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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Die Außenpolitik der Weimarer Republik

Aktive Lernmethoden eignen sich besonders für die Außenpolitik der Weimarer Republik, weil sie Schülerinnen und Schülern ermöglichen, diplomatische Prozesse nachzuvollziehen und politische Entscheidungen in historischen Kontexten zu bewerten. Durch Rollenspiele und Quellenarbeit werden abstrakte Verträge und Konflikte greifbar und fördern ein tieferes Verständnis für die Komplexität internationaler Beziehungen.

KMK BildungsstandardsKMK-SachkompetenzKMK-Orientierungskompetenz
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Verträge entschlüsseln

Richten Sie vier Stationen ein: Locarno-Vertrag (Karten und Texte analysieren), Kellogg-Pakt (Ziele diskutieren), Reparationsfrage (Zahlen und Folgen tabellieren), Stresemann-Porträt (Biografie mit Politik verknüpfen). Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Erkenntnisse.

Analysiere die Ziele und Strategien der Außenpolitik unter Gustav Stresemann.

ModerationstippBeim Stationenlernen die Materialien zu den Verträgen von Locarno und Kellogg-Briand so gestalten, dass Schülerinnen und Schüler die Inhalte durch klare Aufgabestellungen und Visualisierungen (z.B. Karten, Tabellen) selbstständig erschließen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte die wichtigsten Ziele der Stresemann-Politik in Stichpunkten festhalten und eine Frage formulieren, die sie an einen fiktiven Diplomaten der Zeit richten würden.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Locarno-Konferenz

Teilen Sie Rollen zu (Stresemann, Briand, Chamberlain). Schüler bereiten Positionen vor, verhandeln 20 Minuten und fassen Abkommen zusammen. Abschließende Reflexion: Welche Kompromisse waren möglich?

Erkläre die Bedeutung der Verträge von Locarno und des Kellogg-Paktes.

ModerationstippFür das Rollenspiel zur Locarno-Konferenz den Schülerinnen und Schülern konkrete Rollenkarten mit Positionen, Interessen und möglichen Kompromisslinien aushändigen, um eine strukturierte Diskussion zu fördern.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwieweit war die Außenpolitik der Weimarer Republik trotz ihrer Erfolge zum Scheitern verurteilt?' Lassen Sie die Schüler Argumente für und gegen diese These sammeln und diskutieren.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Partnerarbeit

Debatte: Erfolge vs. Misserfolge

Gruppen erstellen interaktive Zeitstrahlen mit Ereignissen. Paare debattieren pro Jahr Erfolg oder Misserfolg, stützen sich auf Fakten. Klasse votet und diskutiert.

Beurteile die Rolle der Reparationsfrage für die internationalen Beziehungen der Weimarer Republik.

ModerationstippBei der Zeitstrahl-Debatte darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten sammeln, sondern gezielt Argumente für und gegen die These formulieren und mit historischen Belegen untermauern.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern eine Liste von Ereignissen (z.B. Rapallo-Vertrag, Locarno-Verträge, Weltwirtschaftskrise) und bitten Sie sie, diese chronologisch zu ordnen und jeweils kurz die Bedeutung für die Außenpolitik der Weimarer Republik zu erläutern.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Zeitstrahl-Challenge35 Min. · Partnerarbeit

Quellenjagd: Reparationskrise

Schüler suchen in Textsammlungen Belege für Spannungen (Dawes-, Young-Plan). In Paaren kategorisieren sie Argumente und präsentieren Lösungsansätze.

Analysiere die Ziele und Strategien der Außenpolitik unter Gustav Stresemann.

ModerationstippWährend der Quellenjagd zur Reparationskrise gezielt nach Quellen suchen, die unterschiedliche Perspektiven (z.B. deutsche, französische oder britische) zeigen, um die Komplexität des Konflikts zu verdeutlichen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte die wichtigsten Ziele der Stresemann-Politik in Stichpunkten festhalten und eine Frage formulieren, die sie an einen fiktiven Diplomaten der Zeit richten würden.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf eine Kombination aus multiperspektivischer Quellenarbeit und handlungsorientierten Methoden, um die Schülerinnen und Schüler von passiven Rezipienten zu aktiven Analysten historischer Prozesse zu machen. Wichtig ist, die scheinbare Widersprüchlichkeit zwischen Stresemanns Erfolgen und dem Fortbestand der Isolation als zentrales Lernziel herauszuarbeiten. Vermeiden Sie es, die Außenpolitik der Weimarer Republik als bloße Vorgeschichte des Nationalsozialismus zu behandeln, um nicht in eine teleologische Geschichtsbetrachtung zu verfallen. Stattdessen sollte der Fokus auf den Handlungsspielräumen und Grenzen der Diplomatie liegen, um Schülerinnen und Schülern ein nuanciertes Geschichtsbild zu vermitteln.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Ziele Stresemanns erklären, die Bedeutung zentraler Verträge einordnen und die Grenzen der Verständigungspolitik kritisch reflektieren können. Sie sollen zudem die Reparationsfrage als multidimensionalen Konflikt erkennen und historische Urteile mit sachlichen Argumenten begründen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens zum Entschlüsseln der Verträge könnte der Eindruck entstehen, die Weimarer Außenpolitik sei insgesamt schwach und erfolglos gewesen.

    Nutzen Sie die Stationen, um gezielt die konkreten Erfolge wie die Locarno-Verträge herauszuarbeiten. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in einer abschließenden Reflexion die Ziele Stresemanns mit den tatsächlichen Ergebnissen vergleichen und diskutieren, warum diese Erfolge nicht zu einer nachhaltigen Entspannung führten.

  • Während der Gruppendiskussionen zum Kellogg-Briand-Pakt könnte die Annahme entstehen, der Pakt habe echten Frieden garantiert.

    Verweisen Sie in der Diskussion auf die Quellen, die die symbolische Natur des Pakts ohne Durchsetzungsmechanismen belegen. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, Beispiele für spätere Konflikte (z.B. japanische Besetzung der Mandschurei) zu nennen, um die Grenzen des Pakts zu verdeutlichen.

  • Während des Stationenlernens könnte die Reparationsfrage als alleinige Ursache für die Isolation Deutschlands wahrgenommen werden.

    Nutzen Sie die Stationen, um die Reparationsfrage mit anderen Faktoren wie Revancheängsten oder der Ablehnung des Versailler Vertrags zu verknüpfen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in einer Mindmap die verschiedenen Ursachen sammeln und deren Zusammenhänge visualisieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden