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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Die Rolle der Frau in der Weimarer Republik

Aktive Lernformen eignen sich besonders hier, weil die Ambivalenz der Weimarer Republik für Schülerinnen und Schüler greifbar wird. Durch handlungsorientierte Methoden erkennen sie, dass Fortschritte und Rückschritte gleichzeitig existieren und von sozialen Faktoren abhängen.

KMK BildungsstandardsKMK-SachkompetenzKMK-Orientierungskompetenz
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Freiheiten und Grenzen

Richten Sie vier Stationen ein: Wahlrecht (Urkunden und Plakate), Arbeitswelt (Zeitungsartikel), Mode und Kultur (Fotos, Zeichnungen), Herausforderungen (Inflationsberichte). Gruppen rotieren alle 10 Minuten, sammeln Belege und diskutieren Erkenntnisse.

Analysiere, welche neuen Freiheiten und Herausforderungen Frauen in der Weimarer Republik erlebten.

ModerationstippStellen Sie beim Stationenlernen sicher, dass jede Station eine klare Quelle und eine einfache Frage enthält, die die Schülerinnen und Schüler in Einzelarbeit bearbeiten können.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einer der drei Schlüsselthemen: 'Politische Partizipation', 'Arbeitswelt' oder 'Gesellschaftliches Leben'. Sie schreiben eine Aussage, die eine Veränderung für Frauen in diesem Bereich in der Weimarer Republik beschreibt, und eine Frage, die sie weiter interessiert.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Debatte um das Wahlrecht

Teilen Sie Rollen zu (Suffragetten, Konservative, Politiker). Gruppen bereiten Argumente vor, führen eine 20-minütige Debatte und votieren. Abschließende Reflexion vergleicht mit realen Ereignissen.

Beurteile die Bedeutung des Frauenwahlrechts für die politische Partizipation.

ModerationstippBegrenzen Sie die Debatte im Rollenspiel auf 15 Minuten, damit alle Positionen gehört werden und die Klasse anschließend gemeinsam die Argumente strukturiert.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche neuen Freiheiten erlebten Frauen in der Weimarer Republik, und wo stießen sie auf die größten Hindernisse?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Punkte im Plenum sammeln.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Expertenrunde40 Min. · Partnerarbeit

Vergleichsposter: Kaiserreich vs. Weimarer Republik

Paare erstellen Poster mit Kategorien (Rechte, Arbeit, Bild). Sie sammeln Quellen, zeichnen Parallelen und Unterschiede, präsentieren in Plenum.

Vergleiche das Frauenbild der Weimarer Republik mit dem des Kaiserreichs.

ModerationstippFordern Sie beim Vergleichsposter die Schülerinnen und Schüler auf, pro Poster mindestens drei konkrete Unterschiede und zwei Gemeinsamkeiten zwischen den Epochen zu benennen.

Worauf zu achten istZeigen Sie Bilder von Frauen aus dem Kaiserreich und der Weimarer Republik (z.B. bei der Arbeit, in der Freizeit, politisch aktiv). Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf kleinen Kärtchen zu notieren, welche Unterschiede sie erkennen und welche Aspekte der 'Neuen Frau' sie auf den Bildern sehen.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Expertenrunde35 Min. · Einzelarbeit

Quellenkartei: Frauenporträts

Individuell bearbeiten Schüler Karten mit Biografien (z.B. Marie-Elisabeth Lüders). Dann in Gruppen sortieren nach Themen und präsentieren Bedeutung.

Analysiere, welche neuen Freiheiten und Herausforderungen Frauen in der Weimarer Republik erlebten.

ModerationstippLegen Sie bei der Quellenkartei fest, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens eine Karte intensiv analysiert und ihre Erkenntnisse der Gruppe vorstellt.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einer der drei Schlüsselthemen: 'Politische Partizipation', 'Arbeitswelt' oder 'Gesellschaftliches Leben'. Sie schreiben eine Aussage, die eine Veränderung für Frauen in diesem Bereich in der Weimarer Republik beschreibt, und eine Frage, die sie weiter interessiert.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Geben Sie den Lernenden Raum, historische Widersprüche selbst zu entdecken. Vermeiden Sie es, die Epoche als linearen Fortschrittsprozess darzustellen. Nutzen Sie Alltagsbeispiele wie Mode oder Freizeit, um zu zeigen, dass Emanzipation nicht nur politisch, sondern auch kulturell stattfand. Aktuelle Forschungsergebnisse zur Arbeiterinnenklasse sind hier besonders wertvoll.

Am Ende der Einheit verstehen die Lernenden die Komplexität der Frauenrolle: Sie können politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen benennen, deren Widersprüche erklären und historische Kontinuitäten zum Kaiserreich aufzeigen. Die Ergebnisse der Aktivitäten belegen ihr differenziertes Verständnis.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens zum Thema 'Freiheiten und Grenzen' wird oft angenommen, dass Frauen in der Weimarer Republik vollständig gleichberechtigt waren.

    Während des Stationenlernens achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler die Quellen zu rechtlichen Einschränkungen wie dem Erbrecht und Lohnungleichheit gezielt vergleichen und die Unterschiede zum Kaiserreich herausarbeiten.

  • Während des Rollenspiels zur Debatte um das Wahlrecht wird vermutet, dass das Frauenwahlrecht sofort zu vielen Abgeordnetinnen führte.

    Nutzen Sie die Debatte, um aufzuzeigen, warum nur wenige Frauen gewählt wurden: Beziehen Sie die Quellen aus der Quellenkartei ein, die Parteistrukturen und Aufstellungsverfahren thematisieren.

  • Während des Vergleichsposters zu Kaiserreich und Weimarer Republik wird angenommen, dass alle Frauen gleichermaßen von den Veränderungen profitierten.

    Beobachten Sie beim Erstellen der Poster, ob die Schülerinnen und Schüler die Klassenzugehörigkeit als Einflussfaktor einbeziehen, indem sie Quellen zu Arbeiterinnen und Bürgerinnen gegenüberstellen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden