Das expressive Selbstporträt
Die Schülerinnen und Schüler gestalten Selbstporträts, die innere Gefühle und Stimmungen ausdrücken, nicht nur äußere Ähnlichkeit.
Über dieses Thema
Das expressive Selbstporträt lädt Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 ein, ihre inneren Gefühle und Stimmungen durch Farben, Formen und Kompositionen darzustellen, statt nur äußere Züge nachzuahmen. Sie experimentieren mit kräftigen Rot- und Orangetönen für Energie oder gedämpften Blautönen für Melancholie und lernen, wie verzerrte Proportionen emotionale Intensität verstärken. Dies entspricht den KMK-Standards zum 'Bild des Menschen' und 'Produktion' und verbindet persönliche Reflexion mit künstlerischem Schaffen.
In der Einheit 'Kunst und Identität: Selbstporträt und Rollenbilder' vergleichen Lernende Werke aus verschiedenen Epochen, etwa Rembrandts introspektive Schatten mit Frida Kahlos symbolischer Selbstinszenierung. Sie analysieren, wie Künstler Facetten ihrer Persönlichkeit hervorheben, und diskutieren kulturelle Einflüsse auf Rollenbilder. Solche Vergleiche schärfen das Auge für Kunstgeschichte und fördern ein nuanciertes Verständnis von Identität.
Aktives Lernen eignet sich besonders gut für dieses Thema, weil Schülerinnen und Schüler ihre Emotionen direkt ausprobieren und durch Peer-Feedback verfeinern können. Hands-on-Experimente mit Materialien machen abstrakte Gefühle konkret, steigern die Motivation und bauen Selbstwirksamkeit im kreativen Prozess auf.
Leitfragen
- Wie kann man innere Gefühle durch Farben und Formen im Selbstporträt darstellen?
- Vergleichen Sie die Darstellung des Selbst in verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte.
- Gestalten Sie ein Selbstporträt, das eine bestimmte Facette Ihrer Persönlichkeit hervorhebt.
Lernziele
- Analysieren, wie Künstler wie Käthe Kollwitz oder Edvard Munch durch Linienführung und Farbgebung Emotionen wie Angst oder Trauer in ihren Selbstporträts darstellen.
- Vergleichen Sie die Techniken und die emotionale Wirkung von Selbstporträts aus der Romantik mit denen des Expressionismus.
- Entwerfen Sie ein Selbstporträt, das bewusst eine bestimmte Farbe oder Form nutzt, um eine spezifische innere Stimmung oder ein Gefühl zu kommunizieren.
- Erklären Sie, wie die Verzerrung von Gesichtszügen in einem Selbstporträt die Intensität eines Gefühls wie Wut oder Freude verstärken kann.
- Bewerten Sie die Wirksamkeit eines Selbstporträts bei der Vermittlung eines bestimmten Gefühls, basierend auf den Kriterien der Farbgebung und Komposition.
Bevor es losgeht
Warum: Schüler müssen die Grundlagen der Farbwirkung verstehen, um gezielt expressive Farben einsetzen zu können.
Warum: Ein Verständnis für Linien und Formen ist notwendig, um diese gezielt für den Ausdruck von Emotionen verzerren oder einsetzen zu können.
Schlüsselvokabular
| Expressive Farben | Farben, die nicht die Wirklichkeit abbilden, sondern dazu dienen, Gefühle und Stimmungen auszudrücken, wie z.B. leuchtendes Rot für Leidenschaft oder dunkles Blau für Melancholie. |
| Formverzerrung | Die bewusste Veränderung von Proportionen oder Formen in einer Darstellung, um eine emotionale Wirkung zu erzielen oder eine innere Realität zu verdeutlichen. |
| Komposition | Die Anordnung von Elementen wie Linien, Formen und Farben innerhalb eines Kunstwerks, um eine bestimmte Wirkung oder Botschaft zu erzielen. |
| Symbolik | Die Verwendung von Bildern oder Objekten, die eine tiefere, oft abstrakte Bedeutung haben und Gefühle oder Ideen repräsentieren, wie z.B. eine Rose für Liebe. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungEin Selbstporträt muss immer fotorealistisch ähnlich sein.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Viele Schülerinnen und Schüler glauben, Ähnlichkeit sei das Hauptziel, doch expressive Porträts priorisieren Emotionen. Aktive Experimente mit Verzerrungen und Farben zeigen, wie Abstraktion Gefühle verstärkt. Peer-Diskussionen klären diesen Unterschied und machen den expressiven Ansatz greifbar.
