ausgewogenheit von Argumenten und Bezug zu Key Questions. Rubriken für Gruppenarbeiten bewerten Kooperation und Präsentation. Reflexionsjournale erfassen persönliche Einsichten zur globalen Gerechtigkeit. (54 Wörter)

Planungsvorlagen für Politik