Der Körper in der Performancekunst
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen den Körper als Medium in der Performancekunst und entwickeln eigene performative Ansätze.
Über dieses Thema
Der Körper in der Performancekunst wird als zentrales Medium erforscht, das Künstlerinnen und Künstler nutzen, um Emotionen, Identitäten und gesellschaftliche Kritik auszudrücken. In Klasse 9 analysieren Schülerinnen und Schüler Werke von Pionierfiguren wie Marina Abramović oder Vito Acconci. Sie bewerten, wie der Körper gleichzeitig Werkzeug, Material und Kunstwerk ist, und untersuchen seine provokative Wirkung im öffentlichen Raum. Durch Auseinandersetzung mit Key Questions lernen sie, soziale oder politische Botschaften körperlich zu vermitteln.
Dieses Thema knüpft direkt an die KMK-Standards für zeitbasierte Medien und Kunst und Gesellschaft an. Es verbindet anatomische Kenntnisse des Körpers mit expressiven und reflexiven Fähigkeiten. Schülerinnen und Schüler üben kritisches Denken, indem sie Performances entwerfen, die Themen wie Klimawandel oder Geschlechterrollen aufgreifen. Solche Übungen fördern Empathie und das Verständnis für kulturelle Dialoge in der Moderne.
Aktives Lernen ist für Performancekunst ideal, weil Schülerinnen und Schüler durch Improvisationen, Proben und Peer-Feedback Konzepte hautnah erleben. Eigene Performances machen abstrakte Ideen konkret, stärken Selbstwirksamkeit und sorgen für bleibende Lernerfahrungen durch Bewegung und Interaktion.
Leitfragen
- Bewerten Sie die Rolle des Körpers als Kunstwerk und Werkzeug in der Performancekunst.
- Wie kann der Körper im öffentlichen Raum eine Botschaft vermitteln?
- Entwerfen Sie eine kurze Performance, die eine soziale oder politische Aussage trifft.
Lernziele
- Analysieren Sie die Funktion des Körpers als primäres Medium in ausgewählten Performancekunstwerken des 20. und 21. Jahrhunderts.
- Bewerten Sie die ethischen und ästhetischen Implikationen der Nutzung des menschlichen Körpers als Werkzeug und Kunstwerk in der Performancekunst.
- Entwerfen und skizzieren Sie eine eigene Kurzperformance, die eine spezifische soziale oder politische Botschaft im öffentlichen Raum kommuniziert.
- Erklären Sie, wie Körpersprache und physische Präsenz im öffentlichen Raum nonverbale Botschaften vermitteln können.
Bevor es losgeht
Warum: Schülerinnen und Schüler müssen grundlegende Prinzipien der visuellen Gestaltung und Symbolik verstehen, um die kommunikative Kraft des Körpers in der Kunst zu erfassen.
Warum: Ein grundlegendes Verständnis der historischen Kontexte und Strömungen der modernen und zeitgenössischen Kunst ist notwendig, um die Entwicklung und Bedeutung der Performancekunst einordnen zu können.
Schlüsselvokabular
| Performancekunst | Eine Kunstform, bei der die künstlerische Handlung selbst, oft unter Einbeziehung des Körpers des Künstlers, das Kunstwerk darstellt. Sie ist zeitbasiert und findet häufig vor Publikum statt. |
| Körper als Medium | Die Verwendung des eigenen Körpers oder des Körpers anderer als primäres Ausdrucksmittel, um Ideen, Emotionen oder Konzepte zu vermitteln, anstatt traditionelle Materialien wie Farbe oder Stein zu verwenden. |
| Public Performance | Eine Performancekunst, die im öffentlichen Raum, abseits traditioneller Kunsträume wie Galerien oder Museen, stattfindet und oft mit der Umgebung und dem zufälligen Publikum interagiert. |
| Zeitbasierte Kunst | Kunstformen, deren Wahrnehmung sich über einen bestimmten Zeitraum erstreckt, wie z.B. Performancekunst, Film oder Videoinstallationen. Die Dauer ist ein wesentliches Element. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungPerformancekunst ist nur spontanes Tanzen ohne Konzept.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Aktive Improvisationsübungen zeigen, dass Performances geplant und konzeptionell sind. Schülerinnen und Schüler entdecken durch Peer-Diskussionen die strategische Rolle des Körpers, was Fehlbilder korrigiert und kreatives Denken schult.
Häufige FehlvorstellungDer Körper ist in der Kunst immer nur Objekt, nie Subjekt.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Eigene Performances lassen Schülerinnen und Schüler die Dualität erleben. Kollaborative Reflexionen helfen, subjektive Ausdrucksformen zu erkennen und die provokative Kraft des Künstlerkörpers zu verstehen.
Häufige FehlvorstellungPerformancekunst wirkt nur im Theater, nicht öffentlich.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Outdoor-Proben im Schulhof demonstrieren die Wirkung im öffentlichen Raum. Gruppenfeedback verstärkt das Bewusstsein für soziale Botschaften und macht den Lernprozess interaktiv.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenImprovisationskreis: Körperdialoge
Schülerinnen und Schüler bilden einen Kreis und reagieren spontan auf Impulse wie 'Wut ausdrücken' oder 'Freiheit verkörpern'. Jede Runde dauert 2 Minuten, gefolgt von kurzer Reflexion. Dokumentieren Sie Bewegungen per Smartphone für spätere Analyse.
Gruppenentwurf: Politische Performance
In Gruppen wählen Schülerinnen und Schüler ein Thema wie Diskriminierung, entwerfen eine 3-minütige Performance und proben sie. Präsentation vor der Klasse mit Zuschauerfeedback. Abschließende Diskussion zur Botschaft.
Stationenanalyse: Ikonen der Performancekunst
Richten Sie Stationen mit Videos von Abramović oder Beuys ein. Gruppen notieren Beobachtungen zum Körpergebrauch, diskutieren provokative Elemente und skizzieren eigene Varianten. Rotation alle 10 Minuten.
Solo-Reflexion: Mein Körper als Kunstwerk
Jede Schülerin und jeder Schüler filmt eine 1-minütige Solo-Performance zu persönlicher Identität. Austausch in Partnerpaaren mit konstruktivem Feedback.
Bezüge zur Lebenswelt
- Streetart-Künstler wie Banksy nutzen oft provokative Aktionen im öffentlichen Raum, die eine Form der Performance darstellen, um soziale Kommentare abzugeben und Debatten anzustoßen.
- Aktivistengruppen wie Extinction Rebellion nutzen performative Aktionen und zivilen Ungehorsam im öffentlichen Raum, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen und politische Veränderungen zu fordern.
- Künstlerinnen und Künstler wie Marina Abramović erforschen in ihren Performances die Grenzen des Körpers und des menschlichen Geistes, was zu weltweiten Ausstellungen und Diskussionen über Kunst und menschliche Erfahrung führt.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei Möglichkeiten, wie der Körper in der Performancekunst als Werkzeug oder Botschaftsträger dienen kann. Geben Sie ein Beispiel aus dem Unterricht oder aus eigener Recherche.' Die Antworten werden eingesammelt und auf Verständnis geprüft.
Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Entwürfe für eine Kurzperformance. Die Mitschülerinnen und Mitschüler geben Feedback anhand folgender Fragen: 'Ist die Botschaft klar erkennbar? Ist der geplante Einsatz des Körpers im öffentlichen Raum angemessen und wirkungsvoll? Welche zwei Aspekte könnten noch verbessert werden?'
Lehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie möchten im Stadtzentrum eine Performance durchführen, die auf das Problem der Obdachlosigkeit aufmerksam macht. Welche Körpersprache, welche Aktionen und welche Interaktion mit dem öffentlichen Raum würden Sie wählen, um Ihre Botschaft effektiv zu vermitteln und warum?' Die Diskussion wird moderiert, um verschiedene Ansätze zu beleuchten.
Häufig gestellte Fragen
Wie bewerten Schülerinnen und Schüler die Rolle des Körpers in der Performancekunst?
Wie vermittelt der Körper Botschaften im öffentlichen Raum?
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis der Performancekunst?
Welche Standards deckt das Thema Der Körper in der Performancekunst ab?
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