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Politik · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Internationale Klimapolitik und Abkommen

Aktive Lernformen passen besonders gut zu Internationaler Klimapolitik, weil Schülerinnen und Schüler hier abstrakte Verhandlungen und komplexe Mechanismen konkret erleben können. Durch Rollenspiele, Debatten und Recherchen verstehen sie, wie internationale Abkommen entstehen und warum ihre Umsetzung scheitern oder gelingen kann.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - GlobalisierungKMK: Sekundarstufe II - Nachhaltige Entwicklung
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: UN-Klimagipfel

Teilen Sie die Klasse in Gruppen für verschiedene Staaten (EU, USA, China, Entwicklungsländer) ein. Jede Gruppe bereitet Positionen zu NDCs vor, präsentiert sie und verhandelt ein Abkommen. Schließen Sie mit Plenum-Diskussion über Kompromisse ab.

Analysieren Sie die Ziele und Mechanismen des Pariser Klimaabkommens und bewerten Sie dessen Potenzial zur Begrenzung der globalen Erwärmung.

ModerationstippBeobachten Sie während des Rollenspiels besonders die Dynamik zwischen Industrieländern und Schwellenländern, um nationale Interessenkonflikte sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche nationalen Interessen könnten die Bereitschaft eines Staates beeinflussen, ambitionierte Klimaziele zu verfolgen?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen verschiedene Länder (z.B. Deutschland, China, Saudi-Arabien) diskutieren und ihre Argumente präsentieren.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Planspiel35 Min. · Partnerarbeit

Vergleichstabelle: Kyoto vs. Paris

In Paaren erstellen Schüler eine Tabelle mit Zielen, Mechanismen, Stärken und Schwächen beider Abkommen. Ergänzen Sie mit Quellenrecherche. Präsentieren Sie Ergebnisse im Plenum.

Vergleichen Sie die Ansätze verschiedener Staaten und Staatengruppen in der internationalen Klimapolitik und differenzieren Sie deren Interessen.

ModerationstippFordern Sie die Schülerinnen und Schüler beim Vergleichstabelle auf, nicht nur Fakten zu sammeln, sondern auch Leerstellen und Widersprüche zwischen den Abkommen zu benennen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karteikarte eine Hauptkritik am Kyoto-Protokoll und eine Hauptstärke des Pariser Abkommens zu formulieren. Fordern Sie sie auf, jeweils eine konkrete Maßnahme oder einen Mechanismus zu nennen, der ihre Aussage stützt.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Debatte45 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Effektivität des Pariser Abkommens

Teilen Sie in Pro- und Contra-Teams ein. Jede Seite argumentiert mit Daten zu Erwärmungstrends und Umsetzung. Moderator leitet, Klasse stimmt ab.

Bewerten Sie die Herausforderungen bei der Umsetzung internationaler Klimaziele und diskutieren Sie die Rolle von Nichtregierungsorganisationen.

ModerationstippGeben Sie in der Debatte klare Zeitlimits vor und achten Sie darauf, dass alle Positionen gleichmäßig Gehör finden, um eine ausgewogene Diskussion zu sichern.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Liste von Begriffen (z.B. NDC, Emissionshandel, Klimagerechtigkeit, COP26). Bitten Sie sie, jedem Begriff eine kurze, prägnante Definition zuzuordnen und ein Beispiel für dessen Anwendung in der realen Welt zu geben.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Planspiel40 Min. · Einzelarbeit

NGO-Recherche: Rolle bei Klimapolitik

Individuell recherchieren Schüler eine NGO (z.B. Greenpeace), ihre Kampagnen und Erfolge. Teilen Sie Erkenntnisse in Gruppen und erstellen ein Plakat.

Analysieren Sie die Ziele und Mechanismen des Pariser Klimaabkommens und bewerten Sie dessen Potenzial zur Begrenzung der globalen Erwärmung.

ModerationstippAchten Sie bei der NGO-Recherche darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Informationen zusammentragen, sondern deren Einfluss auf Klimapolitik kritisch hinterfragen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche nationalen Interessen könnten die Bereitschaft eines Staates beeinflussen, ambitionierte Klimaziele zu verfolgen?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen verschiedene Länder (z.B. Deutschland, China, Saudi-Arabien) diskutieren und ihre Argumente präsentieren.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Politik-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen auf eine Kombination aus Handlungsorientierung und kritischer Reflexion. Sie vermeiden eine rein deskriptive Darstellung der Abkommen und lenken stattdessen den Blick auf Machtungleichgewichte und Implementierungsdefizite. Wichtig ist, dass Schülerinnen und Schüler die Mechanismen nicht nur verstehen, sondern ihre Wirksamkeit selbst beurteilen. Vermeiden Sie es, die Abkommen als 'gut' oder 'schlecht' zu bewerten – stattdessen sollten die Schülerinnen und Schüler lernen, Interessen und Handlungsspielräume zu analysieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich daran, dass Schülerinnen und Schüler die Unterschiede zwischen Kyoto-Protokoll und Pariser Abkommen erklären können, nationale Interessen in Klimaverhandlungen einordnen und die Rolle nicht-staatlicher Akteure bewerten. Sie nutzen Fachbegriffe präzise und begründen ihre Positionen mit konkreten Beispielen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels UN-Klimagipfel könnte die Aussage fallen: 'Das Pariser Abkommen ist rechtlich bindend für alle Staaten.'

    Erinnern Sie die Schülerinnen und Schüler daran, dass NDCs freiwillig sind und keine Sanktionen drohen. Fordern Sie sie auf, im Spiel selbst zu erleben, warum Staaten auch ambitionierte Ziele nicht umsetzen, wenn keine verbindlichen Mechanismen bestehen.

  • Während der Debatte Effektivität des Pariser Abkommens könnte die Aussage fallen: 'Kyoto hat die globale Erwärmung gestoppt.'

    Nutzen Sie die Zeitlinien aus dem Vergleichstabelle, um zu zeigen, dass Kyoto nur in wenigen Ländern Wirkung zeigte. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, in der Debatte zu begründen, warum Kyoto scheiterte und welche Lehren daraus für das Pariser Abkommen gezogen wurden.

  • Während der NGO-Recherche könnte die Annahme entstehen: 'Nur Regierungen zählen in der Klimapolitik.'

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, konkrete Beispiele aus ihrer Recherche zu nennen, wie NGOs Druck auf Regierungen ausüben oder Umsetzung kontrollieren. Zeigen Sie ihnen auf, wie NGOs wie Greenpeace oder WWF Klimapolitik durch Kampagnen oder Klagen beeinflussen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden