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Der menschliche Körper: Anatomie und Ausdruck · 1. Halbjahr

Abstraktion des Körpers

Untersuchung der plastischen Form in der Moderne am Beispiel von Henry Moore oder Alberto Giacometti.

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Leitfragen

  1. Wann hört eine Form auf, menschlich zu wirken?
  2. Wie kommuniziert eine Skulptur durch den sie umgebenden Raum?
  3. Welche Gefühle lösen extrem gelängte oder massiv verkürzte Körper aus?

KMK Bildungsstandards

PlastikRezeption
Klasse: Klasse 9
Fach: Perspektiven und Provokationen: Kunst im Dialog mit der Moderne
Einheit: Der menschliche Körper: Anatomie und Ausdruck
Zeitraum: 1. Halbjahr

Über dieses Thema

Die Abstraktion des Körpers in der modernen Plastik wird anhand der Werke von Henry Moore oder Alberto Giacometti beleuchtet. Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse untersuchen, wie Moore organische, wellenförmige Volumen schafft, die den Körper als universelle Form darstellen, während Giacometti mit extrem gelängten, hohlen Figuren existenzielle Isolation ausdrückt. Diese Künstler lösen den Körper von naturalistischer Anatomie und betonen durch Reduktion emotionale und räumliche Wirkungen. Die Analyse verbindet sich direkt mit den KMK-Standards zu Plastik und Rezeption und regt zu Fragen an: Wann hört eine Form auf, menschlich zu wirken? Wie kommuniziert eine Skulptur durch den umgebenden Raum?

Im Unterrichtsthema 'Der menschliche Körper: Anatomie und Ausdruck' lernen die Schüler, extreme Proportionen wie Verkürzungen oder Verlängerungen wahrzunehmen und ihre emotionalen Effekte zu benennen, etwa Verletzlichkeit oder Monumentalität. Sie üben die Rezeption moderner Skulptur, indem sie Werke kontextualisieren und eigene Interpretationen formulieren. Dies stärkt das Verständnis für die Moderne als Epoche der Abstraktion und Subjektivität.

Aktives Lernen ist hier besonders wirksam, weil Schüler durch eigenes Formen und Inszenieren abstrakter Körper die Übergänge von Figurativem zu Abstraktem spüren und räumliche Dynamiken direkt erleben. Solche praktischen Ansätze machen theoretische Konzepte greifbar und fördern kreative Diskussionen.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Reduktion und Verzerrung menschlicher Formen in den Skulpturen von Henry Moore und Alberto Giacometti.
  • Vergleichen Sie die räumliche Wirkung und die emotionale Aussage von organisch-voluminösen (Moore) und stark gestreckten (Giacometti) Körperdarstellungen.
  • Erklären Sie, wie die Abstraktion des Körpers in der modernen Plastik die Wahrnehmung von Menschlichkeit und Existenz beeinflusst.
  • Bewerten Sie die Beziehung zwischen der plastischen Form und dem umgebenden Raum in ausgewählten Skulpturen.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Bildenden Kunst: Darstellung und Stilmittel

Warum: Schüler müssen grundlegende Kenntnisse über verschiedene Darstellungsweisen (naturalistisch, stilisiert) und künstlerische Mittel haben, um Abstraktion verstehen zu können.

Einführung in die Kunst der Moderne

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der historischen und künstlerischen Kontexte der Moderne ist notwendig, um die Ziele und Ausdrucksformen abstrakter Kunst einordnen zu können.

Schlüsselvokabular

AbstraktionDie Darstellung von Formen, die sich von der naturgetreuen Wiedergabe lösen und auf wesentliche Merkmale reduzieren oder verändern.
PlastizitätDie Eigenschaft eines Materials, sich unter Druck zu verformen, oder die künstlerische Gestaltung von dreidimensionalen Formen, insbesondere in der Skulptur.
ReduktionDie Vereinfachung einer Form durch Weglassen von Details, um eine stärkere Wirkung oder Klarheit zu erzielen.
RaumkompositionDie Anordnung von Formen und Körpern im dreidimensionalen Raum und deren Wechselwirkung mit der Umgebung.
ExistenzialismusEine philosophische Strömung, die die individuelle Existenz, Freiheit und Wahl betont, oft verbunden mit Gefühlen der Isolation und Sinnsuche.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

Architekten und Produktdesigner nutzen Prinzipien der Formreduktion und räumlichen Komposition, um funktionale und ästhetisch ansprechende Objekte und Gebäude zu schaffen, wie z.B. die organischen Formen des Guggenheim Museums Bilbao von Frank Gehry.