Häufige FehlvorstellungFarben drücken keine Gefühle aus, nur Formen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Lernende unterschätzen oft die emotionale Wirkung von Farben. Durch Farbexperimente in Paaren entdecken sie Kontraste wie Warm-Kalt. Kollaboratives Feedback hilft, subjektive Wahrnehmungen zu teilen und die Vielfalt zu verstehen.
Häufige FehlvorstellungHistorische Porträts zeigen immer die reale Persönlichkeit.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Schülerinnen und Schüler sehen Epochenporträts als reine Abbilder. Vergleichsstationen enthüllen Inszenierungen und Rollen. Gruppenanalysen fördern kritisches Denken und verbinden Vergangenheit mit eigenem Schaffen.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenPaararbeit: Emotionale Farbpalette
Paare notieren drei persönliche Gefühle und erstellen dazugehörige Farbpaletten mit Aquarellfarben. Sie wenden diese auf schnelle Skizzen an und erklären einander die Auswahl. Abschließend entsteht ein gemeinsames Porträtfragment.
Stationenrotation: Epoche-Vergleiche
Richten Sie Stationen mit Reproduktionen ein: Renaissance, Expressionismus, Moderne. Gruppen analysieren je 10 Minuten ein Porträt auf Gefühlsausdruck, notieren Parallelen zum eigenen Selbst und rotieren. Plenum diskutiert Gemeinsamkeiten.
Individuell: Iteratives Selbstporträt
Jede Schülerin und jeder Schüler skizziert ein Porträt, wählt eine Persönlichkeitsfacette und überarbeitet es dreimal mit Fokus auf Farbe und Form. Fotodokumentation zeigt den Prozess.
Whole Class: Gefühls-Galerie
Schülerinnen und Schüler präsentieren Porträts in einer Galerie-Runde. Die Klasse räumt Emotionen ein und gibt konstruktives Feedback. Gemeinsam entsteht eine Mindmap zu Ausdrucksstrategien.
Bezüge zur Lebenswelt
- Theater- und Filmschauspieler nutzen ihr Wissen über Mimik und Körpersprache, um Emotionen authentisch darzustellen. Sie üben oft vor dem Spiegel, um ihre Gesichtsausdrücke zu verfeinern und so die Gefühle ihrer Charaktere für das Publikum glaubhaft zu machen.
- Grafikdesigner und Illustratoren erstellen visuelle Darstellungen für Bücher, Websites und Werbung. Sie wählen Farben, Formen und Stile bewusst aus, um beim Betrachter bestimmte Stimmungen oder Reaktionen hervorzurufen, beispielsweise ein fröhliches Design für ein Kinderbuch.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schülerinnen und Schüler erhalten ein Blatt mit drei Feldern: 'Farbe', 'Form', 'Gefühl'. Sie sollen für jedes Feld ein Beispiel aus ihrem eigenen Selbstporträt nennen und kurz erklären, warum sie diese Wahl getroffen haben.
Zwei Schüler tauschen ihre unfertigen Selbstporträts. Jeder Schüler gibt dem anderen zwei spezifische Rückmeldungen: Eine positive Bemerkung zur emotionalen Wirkung und eine Frage zur weiteren Verbesserung der Ausdruckskraft.
Lehrerin: 'Betrachtet eure Selbstporträts. Welches Gefühl wolltet ihr am stärksten ausdrücken? Nennt eine konkrete künstlerische Entscheidung (Farbe, Linie, Form), die euch geholfen hat, dieses Gefühl zu zeigen. Nennt eine andere Entscheidung, die ihr vielleicht noch anpassen würdet.'
Häufig gestellte Fragen
Wie stellt man innere Gefühle in einem Selbstporträt dar?
Wie hilft aktives Lernen beim expressiven Selbstporträt?
Vergleich von Selbstporträts in der Kunstgeschichte?
Materialien für expressive Selbstporträts in Klasse 7?
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