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Politik · Klasse 13 · Ökologische Transformation und globale Gerechtigkeit · 2. Halbjahr

Biodiversität und Artenschutz

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Bedeutung der Biodiversität und die Ursachen des Artensterbens sowie Maßnahmen zu dessen Bekämpfung.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Nachhaltige EntwicklungKMK: Sekundarstufe II - Ethische Reflexion

Über dieses Thema

Biodiversität umfasst die Vielfalt aller Lebensformen, Gene und Ökosysteme auf der Erde. Schülerinnen und Schüler Klasse 13 erkennen ihre zentrale Rolle für die Stabilität von Ökosystemen: Sie sichert Nährstoffkreisläufe, Bestäubung und natürliche Schädlingsbekämpfung. Für den Menschen liefert sie Ressourcen wie Nahrung, Medikamente und sauberes Wasser. Das globale Artensterben bedroht diese Funktionen; Hauptursachen sind Habitatzerstörung durch Landwirtschaft und Urbanisierung, Überfischung, Verschmutzung, invasive Arten und Klimawandel. Schüler analysieren Daten der IPBES-Berichte, um die Dringlichkeit zu verstehen.

Im Kontext nachhaltiger Entwicklung und ethischer Reflexion bewerten Schüler internationale Abkommen wie das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) oder CITES. Sie diskutieren Erfolge, wie den Schutz bedrohter Arten, und Schwächen, etwa mangelnde Umsetzung in Entwicklungsländern. Dies fördert Kompetenzen in Analyse und Bewertung gemäß KMK-Standards.

Aktives Lernen eignet sich hervorragend, da abstrakte globale Prozesse durch Simulationen und Debatten konkret werden. Schüler entwickeln Argumente in Rollenspielen oder sammeln lokale Biodiversitätsdaten, was Motivation steigert und Transfer auf reale Politik fördert.

Leitfragen

  1. Erklären Sie die Bedeutung der Biodiversität für Ökosysteme und den Menschen.
  2. Analysieren Sie die Hauptursachen des globalen Artensterbens.
  3. Bewerten Sie die Effektivität internationaler Abkommen zum Artenschutz.

Lernziele

  • Erklären Sie die ökologischen und ökonomischen Funktionen der Biodiversität für menschliche Gesellschaften.
  • Analysieren Sie die kausalen Zusammenhänge zwischen menschlichen Aktivitäten (Landwirtschaft, Urbanisierung, Klimawandel) und dem globalen Artensterben.
  • Bewerten Sie die Wirksamkeit und die Herausforderungen der Umsetzung internationaler Artenschutzabkommen wie CITES und der CBD anhand von Fallbeispielen.
  • Entwerfen Sie eine lokale Maßnahme zur Förderung der Biodiversität und des Artenschutzes in Ihrem schulischen Umfeld oder Ihrer Gemeinde.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Ökologie: Stoffkreisläufe und Energiefluss

Warum: Ein Verständnis von Stoffkreisläufen und Energiefluss ist notwendig, um die Rolle der Biodiversität für die Stabilität von Ökosystemen zu erfassen.

Mensch und Umwelt: Anthropogene Einflüsse auf Ökosysteme

Warum: Grundkenntnisse über menschliche Eingriffe in natürliche Systeme sind erforderlich, um die Ursachen des Artensterbens zu analysieren.

Schlüsselvokabular

BiodiversitätDie Vielfalt des Lebens auf allen Ebenen, einschließlich der genetischen Vielfalt, der Artenvielfalt und der Vielfalt von Ökosystemen.
ArtensterbenDas Aussterben von Arten in einem Ausmaß, das deutlich über der natürlichen Hintergrundrate liegt, oft verursacht durch menschliche Einflüsse.
HabitatfragmentierungDie Zerstörung oder Aufteilung eines Lebensraums in kleinere, isolierte Flächen, was die Populationsgröße und genetische Vielfalt von Arten reduziert.
Invasive ArtenNicht-heimische Arten, die sich in einem neuen Ökosystem etablieren und heimische Arten verdrängen oder das Ökosystem schädigen.
ÖkosystemdienstleistungenDie direkten und indirekten Vorteile, die Menschen aus Ökosystemen ziehen, wie z.B. sauberes Wasser, Bestäubung von Nutzpflanzen und Klimaregulation.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungBiodiversität betrifft nur seltene Tiere und Pflanzen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Biodiversität umfasst genetische Vielfalt innerhalb Arten, Artenvielfalt und Ökosystemvielfalt. Aktive Erkundung lokaler Habitate durch Inventuren zeigt, dass Alltagspflanzen und Mikroorganismen ebenso entscheidend sind. Gruppendiskussionen klären diese Schichten und verbinden sie mit Ökosystemdienstleistungen.