Theaterbühnenbildner gestalten Bühnenräume, die durch abstrakte Elemente und die Inszenierung von Figuren die emotionale Atmosphäre eines Stücks verstärken, ähnlich wie Giacomettis Skulpturen ein Gefühl der Leere oder Spannung erzeugen können.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungAbstrakte Skulpturen sind rein willkürlich und ohne Bezug zum Körper.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Abstraktion basiert auf bewusster Reduktion realer Formen, wie Moores Volumenstudien zeigen. Aktive Modellieraufgaben helfen Schülern, diese Prozesse nachzuvollziehen und eigene abstrakte Varianten zu schaffen, was Vorurteile abbaut.

Häufige FehlvorstellungSkulpturen wirken nur statisch, ohne Raum zu beeinflussen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Skulpturen definieren und nutzen Raum aktiv, etwa Giacomettis Figuren als isolierte Präsenzen. Inszenierungen im Klassenraum lassen Schüler diese Dynamik erleben und diskutieren, wie Positionierung Emotionen verstärkt.

Häufige FehlvorstellungExtreme Proportionen lösen immer dieselben Gefühle aus.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Wirkungen sind subjektiv und kulturell geprägt. Gruppendiskussionen mit Skizzen fördern den Austausch persönlicher Reaktionen und verknüpfen sie mit künstlerischen Intentionen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten ein Bild einer abstrakten Skulptur (nicht von Moore oder Giacometti). Sie beantworten schriftlich: 1. Welche menschlichen Merkmale sind noch erkennbar? 2. Welche Emotion wird durch die Form und den Raum um die Skulptur erzeugt?

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Wann hört eine Form auf, menschlich zu wirken?' Lassen Sie die Schüler ihre Antworten mit Bezug auf die besprochenen Werke von Moore und Giacometti begründen. Fordern Sie sie auf, Beispiele für Formen zu nennen, die sie noch als menschlich empfinden und solche, bei denen diese Grenze überschritten ist.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie zwei Skulpturen nebeneinander, eine organisch-voluminöse und eine stark gestreckte. Bitten Sie die Schüler, auf kleinen Kärtchen die Hauptunterschiede in der Formgebung und die jeweils hervorgerufenen Gefühle zu notieren. Sammeln Sie die Kärtchen zur schnellen Überprüfung des Verständnisses.

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Häufig gestellte Fragen

Wie erkläre ich Abstraktion des Körpers bei Giacometti?
Beginnen Sie mit Bildanalysen: Zeigen Sie gelängte Figuren und fragen Sie nach Assoziationen wie Einsamkeit. Vergleichen Sie mit naturalistischen Skulpturen, um Reduktion zu verdeutlichen. Lassen Sie Schüler Proportionen messen und diskutieren, wann Figuren 'unmenschlich' wirken. Ergänzen Sie biografische Kontexte zur Nachkriegszeit für Tiefe. (62 Wörter)
Wie integriere ich Henry Moore in den Unterricht?
Fokussieren Sie auf Moores organische Formen durch Präsentation von Skulpturenfotos. Schüler modellieren Volumen mit weichen Materialien und platzieren sie räumlich. Diskutieren Sie Key Questions zur Raumkommunikation. Dies verbindet Anatomie mit Abstraktion und stärkt Rezeptionsfähigkeiten nach KMK-Standards. (58 Wörter)
Wie hilft aktives Lernen bei der Abstraktion des Körpers?
Aktives Lernen macht abstrakte Konzepte erfahrbar: Schüler bauen Draht- oder Tonmodelle, inszenieren sie im Raum und notieren emotionale Wirkungen. Paardiskussionen vertiefen Key Questions, während Präsentationen Reflexion fördern. Solche Methoden wandeln passive Betrachtung in kreative Auseinandersetzung um, was Verständnis und Retention steigert. (67 Wörter)
Welche Gefühle lösen gelängte Körper aus?
Gelängte Figuren wie bei Giacometti evozieren oft Verletzlichkeit, Isolation oder Transzendenz. Schüler assoziieren subjektiv, etwa Angst oder Zerbrechlichkeit. Durch Skizzieren und Gruppendiskussionen lernen sie, diese Effekte mit Proportionen und Raum zu verknüpfen, was die Rezeption schult. (56 Wörter)