Häufige FehlvorstellungArtensterben ist ein natürlicher Prozess ohne menschlichen Einfluss.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Das aktuelle Tempo ist 100- bis 1000-fach höher als natürliche Raten durch anthropogene Faktoren. Datenanalyse in Gruppen mit IPBES-Grafen verdeutlicht den menschlichen Beitrag. Peer-Teaching stärkt das Verständnis für Dringlichkeit und Handlungsbedarf.

Häufige FehlvorstellungInternationale Abkommen lösen das Artensterben allein.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Abkommen wie CITES sind wirksam, erfordern aber nationale Umsetzung und Finanzierung. Rollenspiele zu Verhandlungen enthüllen Abhängigkeiten von Politik und Wirtschaft. Reflexion in Paaren fördert nuanciertes Bewerten.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Ökologen und Naturschutzbiologen arbeiten für Organisationen wie den WWF oder das Bundesamt für Naturschutz, um Lebensräume zu kartieren, Gefährdungsanalysen durchzuführen und Schutzprojekte zu entwickeln, beispielsweise zur Rettung des Feldhamsters in Deutschland.
  • Die Pharmaindustrie nutzt die genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren zur Entdeckung neuer Medikamente. Ein bekanntes Beispiel ist die Entwicklung von Aspirin aus der Weidenrinde, was die Bedeutung der Biodiversität für die menschliche Gesundheit unterstreicht.
  • Landwirte in Brandenburg passen ihre Anbaumethoden an, um die Biodiversität auf ihren Feldern zu erhöhen, indem sie Blühstreifen anlegen und auf den Einsatz von Pestiziden verzichten, was zur Erhaltung von Insektenpopulationen beiträgt.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Teilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe ein internationales Abkommen zum Artenschutz (z.B. CITES, CBD). Lassen Sie die Gruppen die Hauptziele, die wichtigsten Mechanismen und drei konkrete Erfolge oder Misserfolge bei der Umsetzung diskutieren und präsentieren.

Lernstandskontrolle

Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karteikarte zwei Hauptursachen des Artensterbens zu nennen und für jede Ursache eine konkrete menschliche Aktivität als Beispiel anzuführen. Anschließend sollen sie eine mögliche Maßnahme zur Bekämpfung einer dieser Ursachen formulieren.

Kurze Überprüfung

Stellen Sie eine Liste von fünf Ökosystemdienstleistungen bereit. Die Schülerinnen und Schüler sollen zu jeder Dienstleistung eine kurze Erklärung abgeben, wie die Biodiversität diese Dienstleistung ermöglicht und welche Konsequenzen ein Verlust der Biodiversität hätte.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Bedeutung der Biodiversität für Ökosysteme?
Biodiversität stabilisiert Ökosysteme durch Resilienz gegenüber Störungen, wie Trockenheit oder Schädlinge. Vielfalt sorgt für effiziente Nährstoffkreisläufe und Nahrungsketten. Für den Menschen bedeutet sie Dienstleistungen wie Bestäubung für 75 Prozent der Nutzpflanzen und Grundlage für Pharmazeutika. Verlust führt zu Instabilität, wie beim Zusammenbruch von Korallenriffen. Unterricht mit Fallstudien macht diese Zusammenhänge greifbar. (62 Wörter)
Welche sind die Hauptursachen des globalen Artensterbens?
Die IPBES nennt fünf Treiber: Habitatveränderung (Abholzung, Urbanisierung), Übernutzung (Jagd, Fischerei), Verschmutzung (Pestizide, Plastik), invasive Arten und Klimawandel. Diese wirken synergistisch, etwa durch Erwärmung begünstigte Ausbreitung von Invasoren. Schüler analysieren interaktive Karten, um regionale Unterschiede zu erkennen und Prioritäten für Schutz zu setzen. (68 Wörter)
Wie wirksam sind internationale Artenschutzabkommen?
Abkommen wie CBD (Ziel Nullverlust bis 2030) und CITES haben Erfolge erzielt, z. B. beim Schutz von Elefanten durch Handelsverbote. Kritikpunkte sind schwache Durchsetzung und ungleiche Belastung für arme Länder. Bewertung durch Debatten schult Urteilsbildung und ethische Reflexion. Finanzhilfen wie das Biodiversitätsfonds verbessern Chancen. (72 Wörter)
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis von Biodiversität und Artenschutz?
Aktives Lernen macht globale Themen lokal erlebbar, z. B. durch Arteninventuren oder Rollenspiele zu Abkommen. Schüler sammeln Daten mit Apps, debattieren Lösungen und simulieren Verhandlungen, was Abstraktes konkretisiert. Kollaborative Ansätze fördern Systemdenken und Engagement. Solche Methoden steigern Retention um bis zu 90 Prozent und motivieren zu nachhaltigem Handeln. (74 Wörter)

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